Stolberg - Kupferstadt soll mehr in den Klimaschutz investieren

Kupferstadt soll mehr in den Klimaschutz investieren

Von: -jül-
Letzte Aktualisierung:
7450667.jpg
Der Ausbau von E-Bike-Stationen im Stadtgebiet ist ein Vorschlag aus dem Klimaschutzgutachten für Stolberg.

Stolberg. Der CO2-Ausstoß in Stolberg ist seit 1990 um rund 35 Prozent gesunken, so dass das politische Ziel des Klimaschutzgesetzes NRW – 25 Prozent bis 2020 – schon erreicht ist. „Aber es bedarf weiterer Anstrengungen, um die Ziele bis 2030 zu erreichen“, erklärt Fachbereichsleiter Andreas Pickhardt und verweist auf den Zielwert des Bundes von 40 Prozent.

Mit einer ganzen Agenda von Maßnahmen beschäftigt sich am Donnerstag der Ausschuss für Stadtentwicklung, Verkehr und Umwelt auf Basis des „Integrierten Kommunalen Klimaschutzkonzeptes“ (IKSK), das die große Koalition für Stolberg initiiert und die Städteregion in Auftrag gegeben hatte. „Man kommt an dem Thema Klimaschutz nicht vorbei“, erklärt der Verwaltungschef und sieht die Kupferstadt am Anfang eines Prozesses, der „in ein, zwei Generationen eine Selbstverständlichkeit ist“, sagt Ferdi Gatzweiler.

Um diesen Prozess in Gang zu bringen und zu steuern soll als erstes die Stelle eines Klimaschutzmanagers eingerichtet und noch bis Ende diesen Jahres besetzt werden. Dessen Kosten – rund 50.000 Euro im Jahr – sollen zu 85 Prozent durch den Bund getragen werden. Der bezuschusst solch eine Aufgabe für drei bis maximal fünf Jahre; 7500 Euro pro Jahr verbleiben bei der Stadt, die ein Fachbüro mit der Erstellung des Förderantrages dazu beauftragen mag.

„Bislang werden die Aufgaben des Klimaschutzes als Querschnittsaufgabe in unterschiedlichen Ämtern wahrgenommen“, erläutert Pickhardt, dass bei einer Konkretisierung des Klimaschutzes und der Umsetzung einzelner Maßnahmen die Aufgabe gebündelt werden müsste. „Wir brauchen einen Kümmerer dafür“. Immerhin beziffert das Klimaschutzkonzept bei einer konsequenten Umsetzung der Vorschläge den städtischen Rahmen von Investitionen bis zum Jahr 2020 auf vorsichtig kalkulierte 780.000 Euro an Sachkosten – wobei für einzelne Maßnahmen separate Fördertöpfe angezapft werden könnten.

Dem Aufwand gegenüber stünden aber auch Potenziale bei der Einsparung von Kosten. In erster Linie bei Energiekosten. „Stabile Preise bei Energieerzeugung und -beschaffung sind ein guter Grund, das Thema Klimaschutz anzugehen“. So habe die Stadt bei ihrem Immobilienbestand Kostensteigerungen bereits auffangen können. Allerdings machen diese nur ein Bruchteil des Gebäudebestandes im Stadtgebiet aus. So dass ein wesentlicher Aspekt des Klimaschutzkonzeptes aus Öffentlichkeitsarbeit und Beratung besteht. Gleichwohl sollen die Anstrengungen zum Klimaschutz in eigener Regie ausgeweitet werden. Dazu zählt auch operativ der Ausbau von Photovoltaik und Windenergie. Mit den realistisch umsetzbaren zwölf Windrädern könnte bereits gut die Hälfte des geschätzten CO2-Minderungspotenzials erreicht werden. Perspektiven böten auch kooperative Projekte im Bereich Abfallwirtschaft.

Ein weiterer Aspekt kommunalen Handels liegt demnach im Bereich einer klimafreundlichen Mobilität. Gefördert werden soll hierbei der Fußgänger- und Radverkehr. Ein Ansatzpunkt wäre der Ausbau des Angebotes von E-Bikes, was auch der touristischen Vermarktung der Kupferstadt weiteren Anschub bringen würde, sowie eine Ausweitung des Netzes von Stromzapfstellen für den zwei- und vierrädrigen Verkehr in Stolberg – beispielsweise in Kooperation mit der Energie- und Wasserversorgung GmbH. Die EWV ist auf Basis eines Kooperationsvertrages auch bereit, die Honorarkosten des Förderantrages für einen Klimaschutzmanager zu tragen.

In kommunale Regie fällt auch der Ansatz, im Rahmen der Bauleitplanung ein klimafreundliches Flächenmanagement zu forcieren – z.B. durch die Ausrichtung der Neubauten zur Sonne.

Leserkommentare

Leserkommentare (1)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert