Klimaschutz soll 2017 in Stolberg sichtbar werden

Von: Dirk Müller
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Kurze Ladezeiten müssen eine umfassende Verfügbarkeit von Elektro-Fahrzeugen garantieren, damit die Stadtverwaltung sie sinnvoll einsetzen kann, sagt Klimaschutzmanager Georg Trocha. Foto: J. Lange
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Klimaschutzmanager Georg Trocha (l.) und der Technische Beigeordnete Tobias Röhm machen mobil in Sachen Klimaschutz. Foto: D. Müller

Stolberg. Die Kupferstadt macht in Sachen Klimaschutz mobil – und zwar im besten Wortsinn, denn „in Stolberg soll Mobilität bezahlbar, sicher, effizient und ressourcenschonend sein“, beschreibt der Technische Beigeordnete Tobias Röhm.

Zudem seien neben klimafreundlicher Mobilität auch städtische Liegenschaften Schwerpunkt des Integrierten kommunalen Klimaschutzkonzeptes, das die Kupferstadt konsequent umsetzen und fortschreiben werde: „Mit sichtbaren Resultaten in 2017“, so Röhm.

Fassaden, Technik, CO2

„Ein Musterbeispiel ist der ,Ökokindergarten‘ in Gressenich, der im Mai fertiggestellt sein wird. Er ist energetisch saniert worden, die Heizungsanlage wurde optimiert, und der Erweiterungsbau ist unter Verwendung ökologischer Baustoffe entstanden“, führt Röhm aus. Georg Trocha, Klimaschutzmanager der Kupferstadt, nennt weitere Beispiele: „Fassade und Dach des Bürgerhauses Breinigerberg werden in diesem Jahr gedämmt, und die Raumlufttechnischen Anlagen des Rathauses und des Jugendheims Münsterbusch saniert.“ Die beiden veralteten Belüftungsanlagen würden derzeit eher schlecht und vor allem ineffizient arbeiten. „Die Sanierungen haben eine CO2-Einsparung in Höhe von 19 Tonnen jährlich zur Folge“, sagt Trocha.

Was die Fortbewegung angeht, nehme Stolberg nicht nur an dem bundesweiten Modellprojekt „Mobil.Pro.Fit“ teil, erklärt Röhm: „Im Dezember 2016 ist das Projekt ,Integriertes klimafreundliches Mobilitätskonzept der Kupferstadt‘ gestartet und Stolberg ist jetzt auch eine von 94 Kommunen im ,Zukunftsnetz Mobilität NRW‘, in dessen Rahmen Georg Trocha zum Mobilitätsmanager fortgebildet wird.“

In den ersten Fokus der Bemühungen um klimafreundliche Mobilität seien die Mitarbeiter der Verwaltung im Rathaus geraten, erläutert Trocha, dass eine Datenanalyse nach einer Mitarbeiterbefragung in Abstimmung mit dem Personalrat erstellt wurde. „Arbeits- und Dienstwege sowie Wohnorte wurden analysiert und die Rücklaufquote war erfreulich, denn rund 45 Prozent der Mitarbeiter haben sich beteiligt.“ Von diesen wiederum wohnen 29 Prozent nur bis zu fünf Kilometer vom Rathaus entfernt, 24 Prozent legen einen Weg von sechs bis zehn Kilometern zur Arbeit zurück.

„Das Problem ist, dass viele Mitarbeiter Dienstwege mit dem privaten PKW tätigen müssen, und deshalb nicht zu Fuß, mit Fahrrad oder Pedelec oder dem Bus zur Arbeit kommen“, sagt Röhm. Daher möchte die Verwaltung einen eigenen Fuhrpark aufbauen und dabei auch auf Elektromobilität setzen. „Im weitläufigen Stolberger Stadtgebiet müssen die Elektro-Fahrzeuge allerdings genügend Reichweite haben und verfügbar sein, also kurze Ladezeiten aufweisen“, beschreibt Trocha.

Ein Online-Pendler-Portal

Er will in 2017 auch neu auf den Markt kommende Elektro-Fahrzeuge unter die Lupe nehmen und prüfen, was sie kosten, und ob eine Anschaffung für die Verwaltung sinnvoll sein kann. Auf der anderen Seite wolle die Stadt Fahrgemeinschaften unterstützen, zum Beispiel werde ein Online-Pendler-Portal angedacht. Und die Fahrradinfrastruktur soll mit mehreren Maßnahmen verbessert werden: durch städtebauliche Maßnahmen, wie dem neuen Radweg auf der Rhenaniastraße zum Hauptbahnhof, oder durch einheitliche „Stolberg-Fahrradständer“, wie sie auf dem Kaiserplatz und am Bastinsweiher schon eingeplant sind.

„Ein Rad- und Fußwegenetz unter Einbeziehung von gut befahrbaren Wirtschaftswegen soll entstehen, und mit einem Verkehrsplanungsbüro befahren wir circa 100 Kilometer in Stolberg mit dem Rad, um einen Katalog mit Maßnahmen zu erarbeiten, an dem die Bürger beteiligt werden“, zählt Trocha auf.

In Bezug auf die Belegschaft im Rathaus prüfe er Möglichkeiten, mehr Radabstellplätze sowie Umkleideräume und Duschen zu schaffen. Bei allen Maßnahmen sei eine nicht unwesentliche Aufgabe des Klimaschutzmanagers, intensiv nach geeigneten Fördertöpfen Ausschau zu halten, sagt Trocha: „Damit der Klimaschutz die kommunale Haushaltskasse so wenig wie möglich belastet, ist die Akquise von Fördermitteln von Bund und Land wichtig.“

Röhm betont, dass die Stadtverwaltung in puncto klimafreundlicher Mobilität sowohl Vorreiter wie auch Erfahrungssammler sein will: „Wir möchten mit gutem Beispiel vorangehen und Erkenntnisse gewinnen, die wir beispielsweise an Unternehmen in unserer Stadt weitergeben können.“ So könne die Verwaltung Firmen erklären, wie klimafreundliche Mobilität konkret und praktikabel umsetzbar ist, und was sie kostet.

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