Stolberg - „Kompetenzwerkstatt“: Stärken finden – und den passenden Job

„Kompetenzwerkstatt“: Stärken finden – und den passenden Job

Von: Stefan Schaum
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Stärken am Finger: Mit Hilfe von Aufklebern haben auch die Neuntklässler Thies Paland (l.), Cedric Greven und Marie Willems ihre besonderen Fertigkeiten kenntlich gemacht. Foto: Stefan Schaum

Stolberg. Für Cedric Greven ist die Jobwahl im Grunde bloß noch Formsache. Fluglotse will er werden, und zwar auf jeden Fall. Weil er Flugzeuge liebt und man in dem Job ganz ordentlich verdient. „Pilot zu sein wär nicht so gut für mich – ich möchte nicht so viel rumreisen, weil ich auch eine Familie und ein schickes Haus haben möchte.“

Ein gesundes Selbstbewusstsein kann man dem 14-Jährigen durchaus bescheinigen. Das ist eine seiner Stärken. Und genau darum geht es in einem Modellprojekt des nordrhein-westfälischen Schulministeriums: Jugendliche sollen ihre Stärken entdecken und darüber den passenden Job finden. Als eine von 15 Schulen landesweit nimmt die Realschule Mausbach derzeit daran teil.

Für die Neuntklässler geht es in dieser Woche vor allem darum, ein wenig mit sich selbst zu experimentieren. Sich zu hinterfragen, sich genau einzuschätzen: Bin ich ein kommunikativer Typ? Kann ich gut mit Zahlen umgehen? Ist meine kreative Seite besonders ausgeprägt oder mein Ordnungssinn? Und welche Stärken würden meine Mitschüler mir wohl bescheinigen?

Aufkleber machen es deutlich

Diese Fragen standen am Dienstag im Mittelpunkt des ersten von drei Modulen der „Kompetenzwerkstatt“. Im Gressenicher Pfarrheim haben die Schüler im so genannten „Erlebnisraum“ ein Stärkenprofil erstellt. In Rollenspielen und Gruppengesprächen haben sie herausgefunden, worin sie besonders gut sind. Mit farbigen Aufklebern haben sie es auf der Kleidung kenntlich gemacht: Blaue Münder für die starken Redner, grüne Daumen für die Naturverbundenen.

Schwächen spielten ausdrücklich keine Rolle im Projekt – schließlich soll es den Schülern einen Motivationsschub geben. „Derzeit entscheiden sich gut 60 Prozent unserer Schulabgänger für eine weitere Schullaufbahn und nur 40 Prozent für eine Lehre“, sagt der stellvertretende Realschulleiter Jürgen Momma. Er lässt dabei durchblicken: Weitere Schuljahre können auch Zeitverlust bedeuten. „Wer für einen bestimmten Job gut geeignet ist, kann sicher davon profitieren, ihn gleich zu ergreifen.“

Sich in der Praxis umschauen, das ist das zweite Modul. Heute sind die Schüler zu Gast im Bethlehem-Krankenhaus, bei Prym Fashion, bei der Leonie Kerpen GmbH und der Aurubis GmbH. Bei Unternehmen, die viele Ausbildungen unter einem Dach anbieten. Momma: „Dabei sollen die Jugendlichen auch mal über den Tellerrand schauen und mögliche Lehrberufe entdecken, die ihnen vielleicht noch nicht in den Sinn gekommen waren.“ Und zwar unabhängig vom Geschlecht.

„Wenn ein Mädchen gern ihr Fahrrad repariert, dann ist sie doch sicher auch als Mechanikerin gut geeignet.“ Im letzten Modul sollen die Schüler das Erlebte hinterfragen und sich je nach ihren Stärken möglichst für die im Februar anstehenden Praktikumswochen passende Betriebe suchen. Cedric hat übrigens diese Stärke ermittelt: Er kann gut mit Zahlen umgehen. Das lässt ihn grübeln. „Vielleicht doch Bankkaufmann werden?“ Er wird es abwägen. Schließlich soll der Verdienst bei Bankern ja auch nicht schlecht sein...

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