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Kommentiert: Zeit für ein Signal

Ein Kommentar von Michael Grobusch

Das lange Pfingstwochenende wird vielen Familien mit kleineren Kindern in diesem Jahr noch willkommener sein als sonst.

Denn der montägliche Feiertag hat den angenehmen Effekt, dass sie nur noch für vier Tage eine Betreuung organisieren müssen. Falls denn Tochter und/oder Sohn zu den 1029 Kindern gehören, die – normalerweise – eine der 19 städtischen Kitas in Stolberg besuchen.

Keine Frage, die Zeiten sind hart für die Betroffenen und dürften noch härter werden in den kommenden Wochen. Die Gewerkschaft Verdi zeigt sich sehr entschlossen, in diesem Arbeitskampf etwas für ihre Mitglieder zu erreichen. Und die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeber hat in den zurückliegenden 14 Tagen wenig – oder eigentlich gar nichts – unternommen, um den Konflikt zu entschärfen und eine Rückkehr an den Verhandlungstisch zu ermöglichen.

Es ist zu hoffen, dass spätestens von der VKA-Mitgliederversammlung, die am Donnerstag in Frankfurt stattfindet, ein positives Signal ausgehen wird. Und dass die Spitzen der Kommunen nicht darauf setzen, dass die frühen Sommerferien ihnen in die Karten spielen und die Widerstandskraft der Gewerkschaften brechen werden.

Natürlich kann man über Art und Umfänge der gestellten Forderungen diskutieren. Kaum jemand aber wird ernsthaft in Frage stellen, dass die Erzieherinnen und Sozialarbeiter in den vergangenen Jahren zahlreiche neue Aufgaben übernommen haben, als Konsequenz aus der steigenden gesellschaftlichen Bedeutung der frühkindlichen Förderung und Erziehung. Eine bessere Entlohnung ist deshalb keine Option, sondern ein Muss.

Man darf gespannt sein, wie es in diesem Arbeitskampf weitergehen wird. Ausgerechnet der lange Zeit unnachgiebige Streit zwischen Deutscher Bahn und GDL hat in dieser Woche gezeigt, dass es in Tarifauseinandersetzungen manchmal auch positive Überraschungen gibt.

Keine Überraschung wäre es, wenn die Stadt Stolberg am Ende dieses Streiks die Elternbeiträge für die Tage, an denen die Kitas geschlossen waren, zurückzahlen wird. Zwar kommunizierte das städtische Pressebüro am Dienstag im Vorfeld der von Protesten begleiteten Ratssitzung noch einmal, dass nach Erkenntnissen der Verwaltung eine Rückzahlung für am Stärkungspakt Stadtfinanzen beteiligte Kommunen nicht möglich sei.

Fast zeitgleich aber bezog die Bezirksregierung als Aufsichtsbehörde gegenüber unserer Zeitung eindeutig Stellung, indem sie das genaue Gegenteil bestätigte. Warum erst am Tage unserer Berichterstattung endlich eine schriftliche Anfrage in Köln gestellt wurde, bleibt ein Rätsel. Die Stadt sollte hier schnellstens offiziell Klarheit schaffen. Auch wenn den Eltern die Beitragsrückzahlung, gemessen an dem für sie mit dem Streik verbundenen Aufwand, ein schwacher Trost sein dürfte.

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