Kriminalitätsstatistik: Hohe Zahl der Einbrüche alarmierend

Von: oha
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Dirk Weinspach und Armin von Ramsch (v.l.). Foto: O. Hansen

Stolberg. Die Stadt Stolberg bereitet der Polizei weiter Sorgen. Dies musste Polizeipräsident Dirk Weinspach am Mittwoch bei der Vorstellung der Kriminalitätsbilanz für das Jahr 2014 einräumen. So ist die Zahl der Delikte im Vergleich zum Jahr 2013 um 128 auf insgesamt 4085 Straftaten angestiegen. Ein Zuwachs um 3,2 Prozent. Immerhin: Auch die Aufklärungsquote erhöhte sich um 2,24 auf 52,6 Prozent der Fälle.

In einem versuchten Tötungsdelikt musste die Stolberger Polizei den Täter 2014 ermitteln. 2013 hatte es weder Mord noch Totschlag in der Kupferstadt gegeben. Im vergangenen Jahr verübte ein Täter mehrere Anschläge auf Motorradfahrer, indem er Öl auf den Straßen verschüttete. In der Nacht vom 2. auf den 3. April stürzte ein Biker auf der Ölspur so schwer, dass er fast ums Leben gekommen wäre. Da die Polizei seinerzeit von einer Tötungsabsicht ausgehen musste, stufte sie den Fall unter „versuchtem Mord“ ein.

Die Zahl der Wohnungseinbrüche in Stolberg erhöhte sich vergangenes Jahr um 88 auf 330 Delikte, ein Plus von 36,4 Prozent. Die auf den ersten Blick alarmierende Zahl relativiert sich wieder, wenn man den Blick auf einzelne Fälle lenkt. Kriminaldirektor Armin von Ramsch: „Von September bis November stieg die Zahl der Einbrüche rapide an. Über sein Handy konnte die Polizei schließlich einen Drogenabhängigen als Täter ermitteln.“ Der Mann war meist am frühen Morgen in die Wohnungen eingebrochen. „Der Täter hat 47 Einbrüche gestanden, wir gehen jedoch davon aus, dass er für mehr als 90 Delikte verantwortlich ist“, so von Ramsch.

Im Bereich der Straßenkriminalität stieg die Zahl der Delikte in Stolberg um 58 auf 967 Fälle (plus 6,4 Prozent). Dazu zählen auch Vandalismus und Beschädigungen an Pkw. Von Ramsch hatte auch eine positive Nachricht parat: Die Zahl der Gewaltdelikte ist in Stolberg 2014 im Vergleich zum Vorjahr um 48 auf 124 Fälle gesunken ( - 27,9 Prozent). Von Ramsch erinnerte dabei an die Auseinandersetzung unter Serben, nach der ein Beteiligter im Juli nach mehreren Messerstichen schwer verletzt im Krankenhaus landete. Die Ermittlungen hatten dann ergeben, dass auch das Opfer wegen zahlreicher Einbrüche auf der Fahndungsliste der Polizei stand. Der Mann wurde im Krankenhaus ebenfalls festgenommen.

Immer häufiger habe es die Polizei mit Serientätern und Banden zu tun, die das Grenzgebiet zwischen Deutschland, Belgien und den Niederlanden für ihre kriminellen Streifzüge nutzten und auch in der ganzen Bundesrepublik auf Beutetour seien, erläuterte Dirk Weinspach. Ein Beispiel ist der Stolberger, der vergangenes Jahr mit seinem albanischen Komplizen bei einem Wohnungseinbruch in Bonn festgenommen wurden. Der Täter war am gleichen Tag bereits in Wohnungen in Aachen und Düren eingedrungen. Um so wichtiger sei es, dass sich die Polizeibehörden in NRW, Belgien und den Niederlanden in ihrer Arbeit regelmäßig abstimmten, so Weinspach. So habe die Aachener Polizei nach einem Wink aus dem Landeskriminalamt derzeit 17 Intensivtäter im Visier. Diese sind mit mindestens fünf Delikten im Jahr im Zuständigkeitsbereich von mehr als drei Polizeibehörden aufgefallen.

Die Zusammenarbeit der Ermittler sei besonders wichtig, wenn es um die Fahndung nach Pkw-Dieben geht. „Da haben wir es mit gut organisierten Banden zu tun. Die besorgen auf Bestellung das gewünschte Fahrzeug. Es wird nach dem Diebstahl umgehend weiter verkauft oder innerhalb von drei Stunden in mehr als 500 Einzelteile zerlegt“, berichtet von Ramsch. Die Teile werden wenig später im Internet zum Kauf angeboten. Von welchem Fahrzeug sie einmal stammten, ist so kaum noch nachzuverfolgen. „Bei einem Pkw-Diebstahl gibt es meist keine Zeugen und kaum Spuren. Umso schwerer fällt es, die Täter zu ermitteln“, sagt Weinspach. Entsprechend ist auch die Zahl der Pkw-Diebstähle im Bereich der Aachener Polizeibehörde von 557 im Jahr 2013 auf 753 im Jahr 2014 gestiegen (+ 35,2 Prozent). „Diese Entwicklung hat uns die Jahresstatistik mit Rückgängen bei der Straßenkriminalität, der Gewaltkriminalität, der Raubdelikte und der Einbruchskriminalität leider etwas verhagelt“, bedauert Weinspach.

Der Polizeipräsident kündigt an, trotz des Rückgangs im Bereich der Gewaltkriminalität an der Kombination aus offenen und verdeckten Maßnahmen gegen mögliche Täter festzuhalten. Die kurzfristig ergriffenen Mittel zur Abschreckung hätten ihre Wirkung gezeigt. Weinspach: „Ich bin optimistisch, dass wir diese Entwicklung stabilisieren können.“

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