Landespreis: Schülerin gewinnt beim Geschichtswettbewerb

Von: Nadine Tocay
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Tabea Marx, Schülerin des Stolberger Ritzefeld-Gymnasiums, hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Auszeichnungen erhalten. Schon zum zweiten Mal wurde sie jetzt mit dem Landespreis im Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten geehrt. Foto: N. Tocay

Stolberg. Seit Jahren räumt die 18-jährige Tabea Marx bei Schülerwettbewerben einen Preis nach dem anderen ab. Am Montag, 3. Juli, erhält sie bereits zum zweiten Mal den Landespreis beim Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten.

Mit unserer Volontärin Nadine Tocay hat die Abiturientin ihre Erfolge der vergangenen Monate und Jahre Revue passieren lassen und darüber gesprochen, wie es nach der Schule weitergehen soll.

Was hat es mit dem Geschichtswettbewerb, bei dem Sie geehrt werden, auf sich?

Marx: Der wird alle zwei Jahre ausgeschrieben, und es gibt immer ein Oberthema. Dieses Jahr war es „Gott und die Welt – Religion macht Geschichte“. Es geht darum, dass die Schüler zu dem Thema in ihrer Familiengeschichte oder der Regionalgeschichte forschen und sich auf Spurensuche begeben. Dann schreibt man entweder eine Arbeit, macht ein Hörspiel oder einen Film oder ein Kunstwerk. Ich habe eine Arbeit über Ritzefeld geschrieben unter dem Titel: „Roland Ritzefeld und wie er Stolberg im 19. Jahrhundert veränderte.“ Religion in Stolberg – da kam er mir natürlich sofort in den Sinn, weil ich auf dem Ritzefeld-Gymnasium bin. Und ich hab auch gedacht, ich mache gerade Abitur, da könnte man der Schule zum Abschied noch mal Dankbarkeit zeigen. Ich fand es auch total spannend, weil ich nicht so viel über ihn wusste. Sein Gemälde hängt bei uns, man sagt täglich seinen Namen und ich wusste auch noch, dass er das Krankenhaus mitgegründet hat, das war aber alles. Und für meine Arbeit habe ich einen Landespreis bekommen. Vor zwei Jahren habe ich ja schon einmal einen Preis bekommen. Da habe ich über Friedrich Lengfeld geschrieben. Dieses Mal kann ich da aber leider nicht zur Ehrung anreisen, weil ich bei der Biologieolympiade auch einen Preis gewonnen habe, ein Praktikum in Israel. Und genau an dem Tag fliege ich dorthin.

Na dann herzlichen Glückwunsch. Was ist denn die Biologieolympiade?

Marx: Das ist der Auswahlwettbewerb zur internationalen Biologieolympiade, da wird das deutsche Team ausgewählt. Es gibt vier Stufen. Die erste ist zu Hause; im Internet stehen Aufgaben, die löst man, gibt sie seinem Lehrer ab, der korrigiert sie und schickt sie dann ein. Die zweite Runde ist eine Klausur in der Schule, und die dritte Runde wird in Kiel ausgetragen. Da kommen die 45 Besten aus Deutschland hin. Dort werden dann praktische und theoretische Aufgaben gelöst. Und wenn man dann unter die vier besten Teilnehmer kommt, kommt man ins deutsche Team. Ich bin 15. geworden, also gerade nicht in die vierte Runde. Aber ich habe ein Forschungspraktikum bekommen, bei dem man vier Wochen lang am Weizmann-Institut forscht.

Und was genau machen Sie dann bei dem Praktikum? Wissen Sie das schon?

Marx: Ja, es sind auch andere Jugendliche aus der ganzen Welt da, und man bekommt dann ein Forschungsprojekt, das man meistens zu zweit mit einem Mentor macht – wahrscheinlich im Bereich der Biologie oder Medizin.

Wieso nehmen Sie an so vielen Wettbewerben teilnehmen? Was reizt sie daran?

Marx: Ich glaube, es ist ein bisschen die Neugierde. Ich finde es spannend. Ich bin relativ vielseitig interessiert und mag es, einfach mal zu gucken, was man kann und was noch außerhalb der Schule möglich ist.

Wie bereiten Sie sich dann auf die Wettbewerbe vor?

Marx: Im Geschichtswettbewerb muss man in Archive gehen und viel lesen – in alten Schriften und so. Und bei der Biologieolympiade habe ich mich auch aufs Praktische vorbereitet. Man musste zum Beispiel Tiere und Pflanzen bestimmen und Experimente durchführen. Und dafür habe ich dann geübt.

Sie spielen auch noch in der Musikschule, Violine und Klavier. Da haben Sie auch schon Preise gewonnen.

Marx: Genau, letztes Jahr im Januar habe ich bei „Jugend musiziert“ mitgemacht. Das war auch aus Neugierde, weil ich nicht wusste, wie so etwas abläuft. Man liest halt davon und dann denkt man sich: Hm, kann man ja mal mitmachen. Das hat mir auch Spaß gemacht. Und ich spiele ja auch in zwei Orchestern mit. Hier in der Musikschule und im Jugendsymphonieorchester in Aachen.

Und wie ist es, wenn man erfährt, dass man wieder einen Preis gewonnen hat? Haben Sie sich schon daran gewöhnt oder fühlt es sich immer noch etwas aufregend an, wenn man geehrt wird?

Marx: Auf jeden Fall ist es noch aufregend! Ich hab mich so gefreut, als ich für die Arbeit über Ritzefeld den Preis gewonnen habe. Ich fand es auch berührend, weil ich so viel Arbeit reingesteckt hatte. Man hat das Gefühl, man kennt die Person fast schon, und man hat so viel gelesen, was er geschrieben hat. Ich finde, das ist dann auch eine gewisse Anerkennung an seiner Person. Und in der Biologieolympiade hätte ich auch gar nicht gedacht, dass ich wirklich in die dritte Runde komme. Es ist immer eine Überraschung.

Geschichte, Biologie und Musik sind ja schon ziemlich unterschiedliche Bereiche. Gibt es einen, den Sie am liebsten mögen?

Marx: Die Mischung macht‘s. Wenn man sich so ganz auf einen Bereich fixieren würde, fände ich das ein bisschen schade. Den Ausgleich zu haben, ist gut: Dann spielt man mal Geige, oder schreibt eine Arbeit, liest man mal…

Haben Sie denn bei einem so straffen Programm überhaupt noch Freizeit?

Marx: (Lacht.) Das macht mir alles so viel Spaß, dass es gar nicht freizeitraubend ist. Es ist einfach auch manchmal Freizeit, das Ausgesuchte zu machen. Ich finde nicht, dass ich derzeit überbucht bin .

Sie waren 2014 als freiwillige Helferin auf Neuseeland. Wie kam es dazu?

Marx: Meine Mutter hat eine alte Bekannte auf Neuseeland. Und die hat immer schon gesagt, wir sollten sie mal besuchen. Ihr Mann ist auf Neuseeland im Naturschutz tätig. Und er hat mir gesagt, ich könne da bei einem Naturprojekt mitmachen. Sie haben dort sehr viele Probleme mit Säugetieren, mit Elchen und Ratten, die die Eier von nicht flugfähigen Vögeln fressen. Und da haben wir auf einer kleinen Insel versucht, das ursprüngliche Ökosystem wieder aufzubereiten und haben dort zum Beispiel Bäume gepflanzt. Wir haben auch Fallen für Ratten aufgestellt. Dafür wurde ich von der Schule freigestellt für eine Woche. Da bin ich auch wirklich dankbar: Die Schule unterstützt mich immer bei sowas. Die Lehrer motivieren einen, und man bekommt so viele Möglichkeiten… Ich leite zum Beispiel auch die Schülerzeitung, da kann man sich auch entfalten und zeigen.

Sie haben auch schon mehrmals für unsere Zeitung geschrieben.

Marx: Ja, das war auch ein bisschen im Zusammenhang mit der Schülerzeitung. Man schreibt Artikel, dann ist man motiviert und schickt es mal an die Tageszeitung vor Ort, und da freut man sich, wenn es auch wirklich veröffentlicht wird.

Vor wenigen Wochen haben Sie Abitur gemacht. Wo geht die Reise jetzt hin?

Marx: Ich weiß schon, dass ich Medizin studieren möchte. Aber das wird zentral vergeben, deswegen weiß ich nicht genau, wo ich hingehen kann. Ich weiß allerdings bereits, wo ich mich bewerben möchte: in Göttingen, Münster, Tübingen und Marburg, mal sehen…

Aber nicht in Aachen?

Marx: Nee, ich hab mir gedacht, ich kenne Aachen schon. Und viele haben mir gesagt, solange man jung ist, soll man sich die Welt ansehen, und das möchte ich versuchen.

Gibt es etwas, dass Sie an der Schulzeit vermissen werden?

Marx: (Lacht.) Gute Frage. Ich mag die Schule, die Menschen und den Unterricht. Aber ich freue mich auch auf das, was kommt. Ich bin eigentlich froh, dass es vorbei ist. Auch wenn ich nicht negativ darauf zurückblicke.

Mit Rückblick auf die letzten Jahre und auf deine Schulzeit – hätten Sie etwas anders gemacht?

Marx: Nein .

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