Kupferstädter Kultcombo in Stolberg: Johnny Cash trifft die Toten Hosen

Von: Dirk Müller
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„Die Welt zu Gast im Angie‘s“: Mit Boom Chicka Boom ist der Geist Johnny Cashs im Büsbacher Bistro lebendig. Die Zuhörer fordern lautstark viele Zugaben. Foto: D. Müller

Stolberg-Büsbach. Dass es sich bei „Boom Chicka Boom“ längst um eine Kupferstädter Kult-Kombo handelt, bewiesen die vier Musiker jetzt auch in Büsbach. Im Rahmen der Reihe „Die Welt zu Gast im Angie‘s“ gestaltete das Quartett den amerikanischen Abend musikalisch vor zahlreichen Fans. Mit vielen Klassikern des 2003 verstorbenen „Man in black“, Johnny Cash, hielt „Boom Chicka Boom“ das begeisterte Publikum bei bester Laune.

Schon mit dem ersten Song, dem „Folsom Prison Blues“, kehrte großartige Stimmung im kleinen Saal von „Angie‘s Bistro“ ein, und die Band ließ keinen Zweifel daran, wie sie ihre Huldigung der Coun­try-Legende schlechthin umsetzten wollte.

Stilsichere Spielfreude

„Der Jones“ Johannes Welter (Gesang und Gitarre), Gitarrist Sebastian Dreher, Ralf Stoffel am Bass und Schlagzeuger Alex Kophamel überzeugten vom ersten bis zum letzten Takt an mit stilsicherer Spielfreude und wurden vom Publikum zunehmend bejubelt. Weltbekannte Hits wie „Cocaine Blues“, „Ring of Fire“ oder das humorvolle „A Boy named Sue“ wurden von der Band wie den Gästen gleichermaßen zelebriert. „Darlin‘ Companion“ und „Jackson“ – im Original Duette Cashs mit June Carter – sang „der Jones“ gekonnt alleine, und den „Highwayman“ begleitete Dreher atmosphärisch nur an der Akustikgitarre.

Großer Spaßfaktor

Auch wenn manche Dame im Publikum dem Teenie-Alter schon ein, zwei Jährchen entwachsen war, kreischten die ekstatischen weiblichen Fans lautstark bei „I walk the Line“ und weiteren zeitlosen Stücken, die nicht zwingend durch Johnny Cash bekannt geworden sind.

So reicherte „Boom Chicka Boom“ sein stimmiges Repertoire auch mit „Sympathy for the Devil“ der „Rolling Stones“ an oder präsentierte Tanita Tikarams „Twist in my Sobriety“ – selbstverständlich in Versionen, wie der Großmeister Cash diese Songs gespielt hätte. Mit offensichtlich großem Spaßfaktor feierten die Gäste Country-Hymnen wie „Rawhide“ und „Ghostriders in the Sky“, genossen ebenso die leiseren Töne bei „I still miss someone“, „One“ von „U2“, das Cash in seinem 2000er Album „American Recordings III“ interpretierte, und „The Man comes around“ von dem vierten Teil der „American Recordings“, der Johnny Cashs 87. und letztes zu Lebzeiten erschienenes Album darstellte.

Während „Chiefcook“ Wolfgang Rommel mit Steaks und „St. Quentin Burgers“ für das leibliche Wohl der Gäste sorgte, servierte „Boom Chicka Boom“ unvergessene Johnny-Cash-Hits wie „Cry cry cry“, „Big River“, „I got Stripes“ und „25 Minutes to go“ und garnierte sein musikalisches Menü mit ansprechenden Interpretationen im Stile des Meisters. Reinhard Meys „Über den Wolken“ intonierte Welter mit dem Text von Dieter Kluge in Stolberger Mundart, und die Rufe nach weiteren Zugaben wollten noch nicht verstummen.

Die Musiker beugten sich gerne dem Publikumswunsch und überraschten zunächst mit „Opel Gang“, dem Titelstück des 1983 erschienenen Debütalbums der damals wegweisenden Punkband „Die Toten Hosen“.

Unterlegt mit dem typischen Rhythmus der Cash-Songs, der sich wohl am besten mit dem Bandnamen „Boom Chicka Boom“ beschreiben lässt, unternahm das Quartett gegen Ende des rundum gelungenen Abends noch ein besonderes Experiment und spielte den Klassiker „Lady in Black“ von „Uriah Heep“, bevor es sich nach erneuten Zugaben unter tosendem Applaus verabschiedete.

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