Stolberg - Lebensgefährlich: Falschparker bremsen Feuerwehr aus

Lebensgefährlich: Falschparker bremsen Feuerwehr aus

Von: Ottmar Hansen
Letzte Aktualisierung:
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Wer die Rettungswege in Stolberg zuparkt, muss damit rechnen, gnadenlos abgeschleppt zu werden. Das Ordnungsamt kennt in diesem Fall kein Pardon. Foto: imago/imagebroker

Stolberg. Die Innenstadt von Stolberg mit ihren engen Straßen und Gassen ist für die Fahrer von Rettungswagen oder Löschfahrzeugen der wahre Graus. Und wenn dann noch Falschparker die Durchfahrt behindern, wird es besonders kritisch.

Am Montag war die Feuerwehr auf dem Weg zu einem Einsatz mit mehreren Fahrzeugen in der Vogelsangstraße stecken geblieben. Ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt kamen dem Wehrkonvoi zwei Linienbusse entgegen. Es ging weder vor noch zurück. Fast zehn Minuten dauerte es, bis der Stau entwirrt war. Zum Glück hatte die Leitstelle bereits andere Einheiten mit in Marsch gesetzt.

Problem selbst lösen

Dass sich die Einsatzfahrzeuge in einer Engstelle zwei Linienbussen gegenüber sehen, ist eher die Ausnahme. Schon häufiger kommt es vor, dass Falschparker die Arbeit der Rettungskräfte behindern. Dass die Feuerwehr im Einsatz dann keinen Abschleppwagen bestellt, ist klar. Bis der eintrifft, um den störenden Pkw mitzunehmen, hat sich das Feuer längst weiter ausgebreitet. „Meist versuchen wir, das Problem selbst zu lösen. Dann springen vier Mann aus dem Einsatzfahrzeug raus, um den störenden Wagen zur Seite zu heben“, sagt Feuerwehrsprecher Michael Konrads. Eine Schaufel unter dem Reifen macht die schwere Aufgabe etwas leichter.

„Ein Leiterwagen braucht sehr viel Platz“, betont Konrads. „Da darf kein Pkw im Weg stehen.“ Vor allem in den kleineren Ortsteilen sei das „Parkverhalten“ oft „sehr kurios“, so der Feuerwehrsprecher. „Da springen die Leute mal eben zum Bäcker oder Metzger rein und lassen ihren Wagen unterdessen einfach auf der Straße stehen.“ So auf der Vichter Straße oder der Leuwstraße. Da müsse die Feuerwehr dann schon einmal Polizei oder Ordnungsamt um Amtshilfe bitten. Auf der Dechant-Brock-Straße in Mausbach ist eigentlich genügend Platz, wenn sich nicht gerade der Berufsverkehr staut. Dann wird es auch hier eng.

Falschparker kommen in Stolberg in der Regel mit einem Knöllchen, auch wenn es teuer wird, davon. Wie die Stadtverwaltung mitteilt, wurden im vergangenen Jahr in Stolberg aber auch rund 100 Fahrzeuge abgeschleppt. Im laufenden Jahr waren es bislang 53 Fahrzeuge. Nach Angaben der Verwaltung muss besonders häufig auf dem Willy-Brandt-Platz abgeschleppt werden, um den Platz für den Wochenmarkt am Samstag frei zu halten. Darüber hinaus werden generell Fahrzeuge abgeschleppt, die unberechtigt auf ausgewiesenen Schwerbehinderten-Parkplätzen stehen.

So etwa am Kaiserplatz oder in der Grüntalstraße. Vorsorglich hält die Stadt so auch Rettungswege frei. Doch die Überwachungskräfte können nicht überall sein. So dass die Feuerwehrleute manchmal eben doch auf ihrem Einsatzweg selbst Hand anlegen müssen.

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