„Kunst auf dem Weg” in die Finkenberggasse

Von: ker
Letzte Aktualisierung:
kunstweg67_bu
„Seelengefäß” in der Hand: So nennt die Künstlerin Roswitha Preis ihre keramischen Objekte. Foto: Recker

Stolberg. „Seelengefäße” nennt Roswitha Preis ihre keramischen Objekte, mit denen sie am 30. August beim Altstadt-Event „Kunst auf dem Weg” zum ersten Mal teilnimmt. Für die an der Fachhochschule Niederrhein ausgebildete Keramikdesignerin bedeutet die Ausstellung im Vorgarten des Hauses Finkenberggasse Nr. 3, in dem sie seit einem halben Jahr wohnt, nach längerer Zeit der künstlerischen Inaktivität einen Einstieg in eine neue Schaffensperiode.

Fehlte ihr wegen Umgestaltung und späterer Aufgabe ihres Aachener Anwesens der geeignete Brennofen und auch die Zeit. So zeigt Preis Exponate, die vor 2002 entstanden sind: Gedrehte Gefäße, meist doppelwandig gearbeitet, verformt, gestaucht, teilweise verschlossen, aber auch aufgerissen, und dann in einem besonderen Verfahren, in der „Soda-Raku” Technik gebrannt.

Sie kombiniert den normalen Salzbrand mit einem aus Japan stammenden Brennvorgang, der eine stete Beobachtung verlangt. „Das ist für mich immer wie eine Geburt”, beschreibt die Keramikerin diese Arbeit. Das Ergebnis ihrer „Feuermalerei” sind Objekte von rauer rissiger Struktur mit teilweise kupfer- bis gelblich-farbigen und erdigen Oberflächen.

Einzelne Sprünge werden durch einen Lackauftrag betont. Mit solchen Stücken, von denen eine ganze Reihe Aufnahme in Museen Deutschlands gefunden haben, möchte Roswitha Preis verschiedene Charaktere darstellen. Aber es fließen auch immer wieder persönliche Erfahrungen und Erlebnisse mit ein, so dass ihre Gefäßobjekte zum „Spiegel ihres Lebens” geworden sind.

Im Haus nebenan, in der Finkengasse Nr. 5 stellt Anne Hoffmann ihre Bilder aus. Zur Malerei kam die ehemalige Lehrerin über die Kunsttherapie. So bilden nach eigenem Bekunden „Träume, aktive Imaginationen und Ähnliches den Ausgangspunkt” ihres Gestaltens, „um sich an den tieferen persönlichen Seelengrund heranzutasten.” Die Umsetzung könne dann realistisch, symbolisch oder abstrakt sein. Hoffmanns Bilder entstehen fast ausnahmslos in den Ateliers der europäischen Kunstakademie in Trier, die sie seit vierzehn Jahren besucht. Die beiden Altstadthäuser sind die 6. und 7. Station des „Kunst auf dem Weg”.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert