Lebendige Gemeinde dankt ihrem Pfarrer

Von: kolja linden
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Feierte seinen Abschied von St. Hermann-Josef auf der Liester mit viel Musik, aber auch viel Wehmut: Pfarrer Ferdi Bruckes. Foto: K. Linden

Stolberg. Am Ende wurde es dann doch richtig wehmütig. Als Pfarrer Ferdi Bruckes nach dem Schlussgebet seine ganz persönlichen Worte an die Gemeindemitglieder richtete, als Vikt Neussl vom Pfarrgemeinderat dem Priester für seine 17-jährige Arbeit in St. Hermann-Josef dankte, und als Gemeindemitglied Ulrich Schornstein in einem Gedicht die Zuneigung der Gläubigen zu ihrem Pfarrer deutlich machte.

„Sie lassen eine lebendige Gemeinde hinter sich”, sagte Neussl. Die Gemeinde sei gewachsen unter Ferdi Bruckes, weil die Leute sonntags gerne in die Kirche gekommen sind, „um sich spirituell für die Woche zu rüsten. Wir lassen Sie nicht gerne gehen.”

Bis dahin war es ein sehr fröhlicher Gottesdienst gewesen, einer mit viel Musik und Gesang. Irgendwie typisch St. Hermann-Josef. Eine Gemeinde, in der gerne und schön gesungen wird. Dafür sorgten am Sonntag auch gemeinsam die Chorgemeinschaft St. Hermann-Josef sowie der Kinder- und der Jugendchor.

Brechend volle Kirche

Dass nicht nur seiner Gemeinde, sondern auch ihm selbst der Abschied schwer fällt, machte Ferdi Bruckes am Ende der Messe deutlich: „Sonst haben wir uns an dieser Stelle einen schönen Sonntag gewünscht und wussten, dass wir ns in der nächsten Woche wiedersehen”, sagte er. Das sei jetzt anders. „Für mich heißt es Abschied nehmen von der Kirche, die ich in ihrer Schlichtheit so liebe, und Abschied nehmen von Ihnen und Euch”, sagte er den zahlreichen Gläubigen im brechend vollen Gotteshaus.

Die Gemeinde könne stolz auf sich sein und froh und selbstbewusst in die Zukunft blicken”, sagte er. Sein Dank galt galt vor allem Josef Ganser, dem langjährigen Mitarbeiter des Pfarrbüros, und Christoph Leuchter für seine musikalische Arbeit in der Pfarre, aber er dankte auch ausdrücklich allen, die in den vergangenen 17 Arbeit in der Gemeindearbeit mitgewirkt haben.

Mit auf den Weg nach Weisweiler, wo der Pfarrer demnächst seine Zelte aufschlägt, gab die Gemeinde ihm einen Apfelbaum und die Gewissheit, auf der Liester nicht in Vergessenheit zu geraten. Dafür wird allein schon eine Steintafel mit seinem Namen und der Zeit seines Wirkens in St. Hermann-Josef von 1992 bis 2009 sorgen. „St. Hermann-Josef sah in den letzten 17 Jahren mehr Gläubige kommen als gehen”, sagte Ulrich Schornstein an den scheidenden Pfarrer gewandt und ergänzte: „Sie geben der Kirche ein sympathisches Gesicht.”

Nach dem Gottesdienst konnten die Gemeinde bei Suppe und Getränken noch persönlich Abschied nehmen. Zuvor gab es stehende Ovationen, nachdem der Pfarrer seine Ansprache mit den Worten „Lebt wohl und Tschüss” beendet hatte. Es war halt doch richtig wehmütig.
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