Kunst und die Stadt entdeckt auf dem Weg

Von: Johannes Mohren
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Musik erleben: Mit viel Spaß und großem Wissensdurst lauschten die kleinen und großen Besucher Jochen Fassbender und seinen Instrumenten in der Finkenbergkirche. Foto: J. Mohren

Stolberg. Ein Tag ganz im Zeichen der Kunst: 14 Stationen und fast 40 Künstler, zwischen dem Atelier Lynen an der Ritzefeldstraße und dem Atelierhaus am Hammerberg, dem Steinweg und dem Alten Markt pulsierte am Sonntag das künstlerische Herz Stolbergs.

Bunte Hintergärten, denkmalgeschützte Altstadthäuser und gemütliche Kupferhöfe öffneten ihre Pforten und luden die vielen großen und kleinen Gäste zum Verweilen ein und boten Kunstgenuss vom Feinsten.

Die Besucher zeigten sich beeindruckt. „Das ist einfach toll”, schwärmten Gabriele Plass und Lilly Stiehr. Die beiden Freundinnen waren eigens aus Düren angereist und bereuten auf dem Spaziergang keinen einzigen Kilometer der Anfahrt. „Was man hier geschaffen hat, ist erste Sahne”, staunten sie. Ausgerüstet mit der obligatorischen Stationenkarte hatten sie sich wie viele iher Mitstreiter bereits am Morgen auf die Kunstroute begeben.

Ausgangspunkt war hierbei für die meisten das Atelier Lynen, offiziell erste Station der Wegstrecke. „Dass wir hier trotz unserer Außenstelle und des wechselhaften Wetters soviel Besuch bekommen, hätte ich nie gedacht”, zeigte sich die Hausherrin Karin Lynen hoch erfreut.

Mit Gebäck und Kaffee empfing sie die Gäste in ihrem Atelier und kam schnell mit ihren interessierten Gästen ins Gespräch. Geschäftig wuselte sie zu den Neuankömmlingen, schließlich hatte sie in ihrem schmucken wie gemütlichen Häuschen doch einiges zu bieten. Verschiedene Gastaussteller waren eingeladen, besonders großer Beliebtheit bei Jung und Alt erfreute sich die Bildhauerei im Garten. Bohrer und Meißel wurden von den kunstbegeisterten „Rundgängern” schnell in Beschlag genommen, Anfassen und Mitmachen war nicht nur hier, sondern an vielen Stationen gefragt und stieß bei den Besuchern auf große Begeisterung.

„Das ist schon super, auch einmal Hand anlegen zu dürfen”, freute sich Doris Braun, die sich mit zwei Begleiterinnen auf den Weg gemacht hatte. Zum ersten Mal begab sie sich in diesem Jahr auf die Kunstroute, ein Besuch, dem noch viele weitere folgen sollen: „Allein Einblicke in die Altstadthäuser zu bekommen, ist eine Besonderheit und ein echtes Highlight. Dieser Kunstweg ist nicht nur für die Besucher, sondern für ganz Stolberg eine echte Bereicherung”, strahlte sie.

Bereicherung für Stolberg

Mit dieser Sichtweise war sie keinesfalls allein. Viele Gäste, gerade aus benachbarten Städten , teilten ihr Urteil. „Obwohl es ja letztendlich nur ein Katzensprung ist, waren wir in letzter Zeit nur ganz selten in Stolberg. Das wird sich nun bestimmt ändern”, versicherten auch Plass und Stiehr aus Düren. Die Altstadtidylle hatte es ihnen angetan, ein wahres Künstlerparadies, wie Gabriele Plass, die selbst als Künstlerin aktiv ist, unterstrich.

Doch nicht nur die ortsfremden Gäste waren begeistert, auch die Stolberger zeigten sich positiv überrascht von „ihrer” Kupferstadt. „Dass so viel Kreativität, so viel Einfallsreichtum und so viel Schönheit in unserer Stadt steckt, hätte ich nicht gedacht”, freute sich eine Stolbergerin in der Steinweg-Galerie.

Sie hatte den gesamten Weg hinter sich gebracht, wie vielen war ihr keine Station verborgen geblieben. Was für die Besucher morgens bei Kaffee und Kuchen im Atelier Lynen begonnen hatte, endete oft im späten Nachmittag bei Gebäck im Steinweg. Dazwischen lag ein Kunsterleben der Extraklasse, das jede Menge Gesprächsstoff an den Tischen bot.

Die Gäste hatten Künstler und Kunst aus den Bereichen Malerei, Fotografie, Video, Schmuck-, Textil- und Glasdesign, Keramik, Graffiti, Installation und Bildhauerei auf ihrem Weg durch Stolberg kennengelernt, hatten ausgerüstet mit Schirm und Regenjacke den stärker werdenden Schauern getrotzt und viel Neues im Gepäck. Bleibende Erinnerungen hatten die Gäste gesammelt, auch im Atelierhaus am Hammerberg bei Birgit Engelen.

Hier bezauberte vor allem der Skulpturengarten, in dem für jeden etwas Interessantes zu finden war. Der elfjährige Sebastian vergnügte sich begeistert an den klangvollen Instrumenten von Walli Fassbender und hatte große Freude: „Das ist super und macht so richtig Spaß”, erzählte der kleine Musikus.

Auch kulinarische Kunst

Nebenan im stets gefüllten Zelt unterhielten Agnes Bläsen und Erika Lieber mit ihrem poetisch-musikalischen Programm die Gäste. Ein paar Schritte weiter, in der Finkenbergkirche oder im Burghof-Theater erfreuten sich gerade die kleinen Gäste an Musik und Theater. Die Ateliers im Kupferhof wussten mit einer großen kulturellen Vielfalt und guter Verköstigung aufzuwarten. Hier kam jeder auf seinen Geschmack, interessante Baumobjekte gaben der Malerei die Klinke in die Hand.

Die Erschöpfung war den Besuchern am Ende des interessanten, aber auch anstrengenden und nassen Weges gewiss anzumerken, wich bei den meisten schnell der Freude über Erlebtes und der Vorfreude auf den nächsten Besuch in Stolberg, ob bei der nächsten Ausgabe von „Kunst auf dem Weg” oder vielleicht schon viel eher.
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