Stolberg - Krönender Abschluss vor dem Weltuntergang

Krönender Abschluss vor dem Weltuntergang

Von: Dirk Müller
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Kamen auch bei ihrer Abschiedsvorstellung wieder bestens beim Publikum an: Jupp Hammerschmidt (l.) und Hubert vom Venn. Foto: D. Müller

Stolberg. Als bunt schillernde Maya-Gottheit betritt Hubert vom Venn die Bühne und kündet von dem bevorstehenden Weltuntergang. Die Erde wird beben, die Vulkane der Eifel werden ausbrechen, und die apokalyptische Prophezeiung des Nostradamus wird ihren verheerenden Lauf nehmen.

Nahe vor dem Ende der Zeit ist es für das kabarettistische Eifel-Duo Jupp Hammerschmidt und Hubert vom Venn die letzte Gelegenheit, ihrem treuen Publikum Lebewohl zu sagen.

Das neue Programm „Und Tschüss...” ist tatsächlich gleichsam der letzte Streich der Zwei aus der Eifel, die sich damit gebührend von Bühne und Zuschauern verabschieden möchten.

Einmal noch schlüpfen sie in die Rollen des konservativen Dorfpastors „Hochwürden Hubert” und des „roten Bürgermeisters Jupp”. Auf der Bühne der Gaststätte „The Savoy” am Alter Markt ergänzten sich die konträren Charaktere hervorragend zu einem humoristischen Stelldichein der Eifeler Extraklasse.

Häufiger Szenenapplaus

Die Zeit bis zum drohenden Weltuntergang vertrieben sie sich und dem Kupferstädter Publikum mit manchem Schabernack, der laute Lacher und häufigen Szenenapplaus zur Folge hatte. Vielschichtig und mit treffsicherer Liebe zum satirischen Detail schwelgte das Duo aus der Eifel zum Beispiel in seinen Kindheits- und Jugenderinnerungen.

An seine 16 Geschwister dachte der „rote Jupp” noch gerne zurück im Gegensatz zu den 80 Zigarren rauchenden Onkels und Tanten mit „eierlikörgebeizten Stimmen” auf Familienfeiern. Ebenso zwiegespalten beschrieb er sein Verhältnis zu den dreiteiligen „Keiler-Matratzen”, die nach zahlreichen nächtlichen Begegnungen mit 17 Bettnässern auch rochen wie Wildschweine.

„Hochwürden Hubert” präsentierte eine Hommage an die Eifeler Mutter, die Sonntag morgens kurz nach sechs Uhr anruft und fragt: „Hab ich Euch jeweckt?”. Mit fescher Kittelschürze bekleidet entfernt sie Unkraut mit dem Kartoffelmesser, weiß immer, wer gerade gestorben ist, und ist „Fremden” aus dem Nachbardorf gegenüber äußerst skeptisch.

Jupp Hammerschmidt brillierte mit diversen Eifelliedern. Verse wie „Liebe ist wichtig, Familie auch - mein Sohn ist mein Neffe, so ist´s bei uns Brauch” hatten enormen Mitsingcharakter.

„Und Tschüss..” ist bei allen Lachsalven aber auch ein lehrreiches Kabarettprogramm. So können am Ende auch Nichteifeler verstehen, wenn eine Eifeler Putzfrau zur anderen sagt: „Isch maach Diät” - und letztere entgegnet: „Juut, dann maach isch de Vinster”.

Oder hätten Sie gewusst, dass selbst William Shakespeare die Eifel literarisch bedachte, als er von „Cold Mister Mountain” schrieb? Übersetzt heißt das nichts Anderes als „Kalter-Herr-Berg”.
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