Kleine Tropfen mit schlimmer Wirkung

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Stolberg-Mausbach. In der Städteregion sind inzwischen fast hundert Fälle bekannt, bei denen Frauen und Mädchen Opfer sogenannter K.O.-Tropfen geworden sind. Daher veranstaltet der Verein „Notruf für vergewaltigte Frauen” erneut eine Präventionskampagne, die sich vor allem an die über 15-Jährigen richtet.

In dem Workshop, der an der Realschule Mausbach stattfand, vermittelte Monika Bulin vom Frauennotruf Aachen den Schülerinnen der Klassen 9 Sachwissen über die betäubenden Substanzen, berichtete von ihrer praktischen Arbeit und erarbeitete gemeinsam mit den Mädchen Strategien und Verhaltensmaßregeln zum Selbstschutz.

Abgerundet wurde das Angebot schließlich mit Informationen darüber, wo und wie die Jugendlichen Hilfe finden können, wenn sie vermuten, Opfer geworden zu sein.

Parallelveranstaltung für Jungen

Um die Jungen mit einzubeziehen, hatten sie eine Parallelveranstaltung unter der Leitung von Lars Kirches von der Aids-Hilfe Aachen. Schwerpunkte waren auch hier, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen, das heißt mit wachen Augen auf ihre Freundinnen zu sehen, die Wirkung der Substanzen und das Thema Aids als mögliche Folge sexueller Übergriffe. Er ging dabei auch auf die berauschende Wirkung der Billigdroge Gamma-Hydroxy-Buttersäure (GHB, auch als Liquid Ecstasy bekannt) ein und ihren Stellenwert als Freizeitdroge. Die Schülerinnen und Schüler waren von der Veranstaltung einhellig begeistert.

Obwohl ihnen die Thematik aus dem Unterricht und den Medien bekannt war, fanden sie das Projekt sehr informativ und anschaulich, nicht zuletzt wegen der vielen aktuellen Fallbeispiele und den Selbstversuchen mit einer Rauschbrille. Die Referenten erhielten viel Lob für ihr Einfühlungsvermögen und ihre Bereitschaft, alle Fragen ausführlich zu beantworten.

Grütjen, die als Politiklehrerin die Referenten eingeladen hat, begründete ihre Entscheidung für diese Veranstaltung: „Schule bedeutet nicht nur Wissenserwerb, sondern auch die Vermittlung von Kompetenzen wie Empathievermögen, Verantwortungsbewusstsein und Kritikfähigkeit - die nicht zuletzt auch durch Workshops wie diese erlangt werden. Eine Öffnung von Schule nach außen, sprich Zusammenarbeit mit privaten und städtischen Organisationen, hilft, Lernwelt und Lebenswelt stärker aufeinander zu beziehen und Unterricht an gesellschaftlichen Realitäten zu orientieren. Zudem ist es mir als Klassenlehrerin einer Klasse 9 wichtig, die jungen Menschen auf mögliche Gefahren in ihrer Freizeit hinzuweisen.”
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