„Kugel” soll seine Kosten selbst ausgleichen

Von: Kolja Linden
Letzte Aktualisierung:
kugel-bu
Ihre Rad-Kunstücke können Nico und Dominik auch künftig auf dem Schulhof der Kogelshäuserschule machen: Das Kultur- und Generationenhaus soll im Bildhintergrund hinter dem Basketballfeld entstehen. Rechts liegt die Breslauer Straße. Foto: K. Linden

Stolberg. Noch wird an der Kogelshäuserschule selbst gebaut: Gerade entsteht seitlich vor dem Haupteingang an der Breslauer Straße ein neuer Lehrerparkplatz, auch im Gebäude wird noch gearbeitet für den erweiterten Ganztagsbetrieb.

Doch geht es nach der Stadt, dann rücken schon in Kürze auch auf dem Schulhof zur Breslauer Straße hin die Bagger an - und das dann hat mit dem Schulbetrieb nichts zu tun.

Barrierefreier Flachbau

Denn dort soll auf rund 150 Quadratmetern Fläche das Kultur- und Generationenhaus („Kugel”) entstehen, ein eingeschossiger, barrierefreier Flachbau, der als zentrales Element des Projekts „Soziale Stadt” in der Velau dient.

„Kugel” soll als Stadtteilhaus dienen, dessen bisheriges Fehlen Bewohner der Velau bei den Zukunftskonferenzen bemängelt hatten, die im Rahmen des Integrierten Handlungskonzepts des Projekts „Soziale Stadt” ausgerichtet wurden. Anders als in anderen Stadtteilen sei es in der Velau nicht möglich, Projekte und Veranstaltungen von Vereinen oder Bürgergruppen anzubieten, weil dafür die räumlichen Voraussetzungen fehlen.

Das gelte auch für die Schaffung eines Angebots für eine kontinuierliche intergenerationelle und interkulturelle Arbeit, die, so der Fachbereichsleiter für Soziales, Willi Seyffahrt, „aufgrund der demografischen, sozialen und wirtschaftlichen Strukturen im Viertel” dringend erforderlich seien.

Das Kultur- und Generationenhaus soll an der Kogelshäuserschule ein Angebot für die Aktivitäten von freien Trägern und Bewohnern schaffen und dieses mit niederschwelligen Angeboten und Maßnahmen für Kinder, Jugendliche, Familien und ältere Menschen unterschiedlicher Nationen verknüpfen.

Die fertigen Pläne für „Kugel” liegen bereits in der Schublade und sind von Bauausschuss und Rat genehmigt, aufgrund der Haushaltssituation der Stadt musste aber auch die Kommunalaufsicht dem Vorhaben zustimmen - was sie nur unter der Bedingung tut, dass die Folgekosten von „Kugel” im städtischen Haushalt durch Einsparungen bei freiwilligen Leistungen an anderer Stelle ausgeglichen werden können.

Geht es nach der Verwaltung, dann können Einsparungen bei im Haushalt vorgesehenen Zuschüssen in Höhe von 15.260 Euro verrechnet werden, davon ein Großteil im Bereich Tourismus (13.000 Euro). Gespart werden könne hier bei Drucksachen, Werbung und Öffentlichkeitsarbeit sowie bei Beiträgen zu Verbänden, Berufsvertretungen und Vereinen.

„Das sind Posten, die auch in den vergangenen Jahren nicht genutzt wurden”, sagte Fachbereichsleiter Willi Seyffahrt auf Anfrage. Die restlichen Einsparungen in Höhe von 1260 Euro seien bei Zuwendungen an das Helene-Weber-Haus und bei Dienstaufwendungen in Jugendeinrichtungen möglich.

Trägerverband gründen

Seyffahrt glaubt aber, dass diese Einsparungen gar nicht für das Projekt verwendet werden müssen. „Wir gehen vom Konzept her davon aus, dass Kugel die Betriebskosten selbst erwirtschaftet”, sagt der Fachbereichsleiter. So soll ein Trägerverband gegründet werden, dem verschiedene freie Träger angehören, aus deren Beiträgen ein Teil der Kosten finanziert wird. Ein weiterer Teil soll durch Vermietungen gedeckt werden. Unter anderem habe der Caritasverband laut Seyffahrt „großes Interesse, mehr Angebote in Stolberg zu schaffen”.

Ursprünglich geplant war für „Kugel” eine Fläche von 200 Quadratmetern, die nun um rund ein Viertel verkleinert wird. „Wir waren mal bei 500000 Euro Baukosten, die betragen nun nur noch 345000 Euro”, sagt Willi Seyffahrt über den Kompromiss, den die Stadt mit der Bezirksregierung geschlossen hat: „Das ist zwar eine räumliche Verkleinerung, aber wichtig ist uns, dass wir das Konzept des Hauses weiterführen können.”

Bevor „Kugel” endgültig ins Rollen kommt, muss aber noch der dritte Zuwendungsbescheid über 400.000 Euro für die „Soziale Stadt” her. „Die Bezirksregierung hat uns zugesagt, dass dies zeitnah der Fall sein wird”, sagt Seyffahrt.

Ein Verzicht auf das Kultur- und Generationenhaus aus Kostengründen komme übrigens nicht in Frage, das es das zentrale Element des städtebaulichen Förderprogramms „Soziale Stadt” sei. Ohne die Realisierung von „Kugel” sei eine Förderung des Gesamtprojektes „Soziale Stadt Velau/Mühle” ausgeschlossen, so Seyffahrt.

Ideen und Vorschläge für „Stärken vor Ort”

Stolberg kann wieder mit Mitteln aus dem Programm „Stärken vor Ort” Projekte fördern, die Frauen und Jugendliche insbesondere mit Migrationshintergrund auf ihrem Weg ins gesellschaftliche Leben, in Arbeit und Ausbildung unterstützen. Die Förderbewilligung von „Stärken vor Ort” ist eng mit dem Projekt „Soziale Stadt Velau/Mühle” verknüpft.

Im Rahmen von „Stärken vor Ort” in Stolberg organisiert unter anderem der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) ein Projekt, mit dem Frauen ihre sozialen und beruflichen Kompetenzen verbessern. Der Stadtteilbetrieb Velau/Mühle plant mit Frauen aus dem Quartier die Einrichtung eines Dienstleistungsbüros. Der Caritasverband baut im Projektgebiet ein Beratungs- und Vermittlungssystem für Jugendliche auf, die Einblick in verschiedene Berufswelten erhalten möchten. Es gibt noch zahlreiche weitere Projekte.

Bis Montag, 30. August, können weitere Projektvorschläge für „Stärken vor Ort” eingereicht werden. Die Stadt Stolberg empfiehlt allen Interessierten dringend, sich auf der Webseite www.svo-stolberg.de zu informieren. Ansprechpartnerin ist Sandra Schilling, Telefonnummer 13357, E-Mail: sandra.schilling@stolberg.de.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert