Stolberg-Münsterbusch - Kunstrasenprojekt: In kleinen Schritten zum großen Traum

Kunstrasenprojekt: In kleinen Schritten zum großen Traum

Von: Robert Flader
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Ein Stadion und zwei Vereine f
Ein Stadion und zwei Vereine für eine gemeinsame Zukunft? Am Stadion Glashütter Weiher soll nach dem Willen des FC Stolberg und SC Münsterbusch ein Kunstrasenplatz entstehen. Dafür müssen aber auch Schulen und Leichtathleten ins Boot geholt werden. Foto: J. Lange

Stolberg-Münsterbusch. Das Ringen um einen Kunstrasenplatz im Stadion am Glashütter Weiher könnte man ganz gut mit einem Rennstart vergleichen. Einen Start, der immer wieder, kurz bevor es losgehen könnte, auf unbestimmte Zeit verschoben wird.

So ähnlich jedenfalls dürfte die aktuelle Situation in Münsterbusch Peter Königs vorkommen, der zum Kunstrasenprojekt sagt: „Uns wurde schon viel versprochen”, so der Vorsitzende des SC Münsterbuch. „Und was ist bisher passiert? Nichts!”

In der Tat drücken der B-Ligist und sein potenzieller Fusionspartner FC Stolberg aufs Tempo was das ehrgeizige Projekt am Glashütter Weiher angeht. In Münsterbusch sehen sie gute Gründe, die für ein neues, modernes Sportzentrum sprechen.

Königs: „Das würde den Fußball in der Innenstadt enorm aufwerten.” Und genau das sei besonders für den 1923 gegründeten SCM wichtig, denn: „Wir haben zwar vier, fünf Nachwuchsmannschaften, aber ohne Kunstrasenplatz können wir die Jugendabteilung in absehbarer Zeit dicht machen. Uns laufen die jungen Leute ja jetzt schon davon.”

Zu groß sei in der heutigen Zeit die Konkurrenz in Gestalt des VfL Vichttals, des SV Breinigs oder der südlichen Aachener Vereine wie Germania Freund oder Hertha Walheim. „Kunstrasenplätze sind nun mal der letzte Hit”, sagt Königs, der den SCM seit rund drei Jahren leitet und in dieser Zeit einen spürbaren Rückgang in der Jugendabteilung verkraften musste.

Um dem Mitgliederschwund Einhalt zu gebieten, soll, so die Vorstellung der fusionswilligen Fußballklubs, Kunstrasen auf dem aktuellen Aschenplatz verlegt werden, nachdem im vergangenen Jahr bereits der Rasenplatz vor der Haupttribüne saniert wurde. Königs: „Es wäre optimal, wenn wir zur Saison 2014/15 den neuen Platz hätten.”

Was die Planung zusätzlich zur Herausforderung macht, ist die Tatsache, dass der Rasenplatz inklusive Laufbahn auch von den benachbarten Schulen und Leichtathleten genutzt wird, sie also als potenzielle Partner für das neue Konzept begeistert werden müssen - von der Stolberger Haushaltslage einmal ganz abgesehen.

Grundsätzliche Zustimmung gibt es immerhin von Seiten der Stolberger Turngemeinde. „Ein neues Sportzentrum wäre dann zu begrüßen, wenn wir dort auch einen entsprechenden Platz erhalten würden”, sagt Pressewart Karl-Heinz Stolz. Als zentrales Element aus Leichtathleten-Sicht soll vor allem die 400 Meter lange Rundbahn, die den Rasenplatz umschließt, erhalten bleiben.

„Das ist auch in unserem Interesse”, sagt SCM-Vorsitzender Peter Königs und ergänzt: „Langfristig kann man vielleicht auch darüber reden, die Laufbahn in eine richtige Tartanstrecke mit umzuwandeln. Die Leichtathleten sollen auch weiterhin eine Rolle im Stadion Glashütter Weiher spielen.”

Bei der STG ist man vorsichtiger. „Uns ist schon klar, dass wir stören, wenn demnächst, nach einer Fusion, noch mehr Jugendmannschaften auf beiden Plätzen trainieren wollen. Und der Fußball hat nun mal die bessere Lobby”, sagt Stolz und schickt eine Botschaft hinterher: „Es wäre aber schade, wenn ein Sportzentrum entsteht, in dem die Leichtathleten keinen Platz mehr haben.”

Derzeit fehlt den Mehrkämpfern der Turngemeinde am Weiher ein Trainingsplatz für Diskus- und Speerwurf, dafür weichen sie auf Wiesen oder andere Trainingsplätze in Nachbarkommunen aus.

Dass es zur „Flucht” der Leichtathleten kommt, wollen nach eigenem Bekunden weder der SC Münsterbusch noch der FC Stolberg, der auch aufgrund des maroden Zustandes seiner Spielstätte Rotsch die Weichen zeitnah stellen will. Für beide Vereine, die im Falle eines positiven Ratsbeschlusses noch im Frühjahr 2013 fusionieren wollen, steht eine baldige Entscheidung an erster Stelle, um in kleinen Schritten zum großen Traum zu gelangen: „Für uns spricht der Standortfaktor, die Nähe zu den Schulen”, sagt Peter Königs. „Außerdem gibt es in Münsterbusch keine Spielplätze, das Sportzentrum wäre eine Investition auch mit überregionaler Signalwirkung. Vielleicht kann dort irgendwann mal eine Stadtauswahl zum Beispiel gegen Borussia Mönchengladbach spielen.”

Eile sei in jedem Fall geboten, sagt der Münsterbuscher Vorsitzende. „Wir als Vereine haben Voraussetzungen geschaffen, dass es mit dem Bau eines neues Platzes endlich losgehen kann. Die Nutzungsverträge laufen in drei Jahren aus, wir brauchen jetzt eine Perspektive, eine klare Ansage.”
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