Lauf der Zeit: Ballettschule heute im früheren Huthaus

Von: Toni Dörflinger
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Stolberg. Vergleicht man die Cockerillstraße in Stolberg, wie sie sich auf alten Fotos von 1972 präsentiert mit dem heutigen Bild, so erkennt man den deutlichen Wandel.

So waren große Teile der weitläufigen Anlage 1972 durchaus schon stillgelegt. Bereits fünf Jahre zuvor hatte man die Produktion und Herstellung von Rohzink dort eingestellt. Nur das der Hütte angeschlossene Walzwerk war länger in Betrieb. Es wurde erst 1991 geschlossen.

Auf historischen Fotos ist rechts das so genannte Huthaus abgebildet. Das zweigeschossige Gebäude wurde 1951 errichtet und beherbergte im Erd- und Obergeschoss die Sanitär- und Umkleideräume der Beschäftigten. Des weiteren waren in dem halbrunden Bau die Räume für den Betriebsarzt, den Pförtner und den Betriebsrat unter gebracht.

Die Bezeichnung Huthaus stammt aus dem Bergbau und leitet sich von dem als Hutmann titulierten Grubenaufseher ab. Ursprünglich war das Huthaus das Verwaltungsgebäude, das Materiallager und die Werkstatt eines Bergwerkes. Später wurde das Huthaus auch für die Unterbringung der Umkleideräume genutzt. Im Eingangsbereich der Zinkhütte beginnt die Zufahrtsstraße, die die im hinteren Bereich liegenden Produktionsanlagen erschloss.

Zwei weitere Gebäude der Zinkhütte sind in der zweiten Hälfte der 1930er Jahre entstanden und beherbergten bis 1967 das Labor und die Verwaltung des Metallproduzenten. Erstellt, wie fast alle Bauten der Zinkhütte, von der Aachener Firma Josef Hündgens. 1996 wurde dort das Museum für Industrie-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte eingerichtet.

Die Zinkhütte ist 1837 entstanden. Gründer war der aus England stammende Industrielle John Cockerill. Die Standortwahl erfolgte nicht rein zufällig. Denn in unmittelbarer Nachbarschaft der Hütte lag die Steinkohlengrube seines Bruders James Cockerill. Und Steinkohle benötigte man für den Betrieb der Schmelzöfen.

Den für die Verhüttung erforderlichen Rohstoff, das Zinkerz, lieferten anfänglich die im Stolberger Raum gelegenen Erzgruben. Später kamen als Rohstofflieferanten die im Eifeler - und sauerländischen Raum gelegenen Gruben hinzu. 1967 wurde, wie eingangs berichtet, die Hütte geschlossen.

Heute sind auf dem an der Cockerillstraße liegenden Gelände der früheren Zinkhütte zahlreiche, unterschiedliche Gewerbeeinheiten angesiedelt. Im einstigen „Huthaus“ ist seit 2005 eine Ballettschule ansässig.

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