Stolberg - Lange Schlangen beim Bürgeramt: Neuer Personalausweis sorgt für Gedränge

Lange Schlangen beim Bürgeramt: Neuer Personalausweis sorgt für Gedränge

Von: Kolja Linden
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Den freiwilligen Identitätsnachweis gibt´s ganz ohne Tinte: Der Fingerabdruck wird mit einem kleinen Gerät gescannt, so wie hier im Bürgeramt bei Heike Jansen und einer Antragstellerin. Foto: K. Linden

Stolberg. Die Warteschlange, die sich am Dienstag vor dem Bürgeramt der Stadt bildete, hatte erhebliche Ausmaße. Auf bis zu 30 Personen war sie schon am ersten Vormittag angewachsen, an dem bei der Stadt die neuen, kleineren Personalausweise ausgegeben wurden.

Der Grund war aber weniger der Ansturm auf das neue Dokument als vielmehr eine Überlastung des neuen Systems, das sehr langsam arbeitete. „Man kann nicht von einer guten Einführungsphase sprechen”, räumte denn auch Petra Jansen unumwunden ein.

Die Schuld liege jedoch nicht bei der Verwaltung, sagte die Stadtsprecherin. Die gesamte Soft- und Hardware, mit der die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bürgeramts arbeiten, entspräche dem neuesten Standard, so Jansen. Allerdings funktionierte die Vernetzung mit der zuständigen Bundesdruckerei in Berlin zeitweise nicht reibungslos, daher kam es zu Verzögerungen.

„Wir waren immer wieder in Kontakt mit der Regio IT in Aachen, die uns unterstützt hat”, berichtet auch Heike Jansen vom Bürgeramt, das ja nicht nur Antragsteller auf Ausweise zu betreuen hat. Möglicherweise war das Netz schlicht überlastet, denn auch aus anderen Städten wurden ähnliche Probleme gemeldet.

Noch belastender für die insgesamt sechs Mitarbeiter des Bürgeramts waren aber die letzten beiden Oktoberwochen - die letzten, in denen der alte Ausweis noch beantragt werden konnte. Mit rund 120 Antragstellern täglich kamen etwa viermal so viele wie üblich. „An normalen Tagen haben wir rund 30 Leute hier”, sagt Jansen.

Eine stressige Zeit, zumal erst am 23. Oktober die Software für den neuen Personalausweis auf die ebenfalls neuen Computer im Amt gespielt wurde. Für die Mitarbeiter bedeutete das, nicht nur deutlich mehr Antragsteller beim Personalausweis zu bedienen, sondern zugleich ein neues Computersystem kennen zu lernen: „Wir hatten eine Woche lang Zeit, das neue System zu testen”, sagt Jansen. „Genau in der Phase, wo so viele Leute kamen.”

Diese kamen aber längst nicht alle, weil sie dem neuen Ausweis nicht trauen oder einfach Geld sparen wollen - der alte Ausweis ist rund 20 Euro billiger. „Viele haben sich erst durch die Berichterstattung in den Medien mit ihrem eigenen Ausweis beschäftigt und festgestellt, dass dieser abgelaufen war”, sagt Jansen.

Strafen gibt es für solchen Missgeschicke übrigens nicht. Das einzige, was passieren kann, ist das man mit ungültigem Pass beim nächsten Urlaubsflug nicht mitgenommen wird.

Rund 30 Leute haben jeweils am Dienstag und Mittwoch einen neuen Ausweis beantragt, das ist ein ganz normaler Wert. Allerdings ist die Beratungszeit länger, auch der Antragsakt an sich braucht mehr Zeit. „Es dauert rund 15 bis 20 Minuten”, sagt Jansen und weist auf zahlreiche Unterschriften hin, die zusätzlich geleistet werden müssen.

Neu ist auch der Fingerabdruck, den Bürger zur Identitätserkennung freiwillig auf dem Ausweis speichern können. Was offenbar die meisten gerne tun: „Bei mir hat sich erst einer alle dagegen entschieden, die anderen nicht”, sagt Jansen, die auch noch keine Beschwerden wegen der höheren Kosten von 28,80 Euro entgegen nehmen musste.

Sie selbst kommt mittlerweile gut zurecht mit dem System, das am Mittwoch dann auch kaum noch Probleme gemacht. „Nur der ganze Papieraufwand, der ist vielleicht ein bisschen übertrieben”, denkt sie an die Kosten und die Umwelt.

Immerhin, das System funktioniert mittlerweile besser. Warteschlangen gab es am Dienstag nicht.
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