Kulturfestival: Keine Panik, es wird nur ein bisschen lauter

Von: Robert Flader
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Eine brillante Location für K
Eine brillante Location für Kulturfestival der Städteregion: Harald Claßen auf seiner Klarinette im vergangenen Jahr am Zinkhütter Hof. Foto: (eis)

Stolberg. Eigentlich möchte Dr. Nina Mika-Helfmeier dieses unpassende Wort nicht benutzen, um das Programm des Kulturfestivals der Städteregion zu beschreiben, macht es dann aber doch - um das genaue Gegenteil auszudrücken: „Ein Sammelsurium ist das ganz sicher nicht”, sagt sie bestimmt.

Auch sei die Veranstaltung am Zinkhütter Hof „nichts Abgedrehtes”. Was aber dann? „Wir gehen in diesem Jahr einfach einen neuen Weg”, sagt die Cheforganisatorin über das Open-Air-Konzert, das am 29. Juni rund um das Industriemuseum stattfinden wird.

Konkret soll das heißen, dass in diesem Jahr vor allem junge, musikbegeisterte Leute den Weg an die Cockerillstraße finden sollen. Nach Möglichkeit, so hoffen die Veranstalter, werden das an jenem Freitag 2500 sein. So viele Menschen kann der Bernhard-Kuckelkorn-Platz auf dem Museumsgelände aufnehmen, die Genehmigung dafür hat die Stadt erteilt. Und auf etwa so viele Gäste hoffen die Veranstalter, wenn es um 18 Uhr auf der Bühne ernst wird.

Das Programm nämlich hat es in diesem Jahr in sich, sowohl was die Künstler, vor allem aber was die Lautstärke angeht: Die Hamburger Rockband „Tocotronic” („Let there be Rock”), die mit ihrem letzten Album „Schall & Wahn” die deutschen Album-Charts anführte, die österreichische Formation „Ja, Panik”, dazu „Apparat” und „DÝSE” wollen auf einer etwa 20 Meter breiten Bühne fünf Stunden Rock der Güteklasse A anbieten.

Mika-Helfmeier sagt zu dieser prominenten Auswahl: „An dem Programm habe ich sechs Monate lang gesessen. Dieses Open-Air-Konzert ist ein absoluter Höhepunkt der gesamten Veranstaltungsreihe.”

Das insgesamt neunte Kulturfestival der Städteregion macht seit dem vergangenen Wochenende Station in sämtlichen Kommunen der Städteregion, wichtig sei, sagt Mika-Helfmeier, „dass das Programm insgesamt ausgewogen” sei. Die ungewöhnliche Auswahl am Standort Zinkhütter Hof begründet die Kulturbeauftragte der Städteregion auch so: „Seien wir ehrlich: Das Kulturfestival ist noch nicht so bekannt und hört sich etwas sperrig an. Das wollen wir ändern.”

Über einen neuen, kreativeren Namen der 350.000 Euro teuren Festivalreihe wird nachgedacht, ebenso über alternative inhaltliche Wege. Man könnte also sagen, dass in Stolberg schon die ersten Gehversuche in diese Richtung unternommen werden. „Das Konzert dürfte fast schon eher eine avantgardistische Zielgruppe ansprechen”, stellt Andreas Ihrig vom Festival-Sponsor EWV staunend fest.

Museumsleiter Sebastian Wenzler sagt: „Für dieses ungewöhnliche Konzert sind wir sicher ein prädestinierter Ort.” Festivalkarten gibt es im Vorverkauf zum Preis von acht Euro, der Erlös aus den verkauften Tickets soll größtenteils an Schulprojekte in der Städteregion gehen. Das Museum bleibt übrigens während des Konzertes geschlossen, der Schellerweg auf Höhe Zinkhütter Hof für Autos gesperrt.

Das Programm jedenfalls stimmt die Macher optimistisch, jetzt, so sagen sie, kommt es „nur” noch darauf an, dass am Final-Wochenende der Fußball-EM zumindest in Stolberg auch das Wetter mitspielt. Und dann möchte Nina Mika-Helfmeier noch etwas hinzufügen: „Es ist zwar schön, dass bereits Fans der Bands aus ganz Deutschland Eintrittskarten erworben haben, aber in erster Linie sollen die Menschen aus der Region dahin gehen. Für die machen wir schließlich das Konzert.”

Karten für< das Kulturfestival am Zinkhütter Hof gibt es in der Zweigstelle des Zeitungsverlages an der Rathausstraße 66 oder im Haupthaus an der Dresdener Straße 3 in Aachen.

Aufgrund von begrenzten Parkmöglichkeiten (300 Parkplätze) und bis zu 2500 erwarteten Zuschauern bitten die Veranstalter darum, öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen.
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