Stolberg - Koalition geht für Fußballer in die Offensive

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Koalition geht für Fußballer in die Offensive

Von: Michael Grobusch
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Stolberg. Sport hat gemeinhin etwas mit Bewegung zu tun. Und genau da setzt jetzt die Politik an - wenn auch eher im übertragenen Sinn. „Grundlegende Voraussetzung für eine positive Veränderung ist das Entgegenkommen der Vereine”, stellte Tim Grüttemeier am Dienstagabend klar.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende hatte gemeinsam mit seinen Kollegen der SPD ins Rathaus eingeladen, um das Sportstättenkonzept der großen Koalition zu präsentieren. Der Tenor war eindeutig: Es soll sich etwas tun auf den überwiegend veralteten Fußballplätzen im Stadtgebiet. Doch über allen möglichen Projekten steht die Verpflichtung zur „Kostenneutralität”.

Wie das miteinander in Einklang gebracht werden könnte in Zeiten von Stärkungspakt und Haushaltssanierung, haben Christ- und Sozialdemokraten durchgespielt und durchgerechnet. Dabei rückt die Kunstrasenanlage des VfL Vichttal auf dem Dörenberg in den Blickpunkt - gewissermaßen als Vorbild. „Der Fusionsverein hat 250.000 Euro als Zuschuss erhalten und weitere 150.000 Euro als Eigenleistung eingebracht”, nennt SPD-Fraktionschef Dieter Wolf den Rahmen, in dem Stolbergs erste und bislang einzige Kunstrasenanlage realisiert wurde.

Diesem Beispiel könnte auch an anderen Stellen gefolgt werden. In Gressenich beispielsweise, wo die neu gegründete SG Stolberg ihre Spielstätte hat, wäre die Umwandlung des Aschen- in einen Kunstrasenplatz vorstellbar. Gleiches gelte auch für den Nebenplatz des Stadion Glashütter Weiher. Hier möchten FC Stolberg und SC Münsterbusch nach einer Fusion ihre gemeinsame sportliche Heimat finden.

Die Vergleichbarkeit mit Vichttal ist dennoch begrenzt. „Wir können erst über konkrete Zuschüsse sprechen, wenn klar ist, welcher Bedarf jeweils besteht, was gemacht werden muss und wie sich die Vereine einbringen können”, betont der CDU-Vorsitzende Jochen Emonds.

Gänzlich anders gelagert ist der Fall beim SV Breinig. Er soll mit einem städtischen Zuschuss von 900.000 Euro sowie der Bereitstellung eines Grundstückes für den geplanten Sportpark unterstützt werden, weil er nicht nur ein für den Wohnungsbau begehrtes Filetstück, sondern auch sein bestehendes Sportheim aufgeben würde. Tim Grüttemeier listet auf, was nach Einschätzung der Koalition erforderlich und machbar wäre: „Ein Kunstrasenplatz, ein Minifeld und ein Sportheim - allerdings deutlich kleiner, als der SV sich das bislang vorgestellt hat.”

Die Gesamtkosten hierfür würden die 900.000 Euro deutlich übersteigen. „Den Rest muss der Verein als Eigenleistung beisteuern, beispielsweise über Darlehen oder Sponsoren”, meint der CDU-Fraktionsvorsitzende und verweist auf das für die Stadt geltende Spardiktat: „Es geht hier nicht um Wunschvorstellungen. Luxus können wir uns leider nicht erlauben.” Gleichwohl biete das Konzept die Chance, die Infrastruktur und damit die Rahmenbedingungen für die Fußballer auf einen modernen Stand zu bringen. „Wir halten unseren Vorschlag für angemessen”, stellt Jochen Emonds fest.

Die erwähnte Kostenneutralität - nicht nur in Breinig - soll über den Grundstückserlös erreicht werden. Wobei noch offen ist, ob die Vermarktung alleine von der Sparkassen Immobilien GmbH oder auch von der neuen städtischen Tochter, der Stolberger Bauland GmbH (SBG), übernommen wird. Auf Einnahmen setzt die große Koalition ebenso auf der Rotsch. „Wir gehen allerdings nur von einer reinen Straßenrandbebauung aus”, betont Tim Grüttemeier. Auf diesem Weg soll möglichen Problemen, die bei einer kompletten Erschließung des einstmals aufgeschütteten Geländes entstehen könnten, aus dem Weg gegangen werden.

Derweil gibt es eine Liste der vermarktungsfähigen Plätze nach Aussage der Koalitionäre ebenso wenig wie eine Vorgabe, wo Kunstrasenanlagen geschaffen werden könnten. Nur soviel steht laut Dieter Wolf bereits fest: „Es ist keinesfalls so, dass jeder Verein einen neuen Platz erhalten wird.”

Bewegung soll gleichwohl bald in die Angelegenheit kommen. Mit dem SV Breinig ist am Dienstag bereits gesprochen worden, Treffen mit Vertretern von SG und FC Stolberg sollen nach den Herbstferien folgen. „Die Breiniger werden unser Angebot jetzt in ihren Gremien beraten. Sollten sie diesem zustimmen, werden wir es kurzfristig in den Rat bringen, um dort per Beschluss eine rechtliche Verbindlichkeit zu schaffen”, skizziert der Fraktionsvorsitzende der SPD ein mögliches Szenario. Im Laufe des Jahres 2013 könnte dann mit der Umsetzung begonnen werden.

Kein Motivationsbonus mehr ab dem Jahr 2016

Nach dem Auslaufen der noch bis Ende 2015 gültigen Sportplatz-Nutzungsverträge zwischen Vereinen und Stadt wird es keinen „Motivationsbonus” mehr geben.

Der bislang als Belohnung für die Mithilfe bei der Verringerung von Verbrauchskosten gezahlte Anteil, der je nach Zahl der gemeldeten Jugendmannschaften 50 bis 80 Prozent der erzielten Einsparungen betrug, wird ersatzlos gestrichen.

Und nicht nur das: „Ab 2016 werden die Vereine 50 Prozent der Verbrauchskosten übernehmen müssen”, kündigt der CDU-Fraktionsvorsitzende Tim Grüttemeier an. Hinzu kommen 100 Prozent der Kosten für die Müllentsorgung. Beide Punkte sind im Stärkungspakt Stadtfinanzen bzw. im Haushaltssanierungskonzept festgeschrieben.

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