Stolberg - Langer Winter sorgt für harte Gärtner-Zeiten

Langer Winter sorgt für harte Gärtner-Zeiten

Von: Luisa Houben
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Sie haben nach eigener Aussage noch nicht oft einen derart späten Frühlingsbeginn wie in diesem Jahr erlebt: Marie-Luise und Rudolf von der Weiden. Foto: L. Houben

Stolberg. Die Situation der Gärtner ist miserabel. Der Winter hatte es in sich, und der Frühling ließ lange auf sich warten. Kaum jemand hat bereits wie im Vorjahr für die Ostertage damit begonnen, seinen Vorgarten mit Stiefmütterchen, Primeln oder Bacopa zu bepflanzen. Nun lagern diese bereits viel zu lange in den Gewächshäusern und verblühen dort. Der Frühling scheint verloren.

„Das Wetter hat in diesem Jahr eine verheerende Auswirkung auf den Verkauf unserer Beet- und Balkonpflanzen“, stellt Rudolf von der Weiden fest. Der gelernte Gartenbauingenieur und seine Frau Marie-Luise führen ihre Gärtnerei bereits seit 51 Jahren in Büsbach, doch solch einen späten Frühling haben sie selten erlebt.

Nur eines seiner vier Gewächshäuser beheizt das Ehepaar in dieser Saison, denn nicht nur die geringe Zahl an Kunden, sondern auch die hohen Energiekosten bekommt ihr mittelständisches Unternehmen zu spüren. „Der Boden ist einfach noch zu kalt“, erklärt der erfahrende Gärtner „Zehn Grad sollte er mindestens haben, wenn man Blumen setzen will.“

„Nach den Eisheiligen, ab dem 15. Mai, geht es erst richtig los. Dann kann man mit einem stabilen Frühlingswetter rechnen“, fügt die gelernte Floristin von der Weiden hinzu. Der Kunde, da ist sie sicher, bekommt gar nicht mit, wie sich das Wetter auf ihr saisonabhängiges Geschäft auswirken kann. Hinzukommt, dass auch viele Discounter Petunien, fleißige Lieschen und Alpenveilchen zum Verkauf anbieten – zu stark reduzierten Preisen.

„Diese Nachlässe sind jedoch vor allem angebotsabhängig,“ betont Walter Ohnesorg. Der stellvertretende Leiter des Toom-Markts in Münsterbusch kann dennoch davon berichten, dass viele der bereits bunt blühenden Sorten weggeworfen wurden. Drei bis vier Wochen später begann die Saison in diesem Jahr. Trotzdem lieferten die Großgärtnereien. „Wenn eine Pflanze eine Woche im Laden gestanden hat, müssen wir sie zum halben Preis zum Verkauf anbieten, “ berichtet der Alsdorfer. So besorgt wie die mittelständischen Unternehmen ist Ohnesorg allerdings nicht: „Die Hoffnung, dass wir die verlorenen Umsätze in diesem Frühling noch aufholen, ist da.“

Eine Menge Arbeit kam plötzlich auf die Gärtnerei Müllejans an der Buschmühle zu. Für Ostern sollten hunderte von ihnen betreute Gräber neu gestaltet werden – trotz Schnee und Eis. „Wir mussten die frischen Blumen also im Eis pflanzen und die Erde austauschen. Schließlich soll alles in Ordnung sein und vernünftig aussehen,“ erzählt Inhaber Herbert Müllejans. „Jetzt kommt der Frühling mit Macht, und die Blumenfreunde wollen ihre Gärten bepflanzen. Wir aber sind spät dran“, ist er erstaunt über das nun hereineilende Frühjahr.

Sommerkulturen wie Geranien hatte die Gärtnerei erst später als sonst in den Laden gestellt und eine Zeit lang trocken gehalten, damit sie nicht auch kaputtgehen. Dies war indes mit Primelchen und Bellis schon geschehen, die die Gärtnerei vor Ostern nicht verkaufen konnte.

Endlich aber kommen die Kunden jetzt und decken sich ein mit frischen Blüten. Der Winter hat sich wohl endgültig verabschiedet, und die Bäume und Hecken in Stolberg tragen mittlerweile zarte grüne Blätter. Zeit also, Schaufel und Handschuhe aus der Garage zu holen, um die Vorgärten und Balkonkästen mit frisch blühender Bepflanzung parat zu machen und den Frühling willkommen zu heißen.

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