Kreisverkehr Münsterbach: Bau beginnt im Oktober

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Versprochen ist versprochen: Die schnurgerade Sebastianusstraße soll vor dem Anschluss an die Autobahn sicherer Foto: J. Lange

Stolberg. Mit dem Bau des Kreisverkehrs Münsterbach/ Eschweilerstraße wird im Oktober begonnen. Die Arbeiten sollen bis Dezember abgeschlossen sein. Auch die Planungen für den Kreisverkehr am Nachtigällchen sind weitgehend abgeschlossen, die Arbeiten können aber noch nicht beginnen, weil bisher eine Priorisierung durch den zuständigen Regionalrat fehlt.

Die Politik ist jetzt gefordert, meint Chefplaner Christoph Jansen. Denn die Planungen für einen Kreisverkehr an Nachtigällchen hat der Landesbetrieb Straßenbau bereits weitgehend abgeschlossen.

Daran nicht nur finanziell beteiligt hat sich das angrenzende Unternehmen Leoni-Kerpen, und auch die Stadt Stolberg passt ihre Planungen für Regenrückhaltung und Kanalisation den Vorstellungen für ein zukünftiges Aussehen der Kreuzung der Landesstraßen 238 und 12 an.

Über eine Million in Stolberg

Doch der Bau eines Kreisverkehrs an dieser ebenso wichtigen wie gefährlichen Kreuzung steht noch in den Sternen. „Zurzeit genießt das Projekt nur eine nachrangige Priorität”, berichtet Jansen, dass in den nächsten fünf Jahren keine Mittel für eine Umsetzung absehbar seien.

Allerdings werden die Prioritäten durch den mit Politikern besetzten Regionalrat bei der Bezirksregierung festgesetzt. Und weil sich an der Realisierung des Kreisverkehrs Nachtigällchen auch das Privatunternehmen beteiligen will, „haben wir ganz gute Karten, dass das vielleicht schneller geht”, hofft Edgar Klein.

Am Mittwoch stellte der Leiter der Niederlassung Eifel-Ville des Landesbetriebs mit seinem Team eigentlich die Projekte vor, die in diesem Jahr umgesetzt werden. Darunter sind auch drei Maßnahmen, für die das Land im Stolberger Stadtgebiet über eine Million Euro in die Hand nimmt.

Im Oktober beginnt der lang ersehnte Bau des Radwegs zwischen Mausbach und Gressenich entlang der L12. „Im Rahmen dessen werden auch Ausbesserungen an der Fahrbahn vorgenommen”, kündigt Projektleiter Arnd Meyer an. Dies beinhaltet auch mit der Stadt abgestimmte Maßnahmen, die die Geschwindigkeit im Gressenicher Ortseingang dämpfen sollen. Eine Verschwenkung der Fahrbahn, Mittelinseln, Radfurten und weitere Details sollen dies bewirken. Derweil hat der Landesbetrieb die Planungen für eine Ortsumgehung von Hastenrath (L11) zur Meinungsbildung an die Landesregierung weitergereicht.

Aber ebenfalls im Oktober beginnt der ebenso heiß ersehnte Ausbau des Kreisverkehrs an der Münsterbachstraße - sobald die Enwor mit der Verlegung ihrer Wasserleitungen am Birkengang fertig ist, weil anderenfalls ein Verkehrskollaps droht. Aber „weil die Stadt Stolberg viele Kosten übernommen hat”, sagt Edgar Klein, kann die Einmündung der L236 in die L238 überhaupt schon in diesem Jahr umgestaltet werden.

Während die Kupferstadt Grunderwerb, Hausabriss und Ausbaukosten übernimmt, beteiligt sich der Landesbetrieb lediglich mit etwa einem Drittel an den Kosten. Dies entspricht dem Aufwand einer Ampelanlage und Fahrbahndeckensanierung, die er ohnehin hätte aufbringen müssen, weil die Unfallkommission beim Kreis Aachen dringenden Handlungsbedarf an der gefährlichen Eimündung attestierte. Bereits vor Weihnachten soll dieses kreisrunde Geschenk an die Verkehrssicherheit fertiggestellt sein. Bereits im Frühsommer erledigt wurde der Sanierung zwischen dem zukünftigen Kreisverkehr und der Einmündung Steinfurt.

Dann wird die Eschweilerstraße mindestens vier Jahre unangetastet bleiben, die der von Eschweiler kommende dritte Ausbauabschnitt der L238n Stolberger Stadtgebiet tangiert, prognostiziert Jansen. „Und immer vorausgesetzt, dass das Land die erforderlichen Finanzen bereitstellt.”

Zwischen Steinfurt und Kreisel

Die Linienbestimmung für die Trasse ist abgeschlossen, das Planfeststellungsverfahren dieser Ortsumgehung für Pumpe soll nächstes Jahr beginnen. Sie soll zwischen der Steinfurt und dem neuen Kreisverkehr auf die Eschweilerstraße treffen. Angedacht worden war zwar zunächst, die L238n in Höhe der Steinfurt einmünden zu lassen, aber „dies geht einfach nicht aus ökologischen Gründen”, sagt Jansen. Denn dann würde die Umgehungsstraße die Polder beeinträchtigen und die sind für die Straßenbauer tabu.

„Versprechen wird gehalten”

Ebenso verworfen wurde der Gedanke, die L238n an der Münsterbachstraße auftreffen zu lassen, aber eine solche Verkehrsbelastung könne der Knotenpunkt einfach nicht bewältigen, erklärt Klein. Außerdem sind noch einige Sonderwünsche im Bereich des Stolberger Bahnhofs zu berücksichtigen, wie ein Ausziehgleis, das die EVS bauen möchte, das Schotterwerk, eine mögliche Verlängerung der Königin-Astrid-Straße sowie mögliche Expansionswünsche eines weiteren großen Industrieunternehmens. „Das sind aber für die Trasse der L238n nur nachrangige Probleme”, so Jansen. Vordringlich bleibt für den Landesbetrieb dagegen sein Versprechen, die provisorischen Maßnahmen auf der Sebastianusstraße (L236) in einem vernünftigen geschwindigkeitsreduzierendem Ausbau zu zementieren, bevor der Autobahnanschluss bei Eilendorf kommt. „Baubeginn wird dort nicht vor 2012 sein”, so Jansen, während die Detailplanung für die Sebastianusstraße im kommenden Jahr erfolgen soll.

Gar kein Thema sind dagegen derzeit die Planung für die Ortsumgehung Atsch nordwestlich der Würselener Straße (L23) sowie für eine Beseitigung der Engstelle Buschmühle (L220). Sie sind nur mit zweiter bzw. ohne Priorität vorgegeben, so dass „sie zwar in unseren Köpfen sind, wir uns aber damit nicht beschäftigen”, umschreibt dies Jansen. Und spätestens seit der letzten Aktualisierung der Bedarfspläne gar nicht mehr aufgeführt ist eine Ortsumgehung für Zweifall, wo einmal die L24 vom Frackersberg kommend durch den Wald am Ortskern vorbeigeführt werden sollte.
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