Stolberg - Krimi-Gourmet-Abend: Eine Premiere, die Lust auf mehr macht

Krimi-Gourmet-Abend: Eine Premiere, die Lust auf mehr macht

Von: Heike Eisenmenger
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Kabarettist Hubert vom Venn (v
Kabarettist Hubert vom Venn (vorne) sorgte für den Krimi-Spaß, Wirtin Marita Matousek (im Hintergrund stehend) für das leibliche Wohl. Foto: H. Eisenmenger

Stolberg. Der Koch ist wie vom Erdboden verschluckt. Das ist natürlich eine schlechte Nachricht, wenn man Hunger hat und der verwöhnte Gaumen nach Filet, Trüffel und Co. lechzt. Wie gut, dass nicht der Leibkoch des „Savoy” abgetaucht war, sondern ein anderer: Diese beruhigende Gewissheit verströmte ein köstlicher Duft aus der Küche des Altstadt-Lokals.

Denn von dort schlängelte sich der verlockende Geruch gebratenen Fleischs in die Gaststube, wo Hubert vom Venn eine seiner Kurzgeschichten vorlas. Eine kriminalistische Kurzgeschichte, waren die Gäste doch mit Vorfreude zum „Krimi-Gourmet-Abend” gekommen.

Geboten wurde eine Kombination aus Krimilesung und kulinarischem Verwöhnprogramm, und das Ganze in geselliger Runde.Ganz neu ist die Idee sicherlich nicht, aber ein Krimi-Gourmet-Abend in der Form gab es zumindest in dieser Gaststätte noch nie. Dass die Veranstaltung ausverkauft war, hatte sicherlich auch mit der Wahl des Autors zu tun: Hubert vom Venn, Kabarettist und Schriftsteller, ist für seinen Eifeler Charme bekannt.

Unzählige Geschichten und Bühnenprogramme hat der Journalist im Laufe der Jahre geschrieben und sich eine große Fangemeinde geschaffen.

Der heitere Kurzkrimi „Auf der Suche nach dem verlorenen Koch” war genau das Passende für den Gourmet-Abend in der Altstadt. Die Geschichte war nicht zu lang und nicht zu kurz. Es ist eben eine Kunst, die Zeitspanne zwischen Kartoffel-Lauchsuppe mit Ardenner Speckwürfelchen und Schollenfilet auf Spinat- und Lachsmousse ohne (peinliche) Pausen zu überbrücken. Die eigentliche Kunst ist es, die richtige Mischung zu finden, so dass den Gästen noch ausreichend Zeit zum Plaudern bleibt und der Appetit auf den nächsten Gang gesteigert wird. Es machte Spaß, Hubert vom Venn zuzuhören, seine Gesten zu beobachten, wie er die Brille zurechtrückt, schmunzelnd über sein Manuskript blickt, um der Betonung mit einem Augenaufschlag Nachdruck zu verleihen.

Eifler Mutterwitz kombiniert mit französischer Lebensart: Auch Christian Clérmont, Weinhändler aus Stolberg mit französischen Wurzeln, war Teil des Programms. In kurzen Episoden erklärte der als Mafioso aus den 30er Jahren verkleidet Clérmont, woher der Rebsaft, der gerade einschenkt wurde, stammt. Allgemeinhin gibt es von der Polizei einen Strafzettel, nicht aber Wein.

Beim Krimi-Abend jedoch tickten die Uhren anders. Wirtin Marita Matousek und ihre Mitarbeiterin hatten sich sich als Polizistinnen verkleidet, um dem Krimi-Gourmet-Abend auch optisch gerecht zu werden. Joachim Ossig war einer der Gäste, die an den weiß gedeckten Tafeln Platz genommen hatten, um verschiedene Wein, Mehr-Gang-Menü und Krimi zu genießen. „Die Atmosphäre ist toll, Essen und die Weine sind es auch - das ist eine wirklich gute Idee” lobte der sichtlich zufriedene Gast.

Nach der ausverkauften Premiere steht damit eines fest: Dies wird ganz sicher nicht der letzte Krimi-Gourmet-Abend in der Stolberger Altstadt gewesen sein.
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