Kupferstädter engagieren sich rührend als Familienpaten

Von: Sarah-Lena Gombert
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Irmgard Graulich (von links), Johanna Delzemme, Dorothee Heidbüchel und Georg Weisbecker sind als ehrenamtliche Familienpaten in Stolberg unterwegs. Foto: S.-L. Gombert

Stolberg. Seit sechseinhalb Jahren kümmert sich Irmgard Graulich um die Kinder anderer Menschen in Stolberg. Sie hat ein offenes Ohr für die Probleme alleinerziehender Mütter und gibt jungen Eltern Ratschläge, wenn sie sie benötigen. Irmgard Graulich ist Familienpatin in der Kupferstadt.

Vor mehr als sechs Jahren haben das Krankenhaus und der soziale Dienst SKM das Projekt ins Leben gerufen, um jungen Familien eine Entlastung zu bieten. Die Stadt Stolberg unterstützt die Familienpaten, auch finanziell.

„Aktuell betreue ich eine Familie in der Stolberger Innenstadt, eine alleinerziehende Mutter mit mehreren Kindern“, erzählt Graulich. Wenn die Familienpatin kommt, kümmert sie sich um die zwei jüngsten Kinder. „In der Zeit geht die Mutter einkaufen und holt ihre ältere Tochter vom Kindergarten ab.“ Sie gehe in dieser Tätigkeit voll auf, sagt Graulich.

Schnelle Entlastung im Alltag

„Unsere rund 20 Paten helfen jungen Familien dabei, ihren Alltag zu bewältigen“, erklärt Martina Küpper, die den Sozialdienst des Bethlehem-Krankenhauses leitet. Ziel von Seiten des Bethlehems, das in Sachen Kinder einen Schwerpunkt setzen möchte, ist die Betreuung von jungen Familien, auch wenn sie die Geburtenstation verlassen haben.

„Wir haben sehr sensible Mitarbeiterinnen auf den Stationen. Diese gehen auf Familien zu und bieten das Patenprojekt an, wenn sie den Eindruck haben, dass jemand Hilfe benötigt“, sagt Küpper. Mit dem Patenprojekt soll möglichst schnell und unkompliziert eine Entlastung im Alltag erreicht werden. So war es auch bei der Familie, die Dorothee Heidbüchel betreut: „Ich habe, als ich in Rente gegangen bin, etwas Sinnvolles machen wollen“, sagt sie.

Über den SKM habe sie von den Familienpaten erfahren. Nun betreut sie seit vielen Jahren eine Familie aus dem Irak, die anfangs mit ihren Kindern ein wenig überfordert war: „Wir waren uns von Anfang an sympathisch, wenn wir auch zunächst sprachliche Schwierigkeiten hatten. Wir konnten uns aber mit Händen und Füßen verständigen“, sagt Heidbüchel, die viel über sich selbst und andere Kulturen gelernt hat.

„Wir begegnen uns als Mensch, die Unterschiede stellen wir hintenan.“ So habe sie viele Gemeinsamkeiten entdeckt. Auch Johanna Delzemme und Familienpate Georg Weisbecker sind mit Herzblut dabei: „Man gibt nicht nur, man bekommt auch viel zurück. Die Arbeit macht wirklich sehr großen Spaß“, sagen die beiden.

Die Stadt Stolberg unterstützt das Familienpaten-Projekt mit 19.000 Euro – zunächst für ein Jahr. „Mit dem Geld wollen wir uns am personellen Aufwand beteiligen und Sachmittel für die ehrenamtlichen Helfer bezahlen“, erklärt Robert Voigtsberger, Erster Beigeordneter der Stadt.

Weitere Paten werden gesucht

Auch in Zukunft gibt es viel zu tun für die Patinnen und Paten. Der Bedarf in der Kupferstadt ist hoch,. 17 Familien werden derzeit betreut. Und es gibt bereits eine Warteliste von acht Familien, die auf der Suche nach einem passenden Paten sind.

Damit ehrenamtliche Paten und die zu betreuenden Familien auch wirklich zueinander passen, gibt es erst einmal immer ein Schnuppertreffen. Erst, wenn es auf beiden Seiten funkt, kommt die Patenschaft zustande. Nach ein paar Wochen schauen die Koordinatorinnen von SKM und Krankenhaus dann vorbei, um zu sehen, ob alles in Ordnung ist.

„Wir möchten uns auch in der nächsten Zeit wieder intensiver mit den ehrenamtlichen Paten austauschen und konkret schauen, welche Weiterbildungen wir anbieten können“, sagt Nadine Lange, die das Projekt von Seiten des SKM betreut. Denn auch die Paten brauchen ab und an einen Partner mit einem offenen Ohr.

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