Stolberg - Kleiderladen des DRK eröffnet an der Rathausstraße

Kleiderladen des DRK eröffnet an der Rathausstraße

Von: Sarah-Lena Gombert
Letzte Aktualisierung:
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Elke Grohs (links) und Simona Conrad richten im neuen DRK-Kleiderladen an der Stolberger Rathausstraße alles her. Am Samstag ist die offizielle Eröffnung. Foto: S.-L. Gombert
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Rot und weiß: Dass der Laden zum DRK gehört, ist schnell erkennbar. Michael Nieder streicht noch über die Wände des Geschäfts. Foto: S.-L. Gombert

Stolberg. Noch gibt es einiges zu tun: Wände müssen gestrichen, Regale aufgehängt und Trennwände aufgestellt werden. Auch die Anprobe-Kabinen stehen noch nicht, und natürlich müssen eine Menge Kleider aus Kisten und Tüten gepackt und auf Kleiderbügeln aufgehängt werden.

Doch das Team um Elke Grohs und Simona Conrad ist sich sicher: Bis zur offiziellen Eröffnung am Samstag ist das neue Ladenlokal des DRK-Kleiderladens an der Stolberger Rathausstraße fertig. Das etwas andere Secondhand-Modegeschäft zieht damit aus seiner alten Heimat, der Stadthallen-Passage, aus.

„Wir sind vor knapp drei Jahren in Stolberg an den Start gegangen“, erklärt Elke Grohs. Sie leitet den Stolberger Kleiderladen und wird dabei von einem siebenköpfigen Team aus ehrenamtlichen Mitarbeitern tatkräftig unterstützt. Damals habe das Ladenlokal in der Passage leergestanden, und so sei die Idee für einen DRK-Kleiderladen entstanden. Neben Stolberg gibt es solche Geschäfte des Roten Kreuzes auch in Würselen, Aachen, Baesweiler und Alsdorf.

„Nun, da die Itertalklinik an der Stadthalle umbaut, haben wir uns einen anderen Standort gesucht“, sagt Simona Conrad, die beim DRK-Kreisverband für die Kleiderläden verantwortlich ist, „denn der Bedarf in Stolberg für solche Einrichtungen ist auf jeden Fall da.“

Mit dem Ladenlokal Rathausstraße 43 sei man sehr zufrieden: „Wir haben uns vergrößert, von rund 120 Quadratmeter Verkaufsfläche auf knapp 200“, sagt Elke Grohs. Die angebotenen Kleidungsstücke, Schuhe und Accessoires können also in Zukunft ansprechender und weniger beengt präsentiert werden. „Das ist etwas, das mir sehr am Herzen liegt“, betont Simona Conrad.

Wer im DRK-Kleiderladen einkauft, der solle nicht das Gefühl haben, in einem Ramschladen zu sein. Vielmehr solle sich die Kundschaft ein bisschen fühlen wie in einer Boutique – im leuchtend rot-weißen DRK-Design, versteht sich. Es gibt Schaufensterpuppen und einheitliche Kleiderbügel. So etwas wie Flohmarktatmosphäre kommt hier tatsächlich nicht auf. „Die Kleidung, die man bei uns bekommt, ist wertig. Nur, weil sie gebraucht ist, heißt das noch lange nicht, dass sie schlecht ist“, stellt sie klar.

Das Konzept kommt an, wie Elke Grohs erklärt: „Wir haben pro Tag manchmal 30 Kunden und mehr im Geschäft“, sagt sie. Im neuen Ladenlokal, das nicht so „versteckt“ liegt wie das alte, werde der Zulauf sicher noch größer sein. Auch an den anderen Standorten, allen voran dem Laden in Aachen, ist das DRK mit dem Zulauf zufrieden.

Das Publikum im DRK-Laden ist sehr gemischt: „Unsere Kunden bilden im Grunde das breite Spektrum der Gesellschaft ab“, sagt Simona Conrad. Es seien Menschen mit geringem Einkommen, die auf der Suche nach günstiger Kleidung sind: Hartz IV-Empfänger, Senioren mit kleiner Rente oder auch Studenten, die sparen müssen. „Manchmal kommen aber auch Schulklassen, die etwas für ein Theaterstück suchen. Oder eben ein Normalverdiener, der auf der Suche nach Schnäppchen ist.“ Jeder darf hier in haushaltsüblichen Mengen einkaufen kommen.

Um zu verhindern, dass Leute versuchen, die DRK-Kleidung noch gewinnbringend weiterzuverkaufen, beispielsweise auf Flohmärkten oder über das Internet, sind besonders hochwertige Sachen auch hier nicht ganz billig zu haben: „Wir wollen Missbrauch vorbeugen, denn unsere Angebote sollen Menschen helfen, die Hilfe brauchen“, sagt Simona Conrad.

Der Fundus des Stolberger Kleiderladens ist, wie Conrad es formuliert, im Grunde ein „sehr großes Überraschungsei“. Was es zu kaufen gibt, hängt ganz davon ab, was die Menschen aus der Region spenden. Und das Rote Kreuz ist ja auch nicht die einzige Einrichtung, die Kleiderspenden gerne entgegennimmt: In Stolberg gibt es beispielsweise auch im Sozialkaufhaus Wabe gut erhaltene Kleider für Bedürftige. Gerade im Frühjahr und im Herbst kommt immer besonders viel „frische Ware“ in die Häuser. Gefragt sei vor allem Bekleidung für Damen.

Über die Spendenbereitschaft der Stolberger können die DRK-Mitarbeiterinnen nicht klagen: „Die Leute bringen zum Teil ihre Kleidung gewaschen und gebügelt in Wäschekörben bei uns vorbei, da sind wir wirklich unglaublich dankbar“, sagt Elke Grohs. Auch aus den DRK-Kleidercontainern, die in der Region aufgestellt sind, bekommen sie ihre Waren.

„Dann müssen wir aber vorher sortieren, bevor wir die Kleidung anbieten“, sagt Simona Conrad. Das ist nicht immer ganz leicht: Um kaputte Kleidung zu reparieren, fehlt Personal, auch waschen können die DRK-Mitarbeiter vor Ort nicht. Und manchmal finden sie Unrat in den Tüten, der nicht in einen Altkleidercontainer gehört. „Das ist unschön, aber zum Glück kommt das selten vor“, sagt Conrad.

Die Läden selbst können, wie Conrad erklärt, dank des Einsatzes der ehrenamtlichen Helfer kostendeckend arbeiten. „Die Miete zahlen wir also wie jeder andere Ladenbetreiber auch“, erklärt Conrad. Mit den Einnahmen, das sei vielen Leuten ein großes Anliegen, finanziere das Deutsche Rote Kreuz ganz unterschiedliche ehrenamtliche Projekte. In Stolberg gehörte beispielsweise das Antirassismusprojekt „Jump“ für Jugendliche dazu.

Überhaupt versteht Simona Conrad die Kleiderläden des DRK nicht nur als Bekleidungsläden: „Die Menschen kommen her, um eine neue Hose zu kaufen, aber auch, um zu reden.“ Insofern sind die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen auch wichtige Ansprechpartner für ihre Kunden. „Die Menschen sind froh, wenn sie jemanden zum Reden haben“, weiß Elke Grohs aus Erfahrung.

Sie und ihre Kolleginnen haben ein offenes Ohr für Sorgen der Kundschaft. Und das Deutsche Rote Kreuz weise an dieser Stelle gegebenenfalls auch auf die anderen Angebote in der Region hin: „Wenn eine alte Dame nicht mehr gut allein zurechtkommt, dann erzählen wir ihr von den Möglichkeiten des Hausnotrufs oder des Essens auf Rädern“, so Simona Conrad. Viele Menschen wüssten gar nicht, was das DRK alles anbietet.

Auch darum soll es bei der Eröffnung am kommenden Samstag, 8. April, gehen. „Von 11 bis 14 Uhr ist am Samstag jeder herzlich bei uns willkommen“, sagt Simona Conrad. Es wird einen Sektempfang geben. „Und wer mag, kann natürlich auch am Samstag schon Kleider kaufen“, sagt sie lachend. Ab der kommenden Woche, hat der DRK-Kleiderladen an der Rathausstraße 43 montags, dienstags, mittwochs und donnerstags in der Zeit von 10 bis 15 Uhr geöffnet. „Wenn wir weitere, zuverlässige Mitarbeiter finden, dann könnten wir den Laden auch freitags öffnen“, sagt Elke Grohs.

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