Stolberg-Donnerberg - „Kleine Offene Tür“: Mitbestimmen und Verantwortung übernehmen

„Kleine Offene Tür“: Mitbestimmen und Verantwortung übernehmen

Von: Luisa Houben
Letzte Aktualisierung:
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Freuen sich auf den Tag der offenen Tür zum 25-Jährigen Jubiläum der KOT: Die Teamer Johann Houben, Anissa Bouamoud, Rebecca Doutrelepont, Annika Kullmann und Tobias Behlau. Foto: L. Houben

Stolberg-Donnerberg. In der „Kleinen Offenen Tür“ (KOT) St. Josef ist Platz. Platz für viel Spaß, um Freunde zu treffen, Gemeinschaft zu erleben und einfach man selbst zu sein, aber auch seine Grenzen kennenzulernen und darüber hinauszuwachsen. Die KOT ist ein Platz an der Sonne – seit 25 Jahren.

Im Februar 1988 öffnete die „Kleine Offene Tür St. Josef“ zum ersten Mal ihre Pforten. Seitdem ist die Einrichtung zu einem festen Bestandteil auf dem Donnerberg geworden und von dort für viele nicht mehr weg zu denken. Hier haben junge Menschen die Chan­ce, sich in etwas Großes einzubringen und eigene Ideen zu verwirklichen. Die KOT bietet nicht nur Ehrenamtlern, sondern auch ihren Besuchern die Möglichkeit, Gemeinschaft zu erleben und soziale Kompetenzen zu entwickeln.

„Das Tolle an meiner Arbeit ist, dass ich meine Leute auf einem Stück ihres Lebenswegs begleiten kann und sehe, wie sie mit ihrer Aufgabe hier wachsen“, erzählt Sozialpädagoge Jörg Beißel, der vor fünf Jahren die Heimleitung übernahm. Er selbst war als Jugendlicher ehrenamtlicher Mitarbeiter: „Ich habe die Arbeit als Teamer immer sehr genossen, und mir ist es sehr wichtig, dass ich als Leiter der Einrichtung nun Jugendlichen ermöglichen kann, heute ebenso schöne Erfahrungen zu sammeln.“

Ende der Siebziger Jahre wuchs in der Gemeinde St Josef der Wunsch nach Jugendarbeit. Der Pfarrgemeinderat gründete einen Jugendausschuss, und aus Gruppen zur Firmung 1975 bildeten sich kleinere Arbeitskreise. Daraus entwickelten sich Ideen und gemeinsame Aktivitäten wie Ferienfahrten. Parallel arbeitete der Kirchenvorstand an der Umgestaltung des damals halb so großen Pfarrsaals. „Diese Maßnahme soll­te ein erster Schritt zu einem ordentlichen Pfarrheim sein, wo professionelle Jugendarbeit möglich werden würde“, blickt Pastor Hermann (Bobby) van den Berg zurück. Zum Advent 1971 begann er seinen Dienst auf dem Donnerberg und war an der Gründung der KOT maßgeblich beteiligt. Einige Jahre gingen ins Land, bis die Umbaumaßnahmen des alten Pfarrhauses und dessen Erweiterung vom Bistum bewilligt wurden. Mit Unterstützung der Stolberger Politik wurde 1981 beschlossen, die Einrichtung einer KOT anzustreben. Während aller Verhandlungen lief ehrenamtliche Arbeit der Pfarrjugendrunde und der Arbeitskreise weiter. Sechs Jahre später wurde das Pfarrheim, genannt „Hafen“, in Betrieb genommen, und ein Jahr später begann Waltraut Breihahn als erste Leiterin ihre Arbeit in der neugegründeten KOT.

Schon damals gab es Spiel- und Bastelangebote für Kinder sowie offene, zwanglose Treffen für Teenager und junge Erwachsene. Es sollte miteinander gesprochen, gegessen, getrunken und Musik gehört werden. Ferienspiele und Disco-Veranstaltungen standen auf dem Programm. Von Anfang an orientierte sich die Einrichtung an den Bedürfnissen ihrer Besucher, die eingeladen wurden, mitzubestimmen und Verantwortung zu übernehmen.

Im Laufe der Jahre hat sich einiges geändert. Manch einem mangelt es an Zeit, um ein Angebot auf die Beine zu stellen und Vorhaben zu realisieren. Neben schulischen Verpflichtungen sollen Hobbys nicht auf der Strecke bleiben. Doch Freiwilligkeit ist, was das Konzept ausmacht. Jeder macht so viel, wie seine Zeit erlaubt. „Wir schaffen einen Ausgleich für die Jugendlichen, und es ist wichtig, dass dieser Rahmen bestehen bleibt“, weiß Beißel. Dass die Bereitschaft, sich zu engagieren, da ist, davon ist der Sozialpädagoge überzeugt.

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