Kunstprojekt: Momentaufnahmen des Vergänglichen

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Die Stelen in der Pfarrkirche St. Barbara, die den Kreuzweg bilden sollen, wurden von der Künstlerin Jutta Meessen und Initiator André Hennecken geschaffen. Foto: D. Müller

Stolberg-Breinig. In der sogenannten „Passionszeit“ gedenkt die katholische Kirche in besonderer Weise des Leidensweges Jesu Christi. Darauf weisen traditionell die Kreuzwegstationen hin, die in fast allen katholischen Kirchen zu finden sind.

In der Breiniger Pfarrkirche St. Barbara wird am kommenden Sonntag, 13. März, im Sonntagsgottesdienst um 9.30 Uhr der Gemeinde und allen Interessierten ein besonderes Kunstprojekt vorgestellt. Die Künstlerin Jutta Meessen hat, in Entsprechung zu den dreizehn Stationen des Kreuzweges, dreizehn Kreuzwegstelen aus angeflammten, geschwärztem Holz und Jurakalkstein gefertigt.

Die Stelen aus bodenständigem Material stellen Momentaufnahmen des Irdischen und Vergänglichen dar, reduziert auf den einen, entscheidenden Moment. Das verbrannte Holz ist ein sinnfälliges Zeichen für die Vergänglichkeit, ganz im Gegenteil zum langlebigen Jurastein.

„Als Bildhauer inspiriert uns immer wieder die Geschichte“, erläutert Jutta Meessen, „weil kultische, religiöse und historische Ereignisse und Handlungen immer wieder in Stein gemeißelt wurden.“ Der Kreuzweg Jesu lässt sich ihrer Meinung nach durchaus auf unser heutiges Leben beziehen. Auch heute werden Menschen wegen ihrer Religion verurteilt, gequält und getötet. Auch heute wird Unrecht an Menschen begangen. Gerade heute müssen Rechtsempfinden und Zivilcourage wieder zunehmen, um das friedliche Zusammenleben der Menschen zu sichern. Im Kreuzweg Jesu wird auch davon berichtet, dass (trotz empfindlicher Strafen, mit denen sie zu rechnen hatten) einige bereit waren, Jesus zu helfen, ihm Liebe entgegen zu bringen und um ihn zu trauern.

Der Breiniger Steinmetz André Hennecken, in dessen Werkstatt die Stelen entstanden, ergriff die Initiative zum Kunstprojekt in der Breiniger Kirche: „Wir finden es wichtig, dass sich die Bildhauerei und die Kunst gerade heute wieder mit der aus der Mode gekommenen Geschichte beschäftigt. Im letzten Jahr wurde eine von unserer Werkstatt gefertigte Kreuzwegstele auf dem Dürener Friedhof installiert. Dabei haben wir festgestellt, dass es viele Menschen gibt, die interessiert, neugierig und nachdenklich an der Stele verweilen. Besonders für Kinder sind plastische Bilder der Kreuzwegstelen wie ein lebendiges Bilderbuch.“ Im Sonntagsgottesdienst, am 13. März, wird André Hennecken gemeinsam mit Pfarrer Ulrich Lühring die Stelen und ihre theologisch-künstlerische Aussage allen Interessierten vorstellen.

Bis Karfreitag

Die Kreuzwegstelen werden bis einschließlich Karfreitag in der Kirche verbleiben, die tagsüber in der Regel immer geöffnet ist. Pfarrer Lühring freut sich an diesem Sonntag aber zugleich über ein künstlerisches Geschenk an die Pfarrgemeinde: „Seit einigen Jahren haben wir einen „Gast“ in der Kirche, nämlich einen steinernen „Mönch im Gebet“, der uns von André Hennecken als Leihgabe zur Verfügung gestellt wurde und vor dem Tabernakel als „steinerne Einladung“ zum Gebet einlädt. Der Mönch wird am kommenden Sonntag der Gemeinde gestiftet und damit vom Gast zum Gemeindemitglied.“ Ebenfalls am kommenden Sonntag wird nach dem Gottesdienst ein weiterer Blausteinkübel auf dem Kirchenvorplatz, der von den „Theaterfreunden St. Barbara“ gestiftet wurde, an die Gemeinde übergeben.

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