Kleine Talente kommen beim Klassik-Festival ganz groß raus

Von: Merve Polat
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Gemeinsam Musizieren und darüber hinaus auch Spaß haben: Das steht beim ersten Jugendwettbewerb im Rahmen des zweiten Stolberger Klassik-Festivals für die Kinder und Jugendlichen im Alter von sieben bis 17 Jahren im Vordergrund. Foto: Merve Polat

Stolberg. Nichts lässt darauf schließen, dass Natascha gleich vor einem Publikum, das aus Freunden und Verwandten besteht, auftreten wird. Sie steht ruhig und gelassen mit ihrer Violine neben der Bühne und wartet ganz geduldig auf ihren Auftritt. Ganz so entspannt wie es auf den ersten Blick scheint, ist sie dann aber doch nicht: „Ich hoffe immer, dass ich alles richtig mache“, verrät sie.

Als Natascha schließlich Werke von Bach und anderen berühmten Komponisten zum Besten gibt, erfüllen wohlklingende Töne den großen Raum im Zinkhütter Hof. Strahlend sprudelt es nach ihrem Auftritt aus ihr heraus: „Ich bin so erleichtert, es hat alles geklappt.“ Mit ihren zwölf Jahren ist sie eine der Jüngsten, die beim internationalen Jugendwettbewerb im Rahmen des zweiten Stolberger Klassik-Festivals ihr Können unter Beweis stellen. Ob es wohl für einen Platz auf dem Treppchen gereicht hat?

Neun junge Nachwuchskünstler von sieben bis 17 Jahren begeisterten im ersten Jugendwettbewerb in den drei Kategorien Klavier, Streichinstrumente und Blasinstrumente das Publikum. Hierbei wurden sie vorab in drei Altersgruppen unterteilt und die fünf Erstplatzierten durften sich über lukrative Preise in Höhe von 250 bis 1500 Euro freuen.

Neben den Preisgeldern stehe aber vor allem eines im Vordergrund, wie die musikalische Leiterin, Patricia Buzari, erzählte: „Der Wettbewerb soll den Kindern und Jugendlichen einfach Spaß machen. Wir geben ihnen die Möglichkeit, Freundschaften zu schließen und auch Inspiration zu sammeln.“

Und dieses Konzept schien aufzugehen: Nach dem Auftritt von Natascha, der gleichzeitig auch der Abschluss des Wettbewerbs war, beglückwünschten ihre Mitstreiter sie. „Du hast echt super gespielt“, bekam sie zu hören. Unter anderem auch von dem 17-jährigen Tilmann, der zuvor am Klavier auftrat und weiß, wie anstrengend die Vorbereitung auf einen solchen Auftritt sein kann: „Wir stecken alle im Vorfeld sehr viel Arbeit in das Üben rein“, sagte er.

Der internationale Jugendwettbewerb fand in dieser Form zum ersten Mal statt und entwickelte sich aus dem Jugendkonzert beim ersten Stolberger Klassik-Festival im vergangenen Jahr. „Wir wollen den Kindern eine Bühne bieten und ihre Arbeit belohnen“, erklärte Buzari. Der Klavierpädagogin und Konzertpianistin war wichtig, dass der Wettbewerb ein internationaler ist. Aus diesem Grund gab es nicht nur Ausschreibungen an den deutschen Musikhochschulen, sondern auch an denen in den Nachbarländern Belgien und den Niederlanden.

Angelehnt war das Konzept an den Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“. Auch beim internationalen Jugendwettbewerb wurden die Teilnehmer von einer Jury bewertet. Maximal 25 Punkte konnten die jungen Talente in den Rubriken Musikalität, Texttreue, Stilistik, Technik und Bühnenpräsenz erzielen. „Trotzdem sind alle, die hier sind, schon Gewinner“, sagte Buzari.

Und wie schnitt Natascha Botchway ab? Sie gehörte am Ende zu den Preisträgern der diesjährigen Veranstaltung. Ob sie im kommenden Jahr auch wieder dabei ist, wird sich zeigen. Fest steht allerdings jetzt schon, dass der Jugendwettbewerb weiter ausgebaut werden soll. So will Patricia Buzari auch Vorschulkindern eine integrieren und eine Bühne bieten.

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