KZ-Überlebender Max Hamburger erzählt bei der Holocaust-Ausstellung

Von: Toni Dörflinger
Letzte Aktualisierung:
Artibus-Diskussion Bu1
Schockierende Holocaust-Szene: Buchwald-Uberlebender Dr. Max Hamburger (links) und Künstler Rafael Ramírez Máro vor dem Bild, das Hamburger 1945 gemeinsam mit seinen Mitgefangenen im KZ-Buchenwald zeigt (Mitte). Foto: T. Dörflinger

Stolberg. „Hass empfinde ich nicht. Ich bin froh, dass Gott mir ein so ein langes Leben geschenkt hat und ich 65 Jahre nach der Befreiung als Zeitzeuge die Erinnerungen an den Holocaust weitergeben kann”, sagte der 90-jährige Arzt und Psychologe Dr. Max Hamburger, der am Sonntagnachmittag in der Galerie der Burg an einer Podiumsdiskussion teilnahm, die sich um die von Rafael Ramírez Máro erstellten Werke drehte, die den Titel „Bilder gegen das Vergessen” tragen.

Neben dem Niederländer Max Hamburger, der im April 1945 als 25-jähriger Häftling die Befreiung des KZ Buchenwald erlebte, nahmen an der Podiumsdiskussion der Aachener Rabbiner Mordechai Bohrer, der Künstler Máro, der Journalist Kaspar Vallot, der Euriade-Intendant Professor Werner Janssen sowie Professor Alexander Boeminghaus, Vorsitzender der europäischen Vereinigung bildender Künstler aus Eifel und Ardennen, teil.

Moderiert wurde die Diskussion, an der rund 120 Menschen aus der Euregio teilnahmen, von den Theologen Veronika Schönhofer-Nellessen und Dr. Andreas Wittrahm. Eröffnet wurde die eindrucksvolle Veranstaltung mit einem Musikvortrag des Ukrainer Illya Kiuila. Danach las Werner Janssen Auszüge aus den Gedichten von Paul Celan.

Bis aufs Skelett abgemagert

Verständlicherweise drehte sich alles um den 90-jährigen Holocaust-Überlebenden Max Hamburger, dessen Redebeiträge große Beachtung fanden und der immer wieder ein in der Burg-Galerie gezeigtes und von Máro gemaltes Bild erläutern musste, dass eine Szene aus dem KZ Buchenwald wiedergibt. Auf dem Bild - als Grundlage hat der Künstler eine zeitgenössische Fotografie genutzt, die bei der Befreiung des KZ entstandt - ist nämlich Max Hamburger abgebildet, der in der untersten Reihe einer dreistöckigen Schlafpritsche liegt und mit seinen rund 30 aufs Skelett abgemagerten Mitgefangenen dem Fotografen entgegenblickt.

Neben den Redebeiträgen von Hamburger, der betonte, dass die Erkenntnisse aus der Katastrophe von Auschwitz an die Jugend weitergegeben werden müssten, stand Rafael Ramírez Máro im Mittelpunkt des Interesses. Der Künstler erläuterte die Beweggründe, die ihn bewogen haben, die das Leiden von Auschwitz thematisieren. Der Bilderzyklus, der sich mit dem dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte auseinandersetzt, soll Mitgefühl erzeugen und sensibel machen für das Leiden der abgebildeten Menschen.

Im zweiten Teil der Diskussion kamen die Besucher zu Wort. Dabei wurde betont, dass es wichtig ist, dass die Jugend im Sinne von Mitgefühl, Liebe und Mitverantwortung erzogen wird. Außerdem müsse dafür gesorgt werden, dass die Erinnerung an das Grauen nicht vergessen wird. Neben dem Thema Holocaust stand auch das Kunstgeschehen selbst und die Verantwortung der Künstler, zur Auseinandersetzung mit dem Nazi-Terror beizutragen, im Mittelpunkt der Diskussion.

Ihren Abschluss fand die Veranstaltung mit einem Liedvortrag der polnischen Künstlerin Bassy Aschira Blessed, die auch das Konzert zur Finissage mitgestalten wird.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert