Stolberg - Lange Wege nehmen der EWV den Wind aus den Segeln

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Lange Wege nehmen der EWV den Wind aus den Segeln

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:
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In der Gemeinde Waldfeucht künftig ein gefragtes Gut: Abwasserrohre. Foto: imago/Heike Schreiber-Braun

Stolberg. Viele Köche verderben den Brei, heißt eine Redewendung, die nicht unbedingt immer stimmen muss. Denn auf vielen Schultern kann man auch eine Last besser verteilen als sie auf einer tragen zu müssen. Doch je mehr Ruderer in einem Boot sitzen, um so schwieriger ist es auch, den richtigen Takt zu finden. 22 vorwiegend kommunale Anteilseigner schultern die Energie- und Wasserversorgung Stolberg GmbH (EWV), aber wenn sie einen gemeinsamen Brei kochen wollen, kann es lange dauern, bis sie gemeinsam ins Ziel gerudert sind.

Immer wieder steht die Geschäftsführung des Energieversorgers vor der Aufgabe, das Plazet jedes einzelnen Stadt- oder Gemeinderates einzuholen, wenn eine wichtige Entscheidung zu treffen ist. Und zunehmend wichtig ist für die EWV durchaus auch im Sinne ihrer Gesellschafter ein wachsendes Engagement auf dem Feld regenerativer Energie. Als Muttergesellschaft oder aber auch über die eigens gegründete Tochter Green GmbH forciert das kommunale Unternehmen seine Tätigkeit im Rahmen der Energiewende, ohne dabei wirtschaftliche Aspekte aus den Augen zu verlieren.

So hat im vergangenen Jahr die EWV in die Realisierung eines Solarparks in Herzogenrath investiert. Im Herbst wurden ihre Anteile auf die „Green“, in der die Aktivitäten zur regenerativen Energie gebündelt werden, übertragen. Es dauerte Wochen, bis die einzelnen Räte zuvor ihre Vertreter in der Gesellschafterversammlung ermächtigt hatten, alle dazu erforderlichen Erklärungen abzugeben. Bei so umständlichen Entscheidungswegen tut sich ein privatrechtlich geführtes Unternehmen am Markt schwer.

Ein interessantes Geschäft ging der EWV deshalb jetzt durch die Lappen. Sie wollte Anteile in Höhe von 500.000 Euro von der REW Innogy GmbH an der Fondsgesellschaft Windpark Jüchen erwerben - nicht nur aus energiepolitischen Gründen ein attraktives Geschäft bei einer Rendite von 8,47 Prozent nach Steuern und einem Nettobarwert von 4,3 Millionen Euro. Mit Schreiben vom 20. August bat die EWV die Kommunen um Zustimmung; bis zum 31. Oktober hätte der Deal perfekt sein müssen. In diesem Fall sorgte jedoch auch noch die Bezirksregierung mit Wünschen zum Vertrag für weitere Verzögerungen, die das Geschäft letztlich platzen ließen.

Aber mit einer am 30. Oktober gefertigten Vorlage für den Rat am 19. November hätte Stolberg diese Frist ohnehin nicht einhalten können. Auf der Sitzung am Dienstag wurde dieser Punkt dann von der Tagesordnung des Rates gestrichen; in Würselen am selben Tag übrigens auch. Aber der nächste Geschäftsversuch wird folgen...

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