Kupferstädter feiern buntes Friedensfest gegen Rechts

Von: Dirk Müller und Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:
_DSC4451.jpg
Mit einem bunten und vielfältigen Programm feierten die Stolberger auf dem Kaiserplatz. Foto: Dirk Müller

Stolberg. Es ist ein friedlicher Morgen, es ist ein friedlicher Mittag und auch am Nachmittag zeigt sich Stolberg von seiner friedlichen Seite. „Keine besonderen Vorkommnisse“, vermeldet die Polizei. Es ist ein normaler Samstag. Es ist der erste normale Samstag seit 2008 in der Kupferstadt.

Und dennoch sind mehr Menschen in der Innenstadt unterwegs als an anderen Tages des Wochenendes. Sie zeigen, dass Stolberg eine vielfältige, freundliche, friedliche und bunte Stadt ist, eine Stadt, die liebens- und lebenswert ist und es bleiben will: Das „Friedensfest auf dem Kaiserplatz“, das das bürgerliche, partei- und gesellschaftsübergreifende „Bündnis gegen Radikalismus“ organisiert, wird zu einem wirklichen Fest.

Keine rechtsextremen Propagandisten, die jahrelang den tragischen, gewaltsamen Tod eines 19-Jährigen für ihre Zwecke instrumentalisiert hatten, marschieren auf. Nachdem ihr noch im Vorjahr geplanter Aufmarsch vom Polizeipräsidenten verboten wurde - ein Verbot, das durch das Bundesverfassungsgericht bestätigt wurde -, haben sie diesmal ganz auf ihren unwillkommenen Besuch in Stolberg verzichtet.

Gegendemonstranten der linken Extremen verzichteten ebenso auf einen Stolberg-Besuch. Und 1500 Polizisten mussten nicht anrücken. In der kompletten Stadt konnte man sich frei bewegen. Die Stolberger gingen in aller Ruhe ihren Einkäufen und Erledigungen nach. Und auf der Bühne des Kaiserplatzes unterhält ein abwechslungsreiches Programm die gut gelaunten Stolberger. Der Europäische Cultur Creis mit dem Duo Dynamico, Chor und Big Band des Ritzefeld-Gymnasiums, der Kulturverein City Starlights und die Musikschule Merz sorgen für gute Laune.

Schüler des Goethe-Gymnasiums stellten sich zum Wort Vielfalt zusammen. Kulinarische Genüsse aus südlichen Gefilden steuerten Kulturvereine bei. CDU, Grüne, Linke und SPD, Jugendparlament und Gesamtschule, Amnesty International und Gruppe Z waren mit Informationsständen präsent, und der Jugendbus bot sein Angebot.  Bürgermeister Ferdi Gatzweiler betont, „wir werden auch weiterhin dafür sorgen, dass Stolberg für alle Menschen lebens- und liebenswert und unsere Stadt bleibt“.

CDU-Fraktionsvorsitzender und Bürgermeisterkandidat Dr. Tim Grüttemeier appellierte, „dafür zu sorgen, dass nach der Kommunalwahl kein rechter Politiker mehr im Stadtrat sitzt“. Die stellvertretende Städteregionsrätin Christiane Karl mahnte, „weiterhin gegen Fremdenfeindlichkeit zu kämpfen“, und Hermann Mertens, der stellvertretende Verwaltungschef Monschau signalisierte die Solidarität der Eifel mit der Kupferstadt. Und als das Fest am frühen Nachmittag ausklingt, zeigen sich die Stolberger zuversichtlich, auch zukünftig wieder eine ganz normale Stadt sein zu können.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert