Lebensbedrohliche Krankheiten: Sinnvolle und wichtige Vorsorge treffen

Von: eis
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„Recht trifft Medizin“ lautet der Titel einer Veranstaltung am Dienstag rund um das Thema Patientenverfügung und Co. Das Besondere bei diesem Format ist, dass zwei Juristen und ein Chefarzt gemeinsam das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten. Foto: H. Eisenmenger/BGZ
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Michael Bogalski kommt aus Düren nach Stolberg. Foto: M. Fredel

Stolberg. Welche Vorsorge sinnvoll und wichtig ist, um bei alters- oder krankheitsbedingten Einschränkungen im Rahmen seines eigenen Willens versorgt und gepflegt zu werden, oder gar mit lebensverlängernden Maßnahmen am Leben gehalten zu werden, erläutern am Dienstag, 23. Mai, um 18.30 Uhr der Chefarzt der Klinik für Innere Medizin am Bethlehem Gesundheitszentrum Stolberg, Privatdozent Dr. Dr. Christoph Dietrich, und Syndikusrechtsanwalt Helmut Drummen sowie der Dürener Rechtsanwalt und Steuerberater Michael Bogalski.

In dieser gemeinsamen Veranstaltung des Krankenhauses Stolberg und der AOK Rheinland/Hamburg in Kooperation mit dem Amt für Altenarbeit der Städteregion Aachen werden die Experten das Thema leicht verständlich und anschaulich darstellen.

Im Gegensatz zu vielen Informationsveranstaltungen, die in der Vergangenheit zu diesem Thema stattgefunden haben, wird nicht nur die juristische Dimension beleuchtet. Chefarzt Dr. Dietrich wird in seinem Vortrag unter anderem darlegen, welche Auslegungsschwierigkeiten im Klinikalltag auftreten können, wenn Patientenverfügungen nicht eindeutig genug formuliert sind.

„Denn bei der Patientenverfügung geht es letztendlich um die Frage, ob und wie man in einer medizinisch aussichtslosen Situation sterben möchte und ob ein Mensch bestimmte ärztliche Maßnahmen ablehnt“, erklärt Helmut Drummen. „Aber wann ist eine Situation vermutlich aussichtslos und hat der Patient die abgelehnten medizinischen Maßnahmen auch eindeutig beschrieben“, zeigt Chefarzt Dr. Dietrich wichtige Fragen auf, die zu beantworten sind. Aus den Ergebnissen einer aktuellen Studie, die unter seiner Mitwirkung durchgeführt wurde, weiß er „dass fast zwei Drittel aller Patienten keine Patientenverfügung oder Vorsorgevollmacht haben.“

Die Gründe dafür sind vielfältig. Oftmals fehlt es an Informationen, wie die Dokumente abgefasst werden. „Zum Teil sind aber auch Ängste vorhanden, dass Ärzte im Ernstfall zu früh aufgeben, wenn eine Verfügung vorliegt“, sagt Dietrich.

Rechtzeitige Vorsorge ist unbedingt zu empfehlen: „Es besteht sogar die Gefahr, dass die Geschäftsfähigkeit sowie die natürliche Einwilligungsfähigkeit verloren gehen können“, ergänzt Michael Bogalski. Oft hört er dazu die Aussage: „Dafür habe ich doch meinen Ehepartner und meine Kinder!“

Leider ist dies jedoch ein weit verbreiteter Irrtum. Denn wer keine Vorsorge getroffen hat, erhält einen gerichtlich bestimmten Betreuer. Dieser muss nicht ein Familienmitglied sein, sondern kann ein fremder Dritter sein, dessen Tätigwerden dann auch noch zu vergüten ist. Abhilfe bieten hierbei die Betreuungsverfügung oder eine Vorsorgevollmacht.

Nach den Vorträgen stehen die Referenten zur Beantwortung von Fragen der Zuhörer zur Verfügung. Zudem wird Helmut Schroeter von der AOK mit den Experten eine Talkrunde durchführen. „Dabei werde ich genau die Fragen stellen, die in der Praxis immer wieder für Unklarheiten sorgen und die Menschen bewegen“, freut sich Schroeter auf den Abend im „Bethlehem“.

Die Teilnahme und Getränke sind kostenfrei. Veranstaltungsort ist die Cafeteria des Krankenhauses an der Steinfeldstraße 5. Eine Anmeldung zum Infoabend ist nicht erforderlich.

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