Stolberg - Kluger Pop mit kritischen Texten

Kluger Pop mit kritischen Texten

Von: Dirk Müller
Letzte Aktualisierung:

Stolberg. Andreas Spechtls Spezialgebiete sind Exzess, Dekadenz und die hedonistische Sprache der Nacht, die er genüsslich in vollen Zügen auslebt - in Form von Musik und Texten. Spechtl ist Sänger, Gitarrist und Songschreiber der österreichischen Band „Ja, Panik”.

Die Formation entstand 2005 in Wien als aus der burgenländischen Rockband „Flashbax”, veröffentlichte 2006 ihr Debütalbum „Ja, Panik”, 2007 das Album „The Taste and the Money” und entwickelte sich damit schnell zum Liebling der Musikkritiker.

„Wiener Schule”

Das Feuilleton bemühte angesichts der philosophischen Texte, die das Quintett in klugen Pop hüllt, den Begriff der „Wiener Schule”, in Analogie zur „Hamburger Schule” mit Aushängeschildern wie „Tocotronic”, das neben „Ja, Panik”, „DSE” und „Apparat” bei dem großen Open-Air-Konzert in Stolberg am Freitag, 29. Juni auftreten wird. 2008 zog es „Ja, Panik” nach Berlin und ein Jahr später, zur Zeit der weltweiten Bankenkrise, erschien das zweite Album „The Angst and the Money”.

Die Band blieb sich treu, vertonte weiterhin ein künstlerisches Manifest, reicherte deutsche und englische Sprache zu tiefgreifenden und nun auch zeitkritischen Texten an, bezog Stellung zu der Gesellschaft, in der wir leben.

Dies setzt sich im aktuellen Album, in dem Deutsch und Englisch stärker denn miteinander verschränkt werden, fort. Das Titelstück „DMD KIU LIDT” huldigt musikalisch den Helden Falco und Bob Dylan gleichermaßen, die Abkürzung steht für eine politische Aussage, die Spechtl als Poesie begreift: „Die Manifestation des Kapitalismus in unserem Leben ist die Traurigkeit”. Andreas Spechtl, Christian Treppo (Klavier), Thomas Schleicher (Gitarre), Stefan Pabst (Bass) und Sebastian Janata liefern Songs ab, die teils wie Prototypen anmuten, bisweilen an John Cale und Lou Reed erinnern. Sie gehen über das Singer- und Songwriter Segment hinaus:

Gitarren dürfen auch rau kratzen, das Klavier kann nach einem Chanson klingen, elektronische Elemente kommen zum Einsatz. So nachdenklich und bewegt die mittels Text und Musik transportierten Gedanken sind - „Ja, Panik” hebt nicht den moralischen Zeigefinger, will nicht anklagen oder bekehren. Sowohl abstrakte als auch alltägliche Bilder bleiben auf persönlicher Ebene, Existenzialismus, Gegenwart, Krisen, Wut, Melancholie werden von der Band intim behandelt.

Der Ernsthaftigkeit nimmt „Ja, Panik” mit Humor die Schwere, gründete zum Beispiel als Unterlabel ihrer Plattenfirma „Staatsakt” das Organ „Nein, Gelassenheit”, bei dem unter anderem „Panik”-Bassist Stefan Pabst als „Schätzmeister” das Kurzalbum „The Wurst and the Money” veröffentlichte. Auch die zukünftige Körperschaft „Jein, Ganik” ist in Vorbereitung.

Karten für das Festival im Vorverkauf

Das Konzert mit den Bands „Ja, Panik”, „Tocotronic”, „DSE” und „Apparat” beginnt am Freitag, 29. Juni, um 18 Uhr auf dem Gelände des Museums Zinkhütter Hof, Cockerillstraße 90.

Eintrittskarten zu dem Open-Air-Event im Rahmen des Kulturfestivals der Städterregion Aachen sind zum Preis von acht Euro in der Stolberger Zweigstelle des Zeitungsverlags Aachen, Rathausstraße 66, und im Haupthaus, Dresdener Straße 3 in Aachen, erhältlich.

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