Stolberg - Kommentiert: Jeder ist sich selbst der Nächste

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Kommentiert: Jeder ist sich selbst der Nächste

Ein Kommentar von Annika Thee

Ob Anwohner oder besorgte Eltern, niemand will von seinem Standpunkt abrücken. Die Diskussion ist eingefahren. Das Problem: das Zusammenleben funktioniert nicht, wenn jeder nur an sich denkt.

Jede Partei hat überzeugende Argumente und der Konflikt ist mehr als nur eine Diskussion in einer Facebook-Gruppe. Dass die Anwohner von Stau, ständigem Hupen und uneinsichtigen und teils rücksichtslosen Eltern genervt sind, ist verständlich. Dazu sei gesagt, dass es häufig nur eine Handvoll Eltern sind, die sich so verhalten.

Auch dass Eltern ihre Kinder sicher zur Schule bringen möchten, ist nachvollziehbar. Entgegen ihrer Argumentation gibt es aber stetig weniger Verkehrstote, und die Wahrscheinlichkeit einer Entführung sind noch geringer als die eines Verkehrsunfalls. Demnach gibt es kaum Gründe dafür, die Kinder nicht wenigstens ein paar hundert Meter eigenständig laufen zu lassen. Gefühlt ist die Welt für besorgte Eltern aber unsicherer geworden sein.

Die Ironie daran: Durch ihr Verhalten tragen sie dazu bei, dass die Verkehrssituation für alle Beteiligten gefährlicher wird. Und sie behindern Kinder, die aufgrund von körperlichen oder geistigen Einschränkungen tatsächlich direkt vor der Schule ein- und aussteigen müssen. Mehr gegenseitige Rücksichtnahme würde den Konflikt entschärfen. Schließlich möchte jeder, dass Kinder sicher zur Schule kommen.

 

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