Kunst hinter Kupferhof-Mauern

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Kreativität entdecken im Kupferhof am Alter Markt: Maria Krings, Natalie Pütz-Stercken, Marc Jägers, Marion Kamphausen, AninA Marita Cujei (v.l.)

Stolberg. Es sind die Mauern des alten Hofes, die diesen Ort so anziehend machen. Während der Jahrhunderte spielte sich im ehemaligen Kupferhof „Rose” einiges ab, aber die Mauern überdauerten ihre Zeit und umgeben immer noch die Talente der Menschen.

Gerade in diesen Monaten des Jahres sind wieder mehrere Künstler mit ihren Gedanken bei dem bevorstehenden Event „Kunst auf dem Weg”, das am Sonntag, 29. August, stattfindet. Im Kunsthandwerkerhof „Alter Markt” stellen insgesamt sechs von ihnen aus. AninA Marita Cujai, Marion Kamphausen und Maria Wirtz arbeiten in ihren Ateliers in dem historischen Kupferhof und werden so unmittelbar zu einem Teil seiner Geschichte.

Frischer Neubeginn

Wenn man durch den runden Torbogen mit seinem historischen Charakter geht, erkennt man nicht direkt alles auf einen Blick. „Hier dürfen die Besucher sich ruhig trauen, auch mal hinter die dicken Mauern zu schauen, um sich am Ende fragen zu können, habe ich wirklich alles gesehen?”, sagt Marion Kamphausen.

Das Besondere ist nicht nur die Kunst, sondern vor allem die Atmosphäre. „Der Hof ist nun mal einzigartig und mit seinem Flair unverwechselbar”, so die Künstlerin weiter. Die Gastaussteller Maria Krings, Uwe Frings und Birgitt Aldermann haben zusätzlich die Chance, ihre Werke zu präsentieren, um die Ausstellung vielseitig zu gestalten und abzurunden:

Erst war es für AninA Marita Cujai unklar, ob sie aufgrund ihrer Krankheit in diesem Jahr überhaupt ausstellen kann. Und dennoch sind ihre Ausstellungsstücke zu sehen. Ihre Bilder „Jungels - Die Dschungel meiner Seele” sind bisher noch nicht gezeigte Malereien, die durch einen ununterbrochenen Arbeitsgang im Rhythmus zur Musik entstehen.

Bei dieser speziellen Spachteltechnik geht es in erster Linie um das Abtragen von Farbe. Hinterlassen werden dreidimensionale Werke, die trotz ihrer Wildheit bezwungen wirken und dem Kunstinteressierten viel Spielraum zur Interpretation geben.

Die Ölbilder von Marion Kamphausen üben durch ihre Strukturierung sowie die besondere und neue Art der Farbgebung eine gewisse Anziehung auf den Betrachter aus. Im Kontrast zueinander stehen helle und dunkle Ausstellungsstücke, die ihren eigenen Stil zeigen: Durch das Auftragen von verschiedenen Materialien auf Leinwand entstehen unterschiedliche Erhebungen, die als plastische Bezugspunkte dienen.
Um einen außergewöhnlichen Effekt zu erzielen wird der Grundton ausgearbeitet und mit ähnlichen Tönen kombiniert, so dass die Ölfarben ineinander verschleiern. Die Bilder repräsentieren einen Neubeginn und lassen etwas Frisches und Modernes erspüren.

Zeichner seiner selbst

Die Niederländerin Maria Krings sagt: „Ich finde, jeder sollte sich immer die Freiheit herausnehmen, das zu machen, was man im Moment fühlt. So ist man ein Zeichner seiner selbst.” Für sie ist der Übergang vom Figurativen zum Abstrakten von großer Bedeutung. Vorher waren ihre Bilder Gesichter und Profile, nun werden diese mit abstrakten Flächen kombiniert und geprägt durch impulsive Farben. Ihre Inspirationen sind verschieden, so stammt eine Bildidee aus einem Traum.

Uwe Frings präsentierte schon im letzten Jahr seine Charakterstämme. In diesem Jahr ist sein Thema „Charaktermobile”. Der Gastaussteller stellt im Atelier von Marion Kamphausen circa 1,80 Meter lange Akazienstämme aus. Die außergewöhnlichen Stämme mit besonderen Ausbuchtungen sind handgeschält und mit viel Liebe zum Detail bearbeitet.

Im Kunsthandwerkerhof befindet sich nur ein Objekt von Birgitt Aldermann, die anderen sind an ihrem Ausstellungsort Station 3 zu finden. Ein überdimensionales Lindenblatt wird am ereignisreichen Tag im Hof nicht zu übersehen sein. Die Plastikerin beschäftigt sich hauptsächlich mit Papier und stellt so ihre Bauminstallation dar.

Workshops für Kinder

Wo früher mit Hitze und Hammer gearbeitet wurde, greifen die Künstler des heutigen Kunsthandwerkerhofes unter anderem zu ihren Pinseln und Farben. Zusätzlich werden die Besucher mit etwas Neuem überrascht: Das Paar Natalie Pütz-Stercken und Marc Jägers hat im Rahmen von Kunst auf dem Weg seine Neueröffnung. Wie in einem kleinen Museum werden nun langfristig Maschinen, Herstellungsweisen, Produkte und Hilfsmittel des Buchdrucks ausgestellt. Dabei finden Workshops für Kinder statt und die Geschichte einer Familientradition wird wieder zum Leben erweckt.

Zugängliche Kunst, die für alle geeignet ist, findet man also zwischen den Mauern des alten Kupferhofes. „Wir erwarten interessierte Besucher, die auch gerne das Gespräch mit uns suchen”, sagt AninA Marita Cujai. So soll es ein Abenteuer für die Gäste werden, wenn die Kupferstadt mit Kunst und Kultur fasziniert, denn geprägt durch die Industrie und die Wirtschaft war sie einst eine Stadt, die für Kultur wenig Platz lies. Doch der Wandel erfolgte und gerade jetzt ist die Kunst auf dem Weg dabei, sich einen Namen zu machen.

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