Kritik an geplanter Erweiterung des Steinbruchs Breinig

Von: dim
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Stolberg-Breinig. Auf die privaten Terrassen von Bürgern, die an der Stockemer Straße in Breinig wohnen, ist der Ausschuss für Stadtentwicklung, Verkehr und Umwelt (ASVU) mehr oder weniger herzlich eingeladen worden.

Denn planungsrechtlich hat der ASVU den Weg dazu bereitet, dass der BSR-Steinbruch die Kapazität seiner Anlage zum Brechen, Trocknen, Mahlen von Gestein von zuvor 200.000 Tonnen auf künftig 350.000 Tonnen im Jahr erhöht.

Und das nicht ohne Widerstand: Karin Clauser, Vorsitzende der Bürgerinitiative „Rettet das Münsterländchen! Kein neuer Steinbruch zwischen Breinig, Dorff und Kornelimünster“, meinte etwa, um das Volumen von 350.000 Tonnen verkaufsfähigem Gestein herzustellen, müssten rund 700.000 Tonnen Gestein jährlich gebrochen werden. Lärm- und Staubgutachten zum Beispiel seien jedoch auf 200.000 Tonnen verkaufsfähigem Gestein, was circa 400.000 gebrochenem Material entspreche, abgestimmt.

Gabriele Halili von der Linken hielt die Vorlage des ASVU für „intransparent“ und forderte: „Wir müssen auch die Menschen berücksichtigen, die seit Jahren unter dem Steinbruch leiden“. Der Technische Beigeordnete der Stadt, Tobias Röhm, erläuterte, dass die Kupferstadt lediglich den planungsrechtlichen Rahmen zur Erhöhung der Steinbruch-Kapazität stecke, während die detaillierte Prüfung bezüglich der Änderung der Anlage der Städteregion obliege.

Dementsprechend beantragte Rolf Engels (SPD), den Beschlussvorschlag zu erweitern, und den Passus „vorbehaltlich der Prüfung und Unbedenklichkeitserklärung der Städteregion“ hinzuzufügen. Der Kritik von Anwohnern hielt Röhm entgegen, dass die genehmigte Abbaumenge im Steinbruch gleich bleibe, da bisher das gebrochene Gestein zum Teil in die Produktionsanlage in Gressenich verbracht wurde.

Diese Umfahrt werde nun unnötig, weil zwei Drittel der Gesamtproduktion des Steinbruchs nach Kornelimünster verlagert würden, während ein Drittel in Breinig verbleibe. Die Anwohner aber äußerten Unverständnis über die Erhöhung der Kapazität der Anlage bei vermeintlich gleich bleibender Abbaumenge. Ein Zusammenhang, dem auch Khaled El Deib (FDP) und die übrige Opposition nicht folgen wollten.

So machte die große Koalition gegen die Stimmen der Linken, der FDP und der Grünen planungsrechtlich den Weg zur Kapazitätserhöhung der Anlage frei.

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