Stolberg - Klimafreundliche Mobilität: Stadt will mit gutem Beispiel vorangehen

Klimafreundliche Mobilität: Stadt will mit gutem Beispiel vorangehen

Von: Dirk Müller
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In einem ersten Funktionstest freunden die Verwaltungsmitarbeiter sich schnell mit den Pedelecs an. In der Testwoche dürfen sie die mit Elektromotoren unterstützten Zweiräder auch privat nutzen, wobei ab jetzt selbstverständlich nur noch mit Helm gefahren wird. Foto: D. Müller

Stolberg. Die Kupferstadt macht im wahrsten Sinne des Wortes mobil für ein besseres Klima. Derzeit mit einem Projekt von Industrie- und Handelskammer (IHK) und Städteregion, bei dem fünf Mitarbeiter der Stadtverwaltung eine Woche lang kostenlos sogenannte Pedelecs testen dürfen.

„Durch die unterstützenden Elektromotoren können mit Pedelecs aber weitere Entfernungen, Gegenwind oder – wie in Stolberg oft der Fall – unangenehme Steigungen besser bewältigt werden als mit herkömmlichen Fahrrädern“, ergänzt Benjamin Haag von der IHK Aachen. In Stolberg würden rund ein Drittel des CO2-Ausstoßes durch den motorisierten Verkehr verursacht, erklärt Bürgermeister Tim Grüttemeier, warum die Verwaltung sich das Thema „klimafreundliche Mobilität“ auf die Fahne geschrieben habe. „Und wir wollen nicht nur dahingehend beraten, sondern auch Anreize schaffen und vor allem als Vorbild vorangehen“, sagt der neue Kupferstädter Klimaschutzmanager Georg Trocha.

Bürger und Betriebe motivieren

Potenzial dafür ist genug vorhanden, denn insgesamt sind gut 750 Menschen bei der Stadt Stolberg beschäftigt. „Einige haben bereits Pedelecs und nutzen sie regelmäßig, um zur Arbeit zu fahren. Bei den jetzigen fünf Testern sind uns die Rückmeldungen sehr wichtig. Sie werden uns erläutern, wie die Anfahrt war, ob und welche Probleme es gab“, so Trocha.

Diese Erfahrungsberichte seien allerdings nur ein kleiner Bestandteil größerer Erhebungen. Es gelte etwa für alle 750 städtischen Angestellten herauszufinden, wer von woher wie wohin kommt. Um Neugier und Freude an klimafreundlicher Mobilität zu wecken, damit die Stadtverwaltung die angestrebte Vorbildfunktion einnehmen kann, sind weitere Maßnahmen geplant.

„Im kommenden Winter wird die Verwaltung in Kooperation mit der Energie- und Wasser-Versorgung GmbH drei Wochen lang ein E-Mobil als Alternative zum Auto testen, und im Frühjahr kommen ebenfalls für drei Wochen noch einmal zwei Pedelecs zum Einsatz“, sagt Grüttemeier. Selbstverständlich solle klimafreundliche Mobilität nicht Sache der Stadtverwaltung bleiben, sondern der „Funke überspringen“, betont Trocha: „Ein Mobilitätsmanagement für die Verwaltung ist nur eines unserer Ziele. Wir möchten Bürger wie Unternehmen zu einer klimafreundlichen Verkehrsmittelwahl motivieren.“

Die Mobilität aller Bevölkerungsgruppen solle gesichert sein und zugleich verkehrsbedingte Treibhausgasemissionen in der Kupferstadt reduziert werden. Nicht nur durch Elektromobilität. „Projekte zur Förderung des Fuß- und Radverkehrs stehen ebenfalls auf unserer Agenda“. Andreas Pickhardt, Leiter des Stolberger Amts für Stadtentwicklung und Umwelt, nennt Beispiele: „Vielversprechend ist das Projekt Stadtfahrrad. Wir werden prüfen, ob im Rahmen der Städtebauförderung für die Talachse ein Radverleihsystem machbar ist. Dann könnte man zum Beispiel am Burgcenter aufsteigen und das Fahrrad an der Station etwa am Bastinsweiher wieder abgeben.“ Auch Fahrradboxen zum sicheren Abstellen von Pedelecs und wertvollen Zweirädern könnten die Attraktivität des Radfahrens in Stolberg erhöhen.

Auf neue Fuß- und Radwege in der Innenstadt könne Stolberg nicht setzen, da die baulichen Gegebenheiten keinen Spielraum ließen. „In vielen Bereichen ist es einfach zu eng und nicht genügend Platz vorhanden“, führt Pickhardt aus, macht aber den Kupferstädtern, die gewillt sind, sich mittels eigener Energie fortzubewegen, Mut: „Die Talachse von der Mühle bis zum Willy-Brandt-Platz wird nach erfolgter Umgestaltung definitiv freundlicher für Fußgänger und Radfahrer sein, als sie sich jetzt darstellt.“

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