Kupferroute: Per Rad entlang der Bahngleise

Von: Jürgen Lange
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Die Schienen weisen den Weg. A
Die Schienen weisen den Weg. Am Wingertsberg führt die Stolberger Vennbahnroute parallel zu der namengebenden Strecke durch eine landschaftlich reizvolle Umgebung. Durchschnittlich maximal zwei Prozent beträgt die Steigung entlang des Foto: J. Lange

Stolberg. Was den Wandersleuten recht ist, kann den Radfahrern nur billig sein. Stolberg hat einen eigenen Anschluss an die herausragenden Verkehrsverbindungen dieser Zeit.

Dank der „Kupferroute” als offiziellem Zubringer gehts per pedes von der Burg durch das Tal der Vicht zu einem von Deutschlands wichtigsten Premiumwanderwegen, dem „Eifelsteig”. Und für die Radfahrer führt die Strecke aus der Altstadt über die „Stolberger Vennbahnroute” zur „Ravel-Route”. Damit ist ein weiterer Meilenstein für den Stolberger Tourismus bewältigt.

Denn der Anschluss der historischen Altstadt an das Netz der Ravel-Route bedeutet nicht weniger oder weniger, als dass vor die Radfahrer auf einem über 130 Kilometer langen Steckennetz bis nach Luxemburg fahren können - ganz ohne großartige Anstrengungen bewältigen zu müssen. Die maximale Steigung beträgt durchschnittlich nur zwei Prozent, weil die Strecke auf oder neben der Trasse der traditionsreichen Vennbahn verläuft. Mit Unterstützung der EU und unter der Federführung der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens läuft derzeit der Ausbau der Vennbahnlinie durch Eifel, Venn und Ardennen in ein Rad-Wander-Netz, das europäische Ausmaße hat und eine maßgebliche Investition in den Tourismus der Region darstellt.

Die Idee sorgte bereits vor drei Jahren für Aufsehen, als Städteregionsrat Helmut Etschenberg das Projekt auf der Internationalen Tourismusbörse (ITB) in Berlin vorstellte. In diesen Wochen noch die letzten Arbeiten an der Trassenführung in der Nordeifel an; bis zum Sommer 2012 soll die Ravel-Route durchgehend bis zum luxemburgischen Troisvierges fertiggestellt sein. Auf Stolberger Stadtgebiet ist die „Vennbahnroute” bereits fertig ausgeschildert - dank der Mittel aus dem Konjunkturpaket des Budnes und dank des Engagements von Städteregionsdezernent Uwe Zink, der die Stolberger Route förderte, obwohl sie aufgrund der Topographie der Kupferstadt nicht überall so steigungsarm sein kann wie das große Vorbild.

Ihren Anfang nimmt die Stolberger Vennbahnroute in der Altstadt und bedient sich weitgehend der Streckenführung des gut ausgeschilderten, regionalen Radwegenetzes entlang der Zweifaller Straße. Wer dem Vennbahnrouten-Logo folgt, biegt hinter der Bleihütte/Linde rechts ab über die kleine Vichtbachbrücke, unterquert das Rüst-Viadukt der Vennbahnlinie und durchquert die Rüst auf einem öffentlichen Weg durch ein privates Werksgelände in Richtung Breinigerberg, wo die Route nach rechts durch eine Unterführung weiter in Richtung Wingertsberg führt - parallel zur Vennbahntrasse. Weitere Stationen auf der Route sind der Breiniger Bahnhof, Kastanienweg und ab Stockemer gehts über Wirtschaftswege neben der Bahntrasse in Richtung Kornelimünster.

Dort, in Blickweite des großen Viaduktes an der Schlauser Mühle beginnt der etwas problematischer Teil der „Vennbahnroute”. Von der Aachener Stadtgrenze an haben die Radwanderer erst einmal mit Steigungen und dem Verkehr zu kämpfen, weil das sanierungsbedürftige Viadukt nicht passiert werden darf und entlang der Venwegener Straße (L 12) ein Radweg fehlt bis zum Anschluss an den bestehenden Vennbahn-Radweg.

„Alternative Wegeführungen haben wir für den Bereich intensiv untersucht, sie sind aber letztlich gescheitert”, bedauert Fachbereichsleiter Andreas Pickhardt.

Hoffnung macht sich Willi Claßen von einem Vorstoß der Bezirksvertretung Kornelimünster-Walheim. „Sie verhandelt mit dem Landesbetrieb, den vorhandenen Randstreifen, wo einst die Straßenbahn verkehrte, für Fußgänger und Radfahrer besser nutzbar zu machen”, erklärte der sachkundige Bürger der SPD aus Breinig. Auch der Bürgerverein aus Venwegen hatte bereits vor Jahren einen entsprechenden Vorstoß bei dem damaligen Oberbürgermeister Linden und Landrat Meulenbergh gewagt; diese hatten seinerzeit Voruntersuchungen eingeleitet.
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