Künstler üben Solidarität mit der Heimat

Von: Lukas Franzen
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Sorgten mit für ein gelungenes Benefizkonzert: Mario Triska (links) und Hei Hussein Hei. Foto: Lukas Franzen

Stolberg. Das Benefizkonzert „Stolberger musizieren für Stolberger” ist auch in diesem Jahr auf große Resonanz gestoßen. Rund 250 Besucher im Industriemuseum Zinkhütter Hof freuten sich über engagierte Stolberger Künstler, die für einen guten Zweck eine Kostprobe ihres Könnens präsentierten.

Dabei verzichteten alle Akteure auf ihre Gage, um mit dem Erlös des Konzertes die Stolberger Schule Talstraße zu unterstützen. Durch die Anschaffung leistungsfähiger Mikroskope soll der naturwissenschaftliche Unterricht der Schule gefördert werden.

„Bei allen Künstlern ist eine große Verbundenheit mit Stolberg zu spüren und das ist das Schöne daran”, freute sich Initiator Hartmut Kleis über das Engagement der zahlreichen Stolberger Musiker. Die musikalische Bandbreite erstreckte sich dabei von türkischen Liebesliedern über Chormusik bis hin zu rockigen Klängen der Band „Final Virus”.

Stimmgewaltig machten die rund 40 Sängerinnen und Sänger des „Jungen Chors Stolberg” den Anfang. Unter Leitung von Hermann-Josef Schulte präsentierte der Chor Gospelstücke wie „Lord Reign In Me”, „In Your Arms” oder „Come Praise The Lord”.

Wie hochkarätig und ambitioniert Stolberger Musik sein kann, demonstrierten die jungen Talente Jochen Carls am Kontrabass und Roman Verhees an der Violine. Jochen Carls studierte an den Musikhochschulen Köln und Berlin. Zurzeit nimmt er an einer Neuproduktion des Mozartrequiems der Andreas Bode Company teil.

Der Schüler des Goethe-Gymnasiums, Roman Verhees, gilt als besonderes Talent an der Violine und stellte sein Können bereits mehrfach bei „Jugend musiziert” unter Beweis. Auch das Stolberger Publikum würdigte seinen Auftritt mit der Kölner Pianistin Lin Lin mit großem Beifall.

1984 in Stolberg geboren, wollte auch Kemal Yurdusever das Benefizkonzert seiner Heimatstadt mit türkischen Liebesliedern bereichern. Trotz eines anderen Konzertengagements mit seiner Band „Grup Kral” stattete er dem Zinkhütter Hof mit seinem Keybord und leidenschaftlicher Stimme einen Besuch ab und gab den Zuschauern eine Vorstellung von türkischen Liebesballaden.

Auch der Musiker Mario Triska lebt seit 33 Jahren in der Kupferstadt und ist durch seine zahlreichen Auftritte vielen Stolbergern ein Begriff. In Begleitung des Künstlers Hei Hussein Hei brachte er an diesem Abend die so genannte „Sufi Musik” aus Arabien mit in das Industriemuseum. Dabei handelt es sich um eine Art spirituell-mystische Musik des Islam, erklärt Hei Hussein Hei, die auch die Stolberger Zuschauer spürbar in ihren Bann zog und faszinierte.

„In meiner Heimat da bin ich zu Haus´”, so der Refrain einer ihrer spirituellen Eigenkompositionen. Diese Verbundenheit machten die beiden Musiker durch ihre Teilnahme an Benefizkonzert deutlich.

Angetan von der Idee eines Benefitskonzertes für eine Stolberger Institution wie die Schule Talstraße, war auch die Stolberger Band „Final Virus”, die mit ihrem Auftritt zum Ende des Konzerts für ein weiteres Highlight sorgte. 1997 gegründet und weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt, genießt die fünfköpfige Rockformation um Bassist Peter Sonntag den Ruf, eine der innovativsten Rockbands dieser Zeit zu sein. „Schön, dass Solidarität in der alten Arbeiterstadt Stolberg immer noch von Bedeutung ist”, brachte es Peter Sonntag auf den Punkt.

Den Erlös für die Stolberger Schule möchten Hartmut Kleis und Mitinitiatorin Birgit Teschner-Rüdiger in den nächsten Tagen bekannt geben. Bei einer solchen Resonanz wie in diesem Jahr und so viel musikalischem Potenzial in der Kupferstadt wird es gewiss nicht das letzte Konzert für einen wohltätigen Zweck gewesen sein. Die beiden Organisatoren verweisen außerdem auf die anstehenden Termine des diesjährigen Stolberger Musiksommers. Dort geht es dann mit hochkarätigen Künstlern weiter.
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