Stolberg - „Kunst auf dem Weg”: Kirchen prägen die Wege der Kunst in der Altstadt

„Kunst auf dem Weg”: Kirchen prägen die Wege der Kunst in der Altstadt

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Lässt Menschen gerne in die Kleider der Nachbarn schlüpfen: Monika Nordhausen, Textilkünstlerin und Schmuckgestalterin aus Aachen, die in der Finkenbergkirche ausstellt.

Stolberg. Ungewöhnliche Orte der Präsentation von Kunst: Solche bieten, wie auch in den vergangenen Jahren, die Pfarre St. Lucia mit dem alten Friedhof und die evangelische Kirchengemeinde mit der Finkenbergkirche. Der alte Friedhof am Fuße der Burg wird in diesem Jahr als Station 3 von „Kunst auf dem Weg” wieder ein Ort der Ruhe sein.

In seiner einzigartigen Kulisse mit Blick über die Burgstraße auf den Hammerberg werden Birgitt Aldermann Papierinstallationen und Stefanie Weskott Bildhauerei präsentieren.

Birgitt Aldermann kommt aus Köln, ist Mitglied der Künstlergruppe „Dreieck e.V.” und arbeitet seit 1993 plastisch. Seit 2002 beschäftigt sie sich damit, Papierinstallationen in die Natur zu setzen.

Am letzten Augustsonntag werden große Ameisen die Wiese bevölkern, über 20 bunte Drachen aus Draht und Papier finden sich im Baum am Pestkreuz.

Ein übergroßes Lindenblatt mit Lindensamen können die Besucher zudem im Kupferhof am Alten Markt bewundern.

Stefanie Weskott ist die zweite Künstlerin auf dem alten Friedhof. Sie arbeitet seit 1989 in ihrem Atelier in Herzogenrath und hat vornehmlich Steinbildhauerarbeiten für den sakralen Raum gestaltet.

Ihr Werk ist der Einbaum, mit seiner Länge von fast fünf Metern ein beeindruckendes Kunstwerk. „Der Einbaum gehört zu den Urformen des Bootes, die ein Mensch je gebaut hat. Die ältesten Einbäume sind 8000 Jahre alt und aus Zedernstämmen gehauen”, sagt die Künstlerin.

„Da er aus einem Stück besteht, strahlt er die innere Kraft, die dem Stamm als Baum innewohnte, in anderer Form nach außen. Dies zu zeigen war meine Intention.”

Beide Künstlerinnen sind am Ausstellungstag anwesend und freuen sich auf interessierte Besucher.

In der Finkenbergkirche auf der anderen Seite der Burg ist die Station 10 des Kunstweges. Die evangelische Kirche aus dem 17. Jahrhundert wird auch in diesem Jahr wieder ein Ort der Ruhe und der Besinnung sein. Monika Nordhausen und Jochen Fassbender sind die ausstellenden Künstler.

Monika Nordhausen, Textilkünstlerin und Schmuckgestalterin aus Aachen, fordert andere Menschen gerne dazu auf, sich in die Kleidung des Nachbarn hinein zu versetzen.

Wie würde sich das anfühlen und hätte das irgendwelche Auswirkungen auf das eigene Selbst- und Weltbild? Das Spiel mit der Körperwahrnehmung und gestaltbildenden Aspekten der materiellen textilen Kultur beginnt.

Schließlich steckt in dieser „Zweiten Haut” weit mehr von der Identität der Menschen, als diese oft wahrhaben wollen.

„Wie hängt alles zusammen?”, fragte sich die Künstlerin; die Antworten auf diese Frage suchte sie in naturwissenschaftlichen, geisteswissenschaftlichen und künstlerischen Studien.

Es entwickelte sich die Arbeit an der Schnittstelle zwischen Selbst- und Weltbildern und in den Fokus geriet vor allem das Feld der Kleidung als zum Menschen am dichtesten in Beziehung stehender Ausdruck dieser Schnittstelle. Die Arbeitsreihe der „Wandermäntel” entwickelte sich.

In der Ausstellung in der Finkenbergkirche bekommt diese Auseinandersetzung nun eine transzendente Variante. Die Wandermäntel zeigen Experimente zwischen Text und Textil, Alltag und Kunst, Körper und Hülle und Raum. Projektions- und Visualisierungsfläche der Auseinandersetzung mit dem Thema „„Grenzüberschreitungen” ist die Form des Mantels.

Jochen Fassbender, der zweite Gastkünstler in der Finkenbergkirche, verspricht mit seiner Klangkunst einen Genuss der ganz besonderen Art. Seinen selbstentwickelten Klangobjekten aus Metall, Glas oder Stein kann man durch Anschlagen, Reiben, Streichen oder Blasen völlig unerwartete, beeindruckende Klänge entlocken.

Seit 1988 arbeitet Jochen Fassbender als Klangkünstler. Seine Schwerpunkte liegen auf der Forschung an Klangphänomenen verschiedenster Materialien, Formen, Resonanzen und Bewegungen.

Er entwickelt und baut neuartige Musikinstrumente, Klangobjekte und -installationen und gibt Konzerte in unterschiedlichen Besetzungen. Seinen eigenen Zugang zu den Klang- und Hörwelten vermittelt er weiter in Seminaren.

Seit 2005 ist er Dozent am Institut für Audiopädie in Witten.

Klang in vielen Variationen

„Wenn wir mit allem, was klingt, möglichst unvoreingenommen spielen, lernen wir viele Facetten der Klangquelle kennen und können sie dadurch gründlicher erkunden. Es ist sehr spannend, sich da auf Entdeckungsreise zu begeben”, verspricht der Künstler.

Jochen Fassbender selbst ist in der Finkenbergkirche vertreten mit seinen Instrumenten und Live-Vorträgen.

Die Künstler in den beiden Standorten „Kirchen auf dem Weg” sind sehr unterschiedlich. Sie verbindet aber ihre Wahrnehmung der ganz besonderen Art und damit verbunden für die Besucher die Möglichkeit, ganz besondere Erfahrungen zu machen.
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