Kunsträuber entkommen mit Dutzenden Bildern

Von: ots/-jül-
Letzte Aktualisierung:
10287257.jpg
Am Montagabend überfallen und ausgeraubt wurde Angelika Kühnen (2.v.l. / hier bei einer ihrer ersten Ausstellungen in Büsbach im Januar 2013) in ihrem Europäischen Kunsthof an der Hostetstraße. Die Polizei bittet um Hinweise. Foto: angi
kunsthof büsbach
Am Montagabend überfallen und ausgeraubt wurde Angelika Kühnen (2.v.l. / hier bei einer ihrer ersten Ausstellungen in Büsbach im Januar 2013) in ihrem Europäischen Kunsthof an der Hostetstraße. Die Polizei bittet um Hinweise. Foto: Dirk Müller

Stolberg-Büsbach. Als es am Montag gegen 22.30 Uhr an der Türe das prächtig sanierten historischen Bauernhauses klingelt hat Angelika Kühnen eigentlich angenehmere Besucher erwartet. Aber vor der Galeristin und Kuratorin standen maskierte Männer – „zwei bis drei“, wie die Polizei am Dienstag meldet.

Sie drängen die 64-Jährige in ihren Europäischen Kunsthof und bedrohen ihr Opfer mit einer Schusswaffe. Die Galeristin muss sich kusch halten. Dann durchsuchen die dunkel gekleideten Männer ausgiebig das komplette Gebäude.

Täter kommen gegen 22.30 Uhr

„Sie entwendeten dutzende Bilder aus der Galerie“, sagt Polizeisprecher Werner Schneider. Ein entsprechendes Fluchtfahrzeug muss bereit gestanden haben. Anschließend flüchteten die Täter in bislang unbekannte Richtung. Als es lange ruhig geworden ist, kann sich die 64-Jährige aus ihrer misslichen Lage befreien. Mit einem Nachbarn alarmiert sie völlig geschockt die Polizei. Dort geht der Notruf um 23.48 Uhr ein.

Angelika Kühnen hat der Raubüberfall so mitgenommen, dass sie mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus eingeliefert werden muss. Zwischenzeitlich ist sie von dort wieder entlassen worden, war aber am Dienstag für weitere Rückfragen nicht erreichbar. Auch die Polizei muss mit dem Opfer noch eingehend klären, welche Kunstwerke im Detail verschwunden sind. „Die Galeristin war noch nicht ansprechbar“, erklärte die Polizei, die somit auch noch keine näheren Angaben zu den Tätern und dem Umfang der Beute machen kann.

Namhafte Künstler vertreten

230 der 300 Quadratmeter Wohnfläche des historischen Bruchsteinhauses an der Hostet­straße nutzt Angelika Kühnen als Ausstellungsfläche, aber eben nicht nur. Flur, Küche und Wohnzimmer dienen dem Wohnen und der Kunst gleichermaßen. Ein umfangreiche Palette unterschiedlicher Bilder und Skulpturen von namhaften Künstlern wurden bislang im Europäischen Kunsthof gezeigt, der seit rund drei Jahren in Büsbach ansässig ist.

In insgesamt sieben Räumen auf mehreren Ebenen und zwei Etagen kann Kunst dort intensiv erlebt werden, denn zwischen den Holzbalken, kleinen Stiegen und schmalen Treppen des alten Hauses findet sich neben der Malerei von Professor Wille eine Fülle von Exponaten anderer Künstler. Joseph Beuys, Karl Otto Götz, Karina Hubrich, Jems Robert Koko Bi, Aki Yakamoto, Daniela Flörsheim und weitere sind ebenso vertreten wie Angelika Kühnen mit eigenen Werken und eine große permanente Ausstellung mit zahlreichen Bildern von Hartmut „Hacky“ Ritzerfeld. Welche Bilder und Skulpturen nun eben nicht mehr gezeigt werden können, ist noch ungeklärt.

Polizei bittet um Hinweise

Bis 2012 war Angelika Kühnen mit ihrem Kunsthof in Vicht ansässig. Dort wurde sie vor zehn Jahren ebenfalls Opfer eines Überfalls. In der Nacht zum Rosenmontag 2005 stiegen Diebe ein, und während die Künstlerin schlief wurden etwa 60 Werke von Ritzerfeld und 30 eigene Arbeiten der Galeristin selbst entwendet, die seinerzeit eine Picasso-Ausstellung vorbereitete. Aber die Werke des großen Meisters waren noch nicht in Vicht angekommen...

Eine durch die Polizei nach dem Raubüberfall am Montag eingeleitete Fahndung verlief bislang negativ. Die Aachener Kripo hat die Ermittlungen aufgenommen. Sie ist auch angewiesen auf die Mithilfe der Bevölkerung. Hinweise und Beobachtungen, die mit diesem Sachverhalt in Zusammenhang stehen könnten, nimmt das Kommissariat unter Telefon 0241/957731301 und -34210 (außerhalb der Bürozeiten) entgegen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert