„Knacki“ Deuser in der Burg: Ein Mann, ein Witz, ein Lacher

Von: Timo Müller
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Klaus-Jürgen „Knacki“ Deuser begeisterte sein Publikum im Rittersaal der Stolberger Burg, der „gemütlichsten Großraumarena“, in der er je spielen durfte. Foto: T. Müller

Stolberg. „Wenn dieses Land eines braucht, dann ist es mehr Humor.“ Mit dieser Feststellung, und der Mission, den Deutschen das Lachen beizubringen, begann Klaus-Jürgen „Knacki“ Deuser sein Comedyprogramm „Seltsames Verhalten“ in der Stolberger Burg.

Doch der Fernsehmoderator und Comedian war nicht allein in die Kupferstadt gereist. Er hatte einen Überraschungsgast mitgebracht, nämlich die bekannte Kabarettistin Vera Deckers, die als erste auf die Bühne ging.

Die gelernte Diplom-Psychologin erzählte, wie sie endlich den Absprung aus ihrem altem Job schaffte, den sie nicht mehr machen könne: „Den ganzen Tag Beziehungsprobleme, Kindheitstraumata und dazu noch die Probleme der Patienten!“

Und dass der Jobwechsel eine wirklich gute Idee war, bewies die Kölnerin in den nächsten 20 Minuten mit pointierten Erzählungen über ihre verrückten Erlebnisse bei Facebook, einem Kurs für autogenes Training mit einer Frau Trompeter-Zipfelböcker und ihren Friseurerfahrungen („Ich wollte einen Meg-Ryan-Haarschnitt, doch am Ende sah ich aus wie Rudi Völler ohne Bart“). Das Publikum war begeistert von Deusers Vorprogramm und verabschiedete Deckers mit lautem Beifall von der Bühne im Rittersaal, woraufhin Knacki Deuser „zur Tat schritt“.

Er freute sich, in „einer der gemütlichsten Großraumarenen“ spielen zu dürfen, in der er je war. In den folgenden 70 Minuten sorgte der „Lord of Stand-Up“ dann unaufhörlich für Lacher beim Publikum. So berichtete der Erfinder der bekannten Comedy-Nachwuchsschmiede „Nightwash“, wie er als „Mülltonnen-Rausstell-Opinion-Leader“ (Meinungsführer) gerne seine Nachbarn verwirre, indem er um 18 Uhr die gelbe Tonne raus stelle, nur um dann am nächsten Tag um 5.30 Uhr schnell die gelbe mit der blauen Tonne zu tauschen. „Danach kennen die dich“, so Deuser augenzwinkernd. Dazu habe er sich eine orangefarbene Mülltonne besorgt, um dann auf neugierige Blicke seiner Nachbarn mit „wie, haben Sie die etwa nicht?“ zu reagieren.

Doch auch die moderne Technik, allen voran die Smartphones mit ihren Nachrichten-Apps, war ein Thema. So müsse er sich bei Freundem seit neuestem ständig dafür rechtfertigen, dass er aus „Whatsapp“-Gruppen austrete, in die er von vornherein nie rein wollte. Auch seine Wahlheimat Köln, wo der „Wirtschaftsflüchtling aus Koblenz“ schon seit langer Zeit lebt, bekam sein Fett weg. So seien ständig „acht von sieben Rheinbrücken kaputt“, dazu dürfe man auf den Brücken nur Schrittgeschwindigkeit fahren, um die Bauarbeiter nicht zu wecken.

Zum Ende seines Programms zog sich Deuser vor den Augen des verdutzten Publikums dann noch Birkenstocksandalen an, die er mit Steppblechen ausgestattet hatte, um auf dem Lied „Verdammt lang her“ von BAP einen Stepptanz aufs Parkett zu legen. Das Publikum war begeistert – und dankte einem herrlich erfrischenden „Knacki“ Deuser mit Standing Ovations.

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