Krokodil-Laden geschlossen: Dealer verhaftet

Von: Jürgen Lange
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Das hölzerne Krokobil diente als Verkaufstheke: Im Park Blankenberg soll ein 55-jähriger Stolberger einen schwunghaften Drogenhandel betrieben haben; er sitzt jetzt in Untersuchungshaft. Foto: J. Lange

Stolberg. Es zählte mittags zu den wohl umsatzstärksten Geschäftslokalen in der Innenstadt: das Krokodil in der Parkanlage Blankenberg. Aber die Polizei hat diese Verkaufstheke jetzt geschlossen und den mutmaßlichen Verkäufer festgenommen.

Denn der 55-Jährige steht im dringenden Tatverdacht, einen schwunghaften Handel mit Drogen in der Parkanlage betrieben zu haben. Ganz ungeniert und recht offensichtlich, wie Zeugen unserer Zeitung berichten.

Seit Wochen oberservierte die Kriminalpolizei den Park an der Frankentalstraße. „Entschlossene Anwohner hatten den Verdacht, dass er ein Drogenumschlagsplatz geworden ist und hatten sich an die Polizei gewandt”, berichtet Pressesprecher Paul Kemen. Die Ermittlungen waren intensiv. „Fest steht, dass mit der Festnahme ein offenbar schwunghafter Handel mit Rauschgift in dem Park gesprengt wurde”, sagt Kemen.

Der hatte offensichtlich bereits vor Monaten begonnen. Nachdem die Bäume der Flora am Bastinsweiher gestutzt worden waren und die gewonnen Einblicke die illegalen Geschäfte zu offensichtlich machten, berichten Zeugen. Im Park Blankenberg eröffnete der Dealer demnach sein neues Verkaufslokal.

„Völlig ungeniert verkauft dort ein netter älterer Herr praktisch den ganzen Tag über seine Drogen”, berichteten sie unserer Zeitung. „Seine Käufer strömen in Heerscharen nur so dorthin.”

Geboomt haben soll es vor allem zu den Pausenzeiten des nahe gelegenen Gymnasiums und die „wohl umsatzstärkste Zeit war die nach der sechsten Schulstunde”, erklären die Zeugen. Demnach sollen aber nicht nur Schüler, sondern auch ganze Familien inklusive Kinderwagen sowie Altkunden des Bastinsweihers zum regelmäßigen Kundenstamm des Dealers gehört haben. Es habe sich gewissermaßen eine Verkaufsroutine eingeschlichen.

„Wenn ein Geschäft mal außerhalb der üblichen ,Öffnungszeiten´ über die Bühne gehen muss, kommt der Mann auf Hausschuhen zu dem hölzernen Krokodil”, konnten Beobachter der Polizei mit detaillierten Personenbeschreibungen dienen. Und als die ehemalige Belgische Schule abgerissen wurde, soll der Mann seine Geschäfte sogar so offensichtlich am Eingangstor des Parks abgewickelt haben, dass die Bauarbeiter aufmerksam wurden: „Ist das hier so üblich? fragten sie”, laut Zeugen.

„Jetzt nicht mehr”, antwortet Polizeisprecher Kemen. „Unsere Ermittler haben den Tatverdächtigen in seiner Wohnung in Stolberg festgenommen.” Dort fanden sie übe r100 verkaufsfertig verpackte Tütchen Marihuana und mehrere hundert Euro Bargeld, die offenbar aus Drogengeschäften stammen. „Die Beweismittel wurden sichergestellt”, so Paul Kemen weiter.

Auch 14-jährige Drogenkunden

Gewerbsmäßig soll er das Rauschgift an Jugendliche und Heranwachsende, vor allem an Schüler verkauft haben. „Auch 14-Jährige zählten zu den Kunden”, so Kemen. Gegen den 55-Jährigen hat ein Gericht inzwischen Haftbefehl erlassen. In seiner Vernehmung habe er angegeben, in letzter Zeit regelmäßig nach Holland gefahren zu sein, um dort die Drogen zu beschaffen.

Im Visier der Ermittler stand auch die Wohnung der mutmaßlichen 53 Jahre alten Komplizin des Tatverdächtigen. Auch ihre Wohnung in Stolberg wurde durchsucht. Dort stellten die Beamten geringe Mengen Marihuana sicher. Die Stolbergerin wurde zunächst festgenommen, musste aber wieder auf freien Fuß gesetzt werden.

Trotz dieser Festnahmen laufen die Ermittlungen der Drogenfahnder weiter. Sie konzentrieren sich auf mögliche Hintermänner des „Krokodil-Verkäufers”.
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