Kritik an den Altstadttoren: Koalition verteidigt politische Entscheidung

Von: dim/ltl
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Stolberg. Der Bauantrag ist seit Anfang der Sommerferien eingereicht. Nachdem Politik, Stadtverwaltung und der Arbeitskreis Tourismus den Weg frei gemacht haben, möchte Initiator Hartmut Kleis das erste von sechs geplanten Altstadttoren, die rein durch privates Sponsoring finanziert werden sollen, möglichst so zeitnah errichten, dass es pünktlich zur Stadtparty eingeweiht werden kann.

Das Südtor soll an der Zweifaller Straße für die Stolberger Altstadt werben, und Kleis sieht die Altstadttore als „das Ergebnis einer intensiven gesellschaftlichen Diskussion“.

„Es ist absolut notwendig, dass die Stolberger von diesem Projekt überzeugt sind. Sonst ist es von Anfang an zum Scheitern verdammt“, sagte Kleis Ende vergangenen Jahres. Doch sind die Bürger der Kupferstadt wirklich von den Altstadttoren überzeugt? In vielen Gesprächen macht das Wort „Torheit“ die Runde, und die Frage wird gestellt, warum es keine Bürgerbeteiligung gab, in der sich Stolberger gegen die Altstadttore hätten aussprechen können.

„Verschlimmbesserung“

Ähnlich wie auf den Internetseiten unserer Zeitung (www.az-web.de und www.an-online.de), wo Leser das ambitionierte Projekt wie folgt kommentierten: „Das ist in meinen Augen rausgeworfenes Geld. Mir kann doch keiner sagen, dass die Tore die Stolberger Altstadt beleben und der Leerstand der Geschäftslokale innerhalb einer kurzen Zeit nicht mehr vorhanden ist.“

Ein Leser ging mit der Idee besonders hart ins Gericht: „So einen Schwachsinn wie diese Tore gibt es nur in Stolberg. Da ich die Arbeit von Bürgermeister Tim Grüttemeier bisher recht gut finde, hoffe ich, dass er auch hier die richtige Entscheidung trifft.“ Ein weiterer Kommentar bestand nur aus einem Wort: „Verschlimmbesserung!“

Diesen Begriff verwendete auch unsere Leserin Roswitha Preis, die befürchtet, dass die Sicht auf die Stolberger Burg und die historische Altstadt „mit einem modernen Gestell verbaut“ wird. „Also, noch mal schnell Fotos machen, bevor das Gestell, hier Tor genannt, die Altstadt verschlimmbessert“, schrieb sie an die Lokalredaktion.

Nicht minder kritisch äußerten sich Bürger auf unserer Facebook-Seite „AZ/AN Lokales Stolberg“ (www.facebook.com/azanstolberg): Die Tore fänden keinen Gefallen, das Geld, was sie kosten, solle man lieber in Sozialprojekte stecken, und es sei sinnvoller, die Altstadt erst einmal zu aktivieren und ihr Leben einzuhauchen, schrieben einige Facebook-Nutzer.

Die große Koalition indes befürwortet die Altstadttore weiterhin. Ihm persönlich sei noch keine Kritik zu Ohren gekommen, sagt der stellvertretende Fraktions- und Stadtverbandsvorsitzende der CDU, Siegfried Pietz. „Der Arbeitskreis Tourismus hat seinerzeit den Stadtrat für die Idee der Altstadttore begeistert“, beschreibt Pietz, dass die CDU die private Initiative zur Verschönerung des Stadtbildes nach wie vor für sehr lobenswert halte. „Wenn Bürger mit den Altstadttoren nicht einverstanden sind, dann können sie sich selbstverständlich an Ratsmitglieder wenden und so ihre Kritik an die Fraktionen herantragen. Das hätten sie übrigens auch gerne schon früher machen können.“

Das meint auch Dieter Wolf, Fraktionsvorsitzender der SPD: „Das Vorhaben ist seit geraumer Zeit in der Öffentlichkeit bekannt. Die Idee, die Standorte und Entwürfe sowie die politischen Entscheidungsprozesse waren transparent. Bei uns sind keine ablehnenden Stellungnahmen eingegangen, und um fünf nach zwölf Kritik zu äußern, ist nicht sonderlich fair wird dem Projekt nicht gerecht.“ Die SPD stehe unverändert hinter der privaten Initiative, die „einen demokratischen Prozess durchlaufen hat“. Der gefundene Kompromiss trage, und „die Tore sind geeignet, für unsere schöne Altstadt zu werben und den Tourismus anzukurbeln“, meint Wolf.

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