Stolberg - Kunstrasen ist für die Büsbacher Adler ein Muss

Kunstrasen ist für die Büsbacher Adler ein Muss

Von: Michael Grobusch
Letzte Aktualisierung:
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Die Idee des FC: das Sportheim abreißen und ein neues im Bereich von Aachener Straße und Kranensterz bauen. Foto: H. Eisenmenger

Stolberg. Als Günter Samens beim Forum unserer Zeitung zum Thema Sportplätze ankündigte, dass der FC Adler Büsbach den Bau eines Kunstrasenplatzes auf der alten Asche am Kranensterz anstrebe, schüttelten viele der über 100 Gäste ungläubig den Kopf. Selbstüberschätzung? Realitätsferne? Größenwahn?

Nichts von alledem, betont der Vorsitzende, der vielmehr auf seriöse Überlegungen seines Vereins verweist, der zwar sportlich nur in der Kreisliga B beheimatet ist, strukturell, so Samens, aber manch höher angesiedeltem Club aus dem Stadtgebiet voraus sei. „Wir geben nicht so viel Geld für Spieler und Erfolg aus. Dafür sind wir in der Lage, ein finanzielles Polster anzulegen.“

Eben dieses könnte der FC einbringen, wenn der Bau eines Kunstrasenplatzes an seiner Heimatstätte anstehen würde. Und dazu jede Menge Eigenleistung. „Wenn 2015 die aktuellen Nutzungsverträge mit der Stadt Stolberg auslaufen, wollen wir in der Lage sein, ein solches Projekt umzusetzen.“ Natürlich mit städtischer Hilfe und finanzieller Unterstützung. „Aber in einem Rahmen, der für die Stadt vertretbar ist.“ Konkrete Zahlen nennt Günter Samens vorerst nicht. „Dafür ist es einfach noch zu früh.“

Dass die Ausgangslage bei den Büsbachern heute komfortabler als zu früheren Zeiten ist, sieht der Vorsitzende als Erfolg des amtierenden Vorstandes. „Als wir vor dreieinhalb Jahren den Verein übernommen haben, gab es noch 1500 Euro Schulden. Seitdem haben wir einige Rücklagen bilden können.“ Und die sollen weiter aufgestockt werden.

Sportheim von 1956 abreißen

Wie aber könnte der Umbau am Kranensterz aussehen? „Unsere Idee ist, dass wir das 1956 erbaute Sportheim oberhalb des Platzes abreißen und ein neues im Bereich von Aachener Straße und Kranen-sterz bauen“, so Samens.

Die Asche würde durch einen Kunstrasen ersetzt und das Gelände durch einen Zaun begrenzt und vor ungebetenen Gästen geschützt. Die übrigen zur Platzanlage gehörenden Flächen, auf denen sich derzeit unter anderem die zum Teil nicht mehr bespielbaren Tennisplätze befinden, würden dann für eine andere Nutzung zur Verfügung stehen – möglicherweise eine Wohnbebauung.

„Bei Probebohrungen ist man nach Aussage der Stadt auf Stollen gestoßen. Inwieweit diese einer Vermarktung als Baugebiet im Wege stehen, müsste noch genauer untersucht werden“, weiß der Vorsitzende. Klarer ist das Bild, das sich mit Blick auf den Aschenplatz ergibt. Eine Bebauung gilt als äußerst schwierig, weil sich dort, wo heute der Ball rollt, früher eine Sandgrube befunden hat.

„Wir wollen den FC Adler Büsbach so haben, wie er ist. Aber mit einer vernünftigen Anlage“, erklärt Günter Samens. Denn: „Wir haben uns etwas aufgebaut, auf das wir stolz sind, und das erhalten bleiben soll.“ Zehn Jugendmannschaften, zwei Seniorenteams und ein Damenteam führt er als Beleg an. 350 Mitglieder, davon fast 180 Kinder und Jugendliche. Und ein intaktes Vereinsleben. „Bei uns gibt es keine Söldner, sondern nur Mitglieder, die zu ihrem FC stehen.“

Das will Samens von der Politik nicht behaupten. „Anderswo unterstützen die Politiker die Vereine, helfen ihnen bei der Planung und der Suche nach Sponsoren. In Stolberg erleben wir das absolute Gegenteil.“ Auch von der Verwaltung erwartet er mehr Rückendeckung. Zwar sei es gut, wenn Bürgermeister Ferdi Gatzweiler sage, dass nicht über die Köpfe der Vereine hinweg entschieden werde. „Es fehlt aber ein Konzept von der Stadt für die Stadt.“

Günter Samens fordert deshalb ein Gespräch in großer Runde. „Alle Vereine müssen mit der Verwaltung an einem Tisch zusammenkommen und überlegen, wie sie sich weiterentwickeln können.“ Stillstand bedeute Rückschritt, und das könnte die Existenz vieler Clubs gefährden. Bei dieser Befürchtung nimmt er den FC Adler Büsbach nicht aus. „Wir müssen davon ausgehen, dass uns die Kinder und Jugendlichen davonlaufen werden, wenn unser Platz im derzeitigen Zustand bleibt.“ Günter Samens will das verhindern. Ganz seriös und ohne Selbstüberschätzung.

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