Stolberg - Krippenausstellung: Jesu Christi Geburt in fast hundert Variationen

Krippenausstellung: Jesu Christi Geburt in fast hundert Variationen

Von: Dirk Müller
Letzte Aktualisierung:
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Die Liebe zum Detail fasziniert die Gäste bei der Eröffnung der 7. Kupferstädter Krippenausstellung. Foto: D. Müller
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Die französische Krippe aus der Provence lässt über viele Eigenarten staunen. Foto: D. Müller
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Die kleinen Besucher staunen über die Krippenfiguren, die fast so groß sind, wie sie selbst. Foto: D. Müller

Stolberg. Dass die Christen Weihnachten nicht nur im Kreise der Familie begehen und sich gegenseitig beschenken, sondern vornehmlich die Geburt Jesu Christi feiern, führt die jetzt eröffnete Krippenausstellung im historischen Rathaus eindrucksvoll vor Augen.

Mit viel Liebe zum Detail und knapp 100 Exponaten lockt die Schau im Rahmen der Kupferstädter Weihnachtstage Groß und Klein noch bis Sonntag, 23. Dezember, bei freiem Eintritt. Schwibbögen und weitere weihnachtliche Holzarbeiten ergänzen die Ausstellung, die mit enormer Vielfalt anspricht.

Aus der ganzen Region

Leidenschaft, Akribie und Facettenreichtum legen alle zwölf Aussteller an den Tag, die aus Heimbach, Inden-Altdorf, Jülich, Roetgen, Düren und Eschweiler kommen. Und natürlich aus Stolberg wie Peter Krott.

Er steuert die größte Krippe auf einer Ausstellungsfläche von rund acht Quadratmetern bei. „Die Figuren sind etwa einen Meter hoch. Sie wurden vor rund 100 Jahren von den Schwestern vom armen Kinde Jesu in Aachen hergestellt“, beschreibt Krott. Köpfe, Hände und Füße seien aus Wachs, die Körper aus Draht, und für die Bekleidung sei hochwertiger Stoff und Samt verwendet worden. Da die Figuren von einer professionellen Restauration in Belgien aufgearbeitet worden seien, erstrahlen sie heute in neuem Glanz.

Im deutlichen Gegensatz zu Krotts großem Exponat stehen die feinen Miniaturkrippen, die teils in Bilderrahmen oder Glaskugeln eingebettet sind. Das kleinste Exemplar ist so winzig, dass es in eine Walnussschale passt. Ob orientalische Krippen, die sich möglichst originalgetreu an Jesu Geburt im Stall zu Bethlehem anlehnen, oder sogenannte Heimatkrippen, die die Menschwerdung des Sohnes Gottes im heimischen Umfeld des Krippenbauers darstellen – alle Ausstellungsstücke faszinieren mit Detailverliebtheit. Kleine Feuer lodern, Krippen sind perspektivisch gebaut oder in Laternen eingefasst, natürlich mit Beleuchtung.

Bei der Eröffnung der siebten Ausstellung der Krippenfreunde Stolberg, die wieder von Wilhelm Prümmer organisiert wird, dankte Bürgermeister Tim Grüttemeier den Krippenbauern für ihr ehrenamtliches Engagement und überreichte ihnen als Dankeschön je eines der neuen Kupferstädter Glühweingläser. „Ich habe großen Respekt vor dem, was sie leisten“, verwies Grüttemeier auf die zahlreichen Arbeitsstunden, die in den Exponaten stecken. Die Mühe lässt sich am Beispiel der Krippen von Siegmund Conrads aus Breinig verdeutlichen: Ein Exemplar hat Conrads mit einem Bachlauf versehen, in dem echtes Wasser fließt, ein anderes fällt durch den großen Stall zu Bethlehem auf. Das Dach des Stalls hat der Breiniger selbst gedeckt – mit 300 eigens dafür selbst gebrannten Dachziegeln.

Auf zwei weitere Highlights der Ausstellung ist Wilhelm Prümmer besonders stolz: „Wir zeigen zum ersten Mal eine italienische und eine französische Krippe“, sagt der Ausstellungsorganisator. So kann in der italienischen Krippe etwa ein Pizzabäcker bestaunt werden, der für den Alltag der Diesseitigkeit und die Laster der Welt wie Völlerei steht.

Oder auch der „Cici Bacco“, der Lenker eines Fuhrwerks, der symbolisch die Seelen der Menschen zum Jesuskind bringt. In der Krippe aus der französischen Provence tritt die Heilige Familie ein wenig in den Hintergrund. Die mehr als 60 Figuren der Krippe stellen Szenarien des dörflichen Lebens in der Provence dar, typische Trachten und Berufe sind eingearbeitet. Absolut sehenswert sind allerdings alle der fast 100 ausgestellten Krippen im historischen Rathaus am Kaiserplatz.

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