Kloster Reichenstein: Fließend Wasser für die neuen Brüder

Von: P. St.
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Jetzt ist das Kloster Reichens
Jetzt ist das Kloster Reichenstein auch an das öffentliche Trinkwasser- und Abwassernetz angeschlossen: Mützenichs Ortsvorsteherin Jacqueline Huppertz, Bauleiter Pater Peter Lang und Tiefbauunternehmer Michael Mertens (re.) lassen das Perlenbachwasser fließen. Foto: P. Stollenwerk

Stolberg / Nordeifel. „Wasser marsch!” hieß es jetzt im Kloster Reichenstein, da durften Vertreter der örtlichen Feuerwehr natürlich nicht fehlen. Aber nicht, um hier einen Einsatz abzuwickeln, waren sie und andere Gäste dem Ruf in das einsam gelegene Kloster zwischen Mützenich und Kalterherberg gefolgt, es gab vielmehr etwas zu feiern.

Am 12. September war mit den Bauarbeiten für den Anschluss von Kloster Reichenstein an das öffentliche Trinkwasser- und Abwassernetz begonnen worden. Gut sechs Wochen später konnten bei anhaltend bestem Bauwetter die Tiefbauarbeiten im Außenbereich abgeschlossen werden.

In Aufbruchstimmung luden die neuen Besitzer des Klosters jetzt zum „Aufrichtschmaus” ein. 2008 hatte die der Priesterbruderschaft St. Pius X. verbundene französische Abtei Notre-Dame de Bellaigue den Gebäudekomplex erworben, um dort eine Niederlassung zu gründen. 1802 wurde das Kloster im Zuge der Säkularisation durch Napoleon aufgelöst und war bis 2008 in weltlicher Hand.

Bauleiter Pater Peter Lang, die ausführende Tiefbaufirma Michael Mertens aus Kalterherberg und Mützenichs Ortsvorsteherin Jacqueline Huppertz nahmen ganz offiziell durch Aufdrehen des Hahns die neue Wasserleitung in Betrieb und probierten selbstverständlich auch einen kühlen Schluck Perlbachwasser, ehe sich die rund 25 Gäste auf Einladung des Vereins St. Benedikt noch in gemütlicher Runde im ehemaligen Stallgebäude einfanden.

Pater Lang zeigte sich erleichtert über den gelungenen Abschluss der Baumaßnahme, und blickte mit Bildern zurück auf den gelungenen Leitungsbau. Das Gesundheitsamt der Städteregion hatte eine geregelte Trinkwasserversorgung gefordert, vor allem vor dem Hintergrund, dass nach erfolgtem Ausbau des derzeit immer noch notgesicherten, baufälligen Südflügels hier einmal Zellen für 25 bis 30 Benediktiner-Mönche der konservativen Pius-Bruderschaft eingerichtet werden sollen.

Damit ist die Zeit der Versorgung mit Vennwasser in Reichenstein vorbei. Aus einem kleinen Vennbach wurde bislang das Wasser in einem Brunnen aufgefangen. Da als Folge des extrem trockenen Sommers die Wasserqualität in diesem Jahr deutlich absackte, hatte das Gesundheitsamt die bisherige Versorgung gestoppt und als Zwischenlösung einen externen Tank für das Brauchwasser gefordert.

Der Bauherr prüfte insgesamt vier Trassenvorschläge für die neue Leitung. Die drei Möglichkeiten ins nahe Kalterherberg (ca. 800 Meter) schieden wegen der felsigen Bodenbeschaffenheit aus. Man folgte der Empfehlung eines geologischen Gutachtens und wählte eine 1,6 Kilometer lange Trasse nach Mützenich. In den Graben wurden nicht nur zwei Trinkwasserleitungen (25 mm für den aktuell benötigten und 100 mm für den späteren Bedarf) verlegt, sondern auch eine Kanaldruckleitung. Diese Investition rechnet sich schon bald für das Kloster, kann doch die teure Entsorgung der geschlossenen Grube künftig entfallen. Die Überwindung von 50 Meter Höhenunterschied, die Leitungsverlegung teilweise durch den Reichensteiner Wald und schließlich die Querung des sensiblen Naturraumes im Ermesbachtal stellten große Herausforderungen an die ausführende Firma dar.

Seitlich des stattlichen Portals befindet sich nun die Wasserzentrale des Klosters Reichenstein. Von hier aus werden alle Gebäudeteile des ehemaligen und inzwischen 800 Jahre alten Prämonstratenser-Klosters mit Trinkwasser versorgt.

Pater Lang freute sich, dass mit der Baumaßnahme nun ein weiterer Schritt für die vom Kloster Bellaigue ausgehende Besiedlung Reichensteins erfolgt sei. Die Baumaßnahme in der Eifel, die insgesamt 140 000 Euro kostete, wurde mit 100 000 Euro auch massiv von der zentralen Niederlassung in Südfrankreich unterstützt. „Sobald wie möglich”, sagte Pater Lang, solle im Kloster Reichenstein wieder täglich die tridentinische Messe gefeiert werden, was für den Benediktinerorden ja auch der Hauptgrund gewesen sei, das Anwesen zu erwerben.

Weitere größere Bauarbeiten seien nun zunächst einmal nicht mehr vorgesehen. In zwei bis drei Jahren aber wolle man soweit sein, „dass die Mönche kommen können”.
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