Kloster Zweifall: Käufer ist abgesprungen

Von: Sarah-Lena Gombert
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Das Karmelitinnenkloster in Zweifall soll verkauft werden. Ein potenzieller Investor aus dem Raum Düren ist jedoch wieder abgesprungen. Foto: Sarah-Lena Gombert

Stolberg-Zweifall. Schlechte Nachrichten für Zweifall: Die Hängepartie um das ehemalige Karmelitinnenkloster außerhalb des Eifelorts geht weiter: Der Interessent, der noch im August kurz davor gestanden haben soll, einen Kaufvertrag zu unterschreiben, ist nun doch vom Erwerb der Immobilie zurückgetreten.

Das hat der Dürener Anwalt Karl-Heinz Schnitzler, der die Anlage im Auftrag des Klostervereins verkaufen soll, auf Anfrage unserer Zeitung mitgeteilt. „Der Interessent ist vom Kauferwerb zurückgetreten, die Immobilie ist also noch nicht verkauft“, sagt Schnitzler auf Anfrage unserer Zeitung.

Hoffen auf ein Gespräch

„Ich finde das sehr schade und ich hoffe, dass wir mit dem Interessenten noch einmal sprechen können“, sagt Schwester Maria Regina im Gespräch mit unserer Zeitung. Sie ist die letzte Karmelitin, die in der Klosteranlage lebt, die in den 50er Jahren von acht Schwestern ihres Ordens gegründet worden war.

Die Interessentenfamilie, die Senioreneinrichtungen im Raum Düren betreibt, hatte nach Informationen des Anwalts geplant, in Zweifall eine Art Begegnungsstätte für Senioren und Kinder einzurichten. Schwester Maria Regina, so hieß es im August, hätte auch nach dem Kauf der Anlage Wohnrecht auf Lebenszeit bekommen. Die Kirche wollten die Interessenten, so hieß es im August, auch weiterhin in dieser Funktion als Teil der Anlage erhalten.

„Wir hätten eigentlich erwartet, dass es eine offizielle Information in dieser Sache geben würde, zumindest gegenüber Schwester Maria Regina“, sagt Johann Ehlen vom Freundeskreis des Karmel, der ebenfalls noch einmal mit dem Interessenten sprechen möchte.

Dieser Interessent ist nicht der erste, der bereits als Käufer für die Anlage im Raum stand. Vor Monaten hatte die Jugendhilfe Eifel gGmbH ein Angebot zum Kauf abgegeben. Was aus diesem Angebot geworden war, ist ebenfalls unklar. Geplant hatte die Gesellschaft, wie der Geschäftsführer damals gegenüber unserer Zeitung erklärt hatte, ein Zentrum für Kinder und Jugendliche.

Einen Investor für das Kloster zu finden ist kein leichtes Unterfangen: Beim Karmel handelt es sich nämlich um eine Immobilie im Außenbereich. Das bedeutet, das nur privilegierte Bauvorhaben zulässig sind. Ein Hotel, beispielsweise, könne in dem alten Kloster nicht eingerichtet werden. Infrage kämen hingegen kirchliche, soziale oder kulturelle Nutzungen des Klosters und seiner Nebengebäude.

Das hatte auch die Stolberger Stadtverwaltung dem Dürener Anwalt mitgeteilt, der für den Verkauf zuständig ist. Auch fallen im Zuge einer Umnutzung des Geländes hohe Investitionskosten an. Denn das Kloster verfügt über keinen Anschluss an die Kanalisation. Das Wasser kommt aus einem eigenen Brunnen, Abwasser wird in eine Sickergrube geleitet.

Das Klosterleben geht weiter

Auch wenn die Zukunft der Immobilie Karmelkloster nun wieder etwas ungewisser ist: Für die Zweifaller geht der Betrieb weiter wie gehabt, auch wenn die Anlage offiziell gar kein Kloster mehr ist. „Ich werde auf jeden Fall hierbleiben“, sagt eine resolute Schwester Maria Regina, die die Hoffnung auch nicht aufgeben möchte, dass sich noch alles zum Guten wendet.

Am kommenden Sonntag beispielsweise wird anlässlich der Heiligsprechung einer Karmelitin ein besonderer Festgottesdienst zelebriert (siehe Infokasten). „Es kommt ja nicht häufig vor, dass eine Ordensschwester heiliggesprochen wird. Das ist schon etwas Besonderes.“

Seit Jahren setzt der Freundeskreis sich für den Erhalt des Klosters ein, hilft auch der Ordensschwester bei alltäglichen Aufgaben vor Ort, beispielsweise im Garten. Allerdings würden weder die Schwester noch die Helfer jünger, die Arbeit sei beschwerlich.

Auch die Stolberger Stadtverwaltung sei eine große Hilfe: „Im Winter wird dafür gesorgt, dass vor jeder Messe im Kloster der Schnee geräumt und die Wege gestreut sind“, sagt Ehlen, „das ist eine tolle Sache.“ Zwischen der Karmelitin und dem Zweifaller Freundeskreis sei über die Zeit eine Freundschaft entstanden. „Die vielen Jahre, in denen das Kloster nun verkauft werden soll, haben uns eng zusammengeschweißt“, sagt Johann Ehlen.

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