Künstler erinnern sich gerne an ihre Mausbacher Wurzeln

Von: Dirk Müller
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Albert Sous (2. v.r.) und Roland Mertens (Mitte) im Gespräch mit dem Mausbacher Arbeitskreis. Foto: D. Müller

Stolberg-Mausbach. Es ist ein Wiedersehen alter Freunde und Bekannter gewesen, als die Kunst in das Mausbacher Dorfarchiv einzog. Denn es waren zwei Söhne Mausbachs, die als Künstler internationales Renommee genießen und gerne die Einladung des Arbeitskreises Geschichte angenommen hatten.

Albert Sous und Roland Mertens waren zu Gast im Pfarrheim von St. Markus, wo das Mausbacher Dorfarchiv beheimatet ist und so manche heitere Anekdote ausgetauscht wurde. „Nach nur wenigen Minute in Mausbach fühle ich mich gleich wieder zu Hause“, sagte Mertens, der sich als 17-Jähriger an die Kunstakademie Düsseldorf begab, bei Joseph Beuys lernte und heute als erfolgreicher Maler und Aktionskünstler in Aachen lebt.

„Mausbachs Qualität sind die herzlichen Menschen, die hier leben. Ich bin froh, nicht aus einem idyllischen Postkartendörfchen zu kommen, sondern aus der Indus­trieansiedlung Mausbach, einer ganz kleinen Großstadt, in der es hart, aber immer herzlich zuging“, beschrieb Mertens. Auch Albert Sous erinnerte sich gerne an seine Kindheit und Jugend in Mausbach. „Ich habe mit meinem Vater und meinem Bruder den Wald gefegt“, erzählte Sous, dass sein Vater nach dem Zweiten Weltkrieg Schrotthändler war, und der Wald reichlich verwertbare Munitionsreste hergab. Die Schule habe er gehasst, das Zeichnen jedoch geliebt.

So arbeitete Sous zunächst als Technischer Zeichner bei einem Unternehmen in Büsbach, begann darauf eine Lehre bei einem Goldschmied in Oberstolberg. „Zur Berufsschule musste ich nach Köln, wo es üblich war, dass wir Lehrlinge auch Karnevalsorden angefertigt haben“, berichtete Sous.

Prompt gewann sein Orden den ersten Preis, im nächsten Jahr wurde der von Sous hergestellte Karnevalsorden dem damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss verliehen, worauf Albert Sous in die Villa Hammerschmidt eingeladen wurde. „Das war sehr beeindruckend. Der Bundespräsident sagte zu mir: ,Sie sind jung, und Sie können alles schaffen‘“.

Der Zuspruch von hoher Stelle sollte sich bewahrheiten: Sous studierte Bildhauerei an der Werkkunstschule Aachen, legte anschließend die Meisterprüfung als Gold- und Silberschmied ab. Zu seinen bekannten Kunstwerken im öffentlichen Raum zählen der Kugelbrunnen in Aachen, der „Vogelmensch“ am Bastinsweiher in Stolberg, der „Sous-Turm“ im Ostfriesischen Aurich und auch sein Atelier und Wohnhaus am Würselener Ravelsberg, dessen Kuppel Sous aus etwa 20 000 Flaschen konstruierte. Der renommierte Künstler wurde mehrfach auch als Goldschmied ausgezeichnet.

Das Mausbacher Dorfarchiv bereicherten Mertens und Sous nicht nur mit ihrer Anwesenheit, sondern brachten Künstlerkataloge, Ausstellungsdokumentationen und mehr mit, um sie dem Archiv zu stiften, das nun auch den künstlerischen Werdegang zweier Söhne Mausbachs dokumentiert. Zur Freude des Arbeitskreises, der seinerseits auch nicht mit leeren Händen dastand: Der Arbeitskreis überreichte beiden Künstlern digitalisierte Genealogien ihrer Mausbacher Familien, die bis ins 17. Jahrhundert zurückreichen.

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