Kleines Rehkitz auf Bahngleis: Die Geschichte von „Bee“

Von: red/pol
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Zu schwach, um auch nur den Kopf zu heben: So lag „Bee“ am Bahngleis in Stolberg - zum Größenvergleich ein Polizeifunkgerät daneben. Foto: Polizei
rehkitz bee
„Bee“ heute: In die Höhe geschossen und kerngesund. Foto: Polizei

Stolberg/Jülich. Großes Glück hatte ein neugeborenes Rehkitz in Stolberg: Das auf einem Bahngleis gefundene Tier wurde nicht nur aus Lebensgefahr gerettet, sondern von Polizei und freiwilligen Helfern in kompetente Pflege gegeben. Am Dienstag zog die Pressestelle der Polizei der Städteregion eine vorläufige Bilanz der Rettungsaktion.

Polizeisprecher Paul Kemen schilderte das Geschehen in einer Pressemeldung. Ende Mai hatten demnach Mitarbeiter eines großen Unternehmens am Stadtrand von Stolberg die Polizei gerufen. Sie hatten neben dem Firmengelände, auf den Gleisen einer regelmäßig genutzten Bahnanlage, das kleine Kitz entdeckt. „Keine Mutter, kein Vater, keine Geschwister weit und breit.“

Als die Polizisten kamen, versuchte das junge Tier mehrfach vergeblich, aufzustehen. Doch es war viel zu schwach; es konnte kaum den Kopf heben. Der zuständige Jagdpächter, der eher zufällig vorbeikam, schätzte das Alter des Tieres auf höchstens einen Tag. Ohne menschliche Hilfe habe es wohl keine Überlebenschance.

Ab da ging alles sehr schnell: Die Polizisten, eine junge Kollegin und ihr Begleiter, trugen das Kitz kurzentschlossen vom Gleisbett, packten es in eine Jacke und brachten es so zunächst einmal außer Gefahr. „Ab da liefen die innerbetrieblichen Telefondrähte bei der Polizei heiß“, sagte Polizeisprecher Kemen. Es galt es zu klären, wer Erfahrung mit der Aufzucht von solchen Waisenkindern hatte und der auch bereit war, ein solch schwaches Tier aufzunehmen.

Es fand sich eine geeignete Pflegemutter mit Erfahrung bei der Aufzucht von „Waisen-Wild-Tieren“ im Jülicher Raum. Die Frau erklärte sich auch sofort bereit, das Tier, das auf den Namen „Bee“ getauft wurde, aufzunehmen und zu pflegen.

Kitz und Pflegemutter erhielten in den folgenden Monaten regelmäßigen Besuch von den Polizisten. Jetzt, drei Monate später, ist „Bee“ bereits 14 Kilo schwer, hübsch und offenbar kerngesund. Laut Ersatzmama braucht es noch etwa drei Monate die Flasche - danach müsse man sehen, wie es für das Tier weitergehe.

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