Kriminalstatistik: Zahl der Einbrüche und Sachbeschädigungen steigt

Von: Kolja Linden
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Stolberg. Die gute Nachricht vorweg: In Bezug auf seine Einwohnerzahl steht Stolberg bei der Kriminalitätsstatistik immer noch recht gut da. 3809 Straftaten wurden im vergangenen in Stolberg aktenkundig. Bei einer Einwohnerzahl von rund 58000 ist das im Vergleich mit anderen Kommunen in der Städteregion noch ein sehr guter Wert.

Das fast gleich große Eschweiler kommt mit 4313 auf deutlich mehr Fälle, und noch mehr Straftaten zählte die Polizei zum Beispiel in Alsdorf (4728), das aber nur rund 46.000 Einwohner hat. Aber anders als im positiven Trend der Städteregion, wo die Zahl der Straftaten insgesamt im Vergleich zum Vorjahr knapp abgenommen hat und auch die Aufklärungsquote gestiegen ist, verzeichnete die Polizei mit plus 4,44 Prozent den stärksten Anstieg aller Kommunen in Stolberg. Die Aufklärungsquote stagniert, ist sogar um 0,36 leicht auf 53,11 Prozent zurückgegangen.

Zurückzuführen ist die Zunahme vor allem auf eine stark gestiegene Zahl von Sachbeschädigungen, für die die Polizei keine Erklärung hatte, sowie auf die vielen Einbruchsdiebstähle im vergangenen Jahr. Die Einbruchskriminalität ist wirklich auffällig”, sagte Helmut Wälter, Leitender Kriminaldirektor, am Donnerstag bei der Pressekonferenz der Polizei im Aachener Präsidium. „Wir hatten zwei kleine Serien von Gaststätteneinbrüchen in Stolberg”, so Wälter. Die eine Serie betraf die Mühle, die andere Gressenich. „Wir gehen davon aus, dass es sich jeweils um dieselben Täter handelt.”

Einen Fahndungserfolg konnte Wälter nach einer Serie von 14 Wohnungseinbrüchen in Stolberg zwischen Juni und August vermelden. In Heinsberg konnte die Polizei zwei dringend Tatverdächtige festnehmen, denen aufgrund klarer Indizien ähnliche Delikte auch in Heinsberg und im Kölner Raum zugeordnet werden.

Besorgniserregend ist eine weitere Zahl für Stolberg; sie betrifft die Vergewaltigungen. Mit neun Fällen wurde - gemäß der Polizeistatistik - mehr als ein Drittel dieser Straftaten des ganzen ehemaligen Kreises Aachen (26) in Stolberg verübt. „Sieben dieser Fälle sind sogenannte Beziehungsdelikte”, sagte Helmut Wälter am Donnerstag, also Fälle, die sich in der Familie oder zwischen Personen abspielen, die sich kennen. „Bei zwei Fällen gehen wir davon aus, dass es keine Beziehungsdelikte sind.” Immerhin: Acht der neun Vergewaltigungen in Stolberg konnten aufgeklärt werden.

Voll im Trend liegt die Kupferstadt hingegen bei einer Entwicklung, über die sich Polizeipräsident Klaus Oelze am Donnerstag besonders freute: Die Zahl der Autodiebstähle ist im vergangenen Jahr ebenso deutlich zurückgegangen wie die der Diebstähle aus Autos heraus, also zum Beispiel von Navigationsgeräten oder Radios.

Der Polizeipräsident führte das vor allem auf die Präventionsarbeit seiner Behörde zurück: „Wir weisen immer wieder darauf hin, nichts im Auto liegen zu lassen”, sagte Oelze am Donnerstag. Auf dem Gebiet seiner Behörde, das die gesamte Städteregion inklusive der Stadt Aachen umfasst, ist die Zahl der Diebstähle aus Autos um knapp 13 Prozent gesunken, in Stolberg sogar um mehr als 33 Prozent. „Bei diesen Diebstählen haben wir in Stolberg die niedrigsten Fallzahlen seit dem Jahr 2001”, freut sich auch Helmut Wälter.

Während die Polizei auch einen Rückgang bei Rauschgiftdelikten und Diebstählen von Fahrrädern, Mopeds und Krafträdern feststellte, ist die Zahl der Raubdelikte in Stolberg ebenso gestiegen wie die von Körperverletzungen und Betrugsfällen. Keine Veränderung gibt es beim sexuellen Missbrauch von Kindern, hier waren es im Jahr 2009 ebenso sechs Fälle wie 2008.

Keinen signifikanten Einfluss hatten die rechtsextremen Aufmärsche im April und August auf die Statistik. Da fließen lediglich ein paar Beleidigungen und ähnliches ein”, erklärte Helmut Wälter. Verfassungsfeindliche Straftaten landen dagegen in einer anderen Statistik, die das Innenministerium führt.

Verleugnen wollte der Polizeipräsident den im Vergleich zu anderen Städten auffälligen Anstieg der Gesamtstraftaten in Stolberg nicht. Die konkreten Fallzahlen jedoch relativierten die Dramatik, so Oelze: „Stolberg liegt bei den Straftaten pro Einwohner immer noch deutlich im unteren Bereich der von uns zu betreuenden Städte.”
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